Marktkommentar: Jens Wilhelm (Union Investment): Ausblick 2019 - Märkte in spätzyklischem Umfeld
Foto: www.assetstandard.de

Marktkommentar Jens Wilhelm (Union Investment): Ausblick 2019 - Märkte in spätzyklischem Umfeld

Nachrichtenquelle: Asset Standard
03.12.2018, 12:55  |  1687   |   |   

In vielen Bereichen haben sich die Rahmenbedingungen geändert. Diese Umbrüche werden die Kapitalmärkte 2019 prägen.

Das Börsenjahr 2019 wird maßgeblich durch die spätzyklische Konjunkturphase geprägt. „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändern sich. Wir erwarten zwar keine Rezession, aber es wird volatiler an den Börsen“, sagt Jens Wilhelm, Vorstand bei Union Investment.

Frankfurt am Main, 29. November 2018

Ein wesentlicher Treiber für die Börsen im Jahr 2019 wird nach Einschätzung von Jens Wilhelm, Vorstand bei Union Investment und zuständig für Portfoliomanagement sowie Immobilien, die Frage nach der Tragfähigkeit des US-Konjunkturzyklus sein: „Die Weltwirtschaft wächst zwar auch nächstes Jahr, aber wir befinden uns in einer späten Zyklusphase. In den USA, der Leitökonomie der Weltwirtschaft, erleben wir den zweitlängsten Aufschwung der letzten 70 Jahre.“ Damit wird eine wirtschaftliche Verlangsamung wahrscheinlicher, was sich auf die Stimmung an den Kapitalmärkten auswirken dürfte.

Mit einem Abrutschen der amerikanischen Wirtschaft in eine Rezession rechnet Wilhelm jedoch nicht, unter anderem aufgrund der Sonderkonjunktur durch die Trump’sche Steuerreform. Wilhelms Fazit: „Das US-Wachstum dürfte 2019 rund 2,5 Prozent erreichen. Der Zyklus ist damit zwar reif, aber noch nicht zu Ende.“

Europas Wachstum schwächt sich ab

Auch in anderen Regionen wird das wirtschaftliche Umfeld anspruchsvoller. Das gilt nach Einschätzung Wilhelms auch für Europa. „Das Wachstumsgefälle zu den USA bleibt 2019 bestehen“, prognostiziert er. Vor diesem Hintergrund rechnet Wilhelm im kommenden Jahr noch mit einer Zunahme des europäischen wie des deutschen Brutto-Inlandsprodukts (BIP) um jeweils 1,7 Prozent. Das Wachstum in Deutschland bleibt solide, kann aber nicht ganz an die starken Werte der Vorjahre anknüpfen. Grund hierfür ist nach Einschätzung Wilhelms unter anderem die Sondersituation der deutschen Autoindustrie im Lichte der Diesel-Diskussion. Zudem leidet der Außenhandel unter dem aufkommenden Protektionismus. „Die Gewinner der Globalisierung sind die Verlierer des Protektionismus. Dazu zählt am Ende auch Deutschland“, fasst er zusammen.

Erschwert wird die Lage zusätzlich durch die politischen Unsicherheiten in Europa. „Beim Brexit ist die Lage weiter mit Risiken behaftet“, meint Wilhelm. Die Einigung zwischen der EU und der britischen Regierung benötigt noch eine Zustimmung des britischen Parlaments. „Die Widersprüche der britischen Verhandlungsposition müssen innenpolitisch in Westminster aufgelöst werden.“ Damit ist die Frage nach einem Abkommen weiter offen. „Je länger dieser Zustand der Unsicherheit anhält, desto größer ist der wirtschaftliche Schaden – besonders für die Briten“, analysiert Wilhelm.

Seite 1 von 4
Diesel jetzt ab 0€ handeln - auf Smartbroker.de



Diesen Artikel teilen

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Jetzt Fonds ohne Ausgabeaufschlag handeln und dauerhaft Depotgebühren bei comdirect sparen!

  • über 13.000 Investmentfonds ohne Ausgabeaufschlag
  • kostenlose Depotführung
  • über 450 Fonds für Sparpläne ohne Ausgabeaufschlag
  • Sonderkonditionen für Transaktionen

Sie haben bereits ein Depot bei comdirect?

Kein Problem. Ein einfacher kostenloser Vermittlerwechsel genügt und Sie können auch von den günstigen Konditionen profitieren.

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel