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"Deutsche Commerz" "Höllenhund"-Investor führt jetzt die Riege der Fusions-Fans an

27.02.2019, 14:11  |  8177   |   |   

Es zeichnet sich ein Sinneswandel mächtiger Investoren hin zu einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank ab. Die Gegenseite argumentiert mit hohen Risiken für den deutschen Steuerzahler und damit, dass Zusammenschlüsse auf europäischer Ebene sinnvoller wären.

Aktionäre der Deutschen Bank und der Commerzbank haben einen möglichen Zusammenschluss der beiden deutschen Großbanken neu bewertet. Hervorstechend ist der Sinneswandel beim mächtigen US-Investor Cerberus (lat. für „Höllenhund“), berichtet das "Handelsblatt".

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Hauptgründe für das Wechseln von Cerberus in das Pro-Fusions-Lager sind die negative Entwicklung der Aktienkurse beider Geldhäuser, das schwindende Vertrauen darin, dass Deutsche Bank-Chef Christian Sewing doch noch bessere Ergebnisse liefert und nicht zuletzt die wachsende Überzeugung, dass beide Banken den schnellen technologischen Umbruch besser gemeinsam stemmen könnten.



Als positives Beispiel gilt bei Beobachtern der internationalen Bankenbranche aktuell der 28 Milliarden US-Dollar schwere Kauf der Suntrust Banks durch BB&T. Dadurch entstand vor einigen Wochen - gemessen an der Bilanzsumme – die sechstgrößte Geschäftsbank der USA.

Neben Cerberus gehören Katar, Blackrock und HNA zu den Schlüsselaktionären der Deutschen Bank. Größter Ankeraktionär der Commerzbank ist der deutsche Staat mit gut 15 Prozent, gefolgt von Cerberus und Blackrock.

Laut Insidern habe die Bundesregierung signalisiert, dass sie einer Fusion von Deutsche Bank und Commerzbank positiv gegenüberstehe, so dass "Handelsblatt". Die "New York Times" berichtet, dass Bundesfinanzminister Olaf Scholz in jüngster Zeit oft in Frankfurt am Main zu Gast war und damit Medienspekulationen angeheizt hätte, dass er zurzeit als eine Art "Heiratsvermittler" fungiere.

Kritik an einer möglichen Fusion kommt von Sascha Steffen, Professor an der Frankfurt School of Finance and Management. Die Politik riskiere ein Monster zu schaffen, das sich letztendlich als kostspielig für den Steuerzahler erweisen könnte, so Steffen. In einer Krise hätte die Bundesregierung kaum eine andere Wahl, als die größte Bank des Landes zu retten.

"Sie würden 'too big to fail' werden", meinte der Professor. "Das ist keine gute Idee", so Steffen. Besser wäre es, wenn die Bundesregierung deutsche Unternehmen ermutigen würde, ihre Abhängigkeit von Bankkrediten durch die Ausgabe von Unternehmensanleihen zu verringern, wie es in den Staaten üblich ist, erläurtert der Wirtschaftswissenschaftler.

Einige andere Aktionäre, die nicht im Lager der Fusions-Fans sind, befürworten Bankenfusionen auf europäischer Ebene. Das sei besser für beide Geldhäuser, weil somit die Wachstumschancen stärker als die Einsparmöglichkeiten betont werden.

Quellen:

Handelsblatt

The New York Times

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