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Steuerbetrug Insider: Razzia bei BlackRock Deutschland wegen krummer "Cum-Ex"-Aktiendeals

06.11.2018, 18:00  |  4025   |   |   

Ermittler der Kölner Staatsanwaltschaft haben einem Insider zufolge heute Geschäftsräume von BlackRock, dem derzeit weltgrößten Vermögensverwalter, in München durchsucht. Grund seien die umstrittenen sogenannten "Cum-Ex"-Geschäfte.

Die Nachrichtenagentur "Reuters" berichtet mit Berufung auf "eine mit der Angelegenheit vertrauten Person", dass 15 bis 20 Ermittler Münchner BlackRock-Büros nach Material zu sogenannten "Cum-Ex"-Geschäften im Zeitraum von 2007 bis 2011 durchsucht hätten.

Die genauen Hintergründe der Durchsuchung seien aber noch unklar. Laut "Handelsblatt"-Informationen soll BlackRock im Rahmen von ETF-Fonds an "Cum-Ex"-Geschäften beteiligt gewesen sein. Die Staatsanwaltschaften Köln und München wollten bislang keine Stellungnahmen abgeben.

"Blackrock arbeitet in einer laufenden Untersuchung im Zusammenhang mit Cum-Ex-Transaktionen im Zeitraum von 2007 bis 2011 uneingeschränkt mit den Ermittlungsbehörden zusammen", sagte ein BlackRock-Sprecher.

Demnach beträfen die Ermittlungen einen Zeitraum, lange bevor Friedrich Merz, Kandidat für den CDU-Vorsitz, bei Blackrock Deutschland Aufsichtsratschef wurde. Merz hatte im Jahr 2016 das Kontrollgremium des deutschen Ablegers des US-amerikanischen Finanzkonzerns übernommen.

Merz hatte sich zuletzt in der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) von den krummen Aktiendeals distanziert. "Aktiengeschäfte wie Cum-Ex und Cum-Cum dienen letztlich dazu, die Steuerzahler auszunehmen", sagte Merz der Zeitung. Solche Geschäfte seien vollkommen unmoralisch, unabhängig von der juristischen Bewertung, meinte Merz.

Laut "Spiegel-Informationen" gehört Friedrich Merz neben Blackrock auch dem Aufsichtsrat der Großbank HSBC an. Die Bank soll ebenfalls mit "Cum-Ex"-Geschäften in Verbindung gebracht werden.

Bei "Cum-Ex" ließen sich private und institutionelle Anleger die einmal gezahlte Kapitalertragsteuer rechtswidrig mindestens zwei Mal vom Staat erstatten. Dadurch seien dem Fiskus in Deutschland nach Angaben des Bundesfinanzministeriums mehr als fünf Milliarden Euro entgangen, so "Reuters".

BlackRock ist mit Kundengeldern in Höhe von rund 6,4 Billionen US-Dollar (ca. 5,7 Billionen Euro) der weltgrößte Vermögensverwalter. Laut Daten der Finanzaufsicht Bafin ist die US-Firma an mindestens 67 deutschen Aktiengesellschaften beteiligt. Dabei ist sie laut der Aktionärsvereinigung DSW bei 20 der 30 Dax-Unternehmen größter Einzelaktionär, bei 19 Dax-Konzernen hält sie mehr als fünf Prozent der Anteile, berichtet die "Bild"-Zeitung.

Quellen:

Reuters

Handelsblatt

Spiegel

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Wertpapier
BlackRockDAX


5 Kommentare

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Kommentare

Leider ist noch niemanden verhaftet worden, oder Bankgenehmigung eingestellt. Wie lange dauert das noch???????????????????
Diesen Quatsch mit der Heuschrecke wird auch denn widerholt, wenn man eine Unternehmen ins schlechte Licht stellen will. Fakt ist einfach, dass es die Aufgabe eines jeden Unternehmens ist, gut zu wirtschaften, und hier bei Black Rock auch für die eigenen Kunden, die Geldanleger sind, eine gute Rendite zu erzielen.

Das dazu eine Praktik wohl auch gehörte, die eine Missachtung des Ansinnens der Steuerpolitik betrifft, gleich wohl über Jahre vom Staat geduldet wurde, ist eben so. Der Staat, die Ministeraldirigenten und der Finanzminister haben dabei die grösste Schuld, die diesen Missbrauch überhaupt möglich machte und einige Jahre nicht endlich eingedämmt haben.

Diese Sache kann Merz schon deshalb nicht zum Nachteil angelastet werden, weil diese schon weit vor seiner Zeit als Aufsichtsrat geschah. Ob grundsätzlich jemand der für ein kapitalstarkes und stark Gewinn orientierten Unternehmen tätig war, keine hohen politischen Ämter mehr übernehmen kann, könnte man meinen. Doch von Nöten ist sehr wohl, dass endlich im Staat auch wirtschaftlich sinnvoll gearbeitet wird und , dass endlich die masslose Steuerverschwendung eingedämmt wird.
ob Herr Merz "die Behörden bedingungslos unterstützt" ist unerheblich. Die Behörde wird sich die Informationen so oder so beschaffen.
Erhebliche Bedenken hätte ich aber gegen die politischen Aktivitäten eines zu 200% in Aufsichtsräten und als Oberpopo einer Heuschrecke ausgelasteten Menschen, der zu 100% nur die eigenen Interessen und die seiner Geldgeber verfolgen wird und sich einen Dreck um das Volkswohl scheren wird.
Das war ja zu erwarten. Da hat die CDU endlich mal einen Kandidaten, der geeignet ist, das Land aus der versozialisierten Lähmung zu führen, da stemmt sich die vereinte Meute aus Medien und Merkelanern mit aller Macht dagegen. Da die Staatsanwaltschaft eine weisungsgebundene Behörde ist, wird eben der Merkeljünger Laschet schon die richtigen Knöpfe gedrückt haben. Dass Merz erst 2016 AR-Vorsitzender geworden ist und die ganze cum-ex Problematik noch garnicht aufgearbeitet ist (schließlich wußte Herr Schäuble lange davon und blieb untätig) bleibt unberücksichtigt. Haupsache man kann dem
Kandidaten schaden. Welch eine verkommene Politikkaste !

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