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„Durch viele Gespräche haben wir verstanden, wie Investoren ticken“ – Interview mit Hylea-Manager Oliver Schneider

Nachrichtenquelle: Anleihen Finder
07.03.2019, 12:16  |  703   |   |   


Die Hylea Group S.A., ein Produzent und Exporteur von Paranüssen und weiteren Bio-Produkten aus dem bolivianischen Regenwald, konnte kürzlich ihre erste Unternehmensanleihe (ISIN: DE000A19S801) mit einem Gesamtvolumen von insgesamt 20 Millionen Euro vollständig bei institutionellen Investoren platzieren. Wir haben mit Oliver Schneider, Investor Relations-Manager der Hylea Group, über Kapitalmarktansprache, Anleihen-Platzierung, Nachhaltigkeit sowie die weiteren Vorhaben der Hylea Group gesprochen.

Anleihen Finder: Hallo Herr Schneider, die Hylea Group S.A. hat unlängst ihre erste Unternehmensanleihe mit einem Volumen von insgesamt 20 Millionen Euro vollständig platziert. Wie werten Sie das Ergebnis?

Oliver Schneider, Hylea Group

Oliver Schneider: Die vollständige Platzierung unserer Anleihe macht uns natürlich stolz. Sie zeigt uns aber auch, dass unsere Investoren verstanden haben, dass sie neben den Zinsen in Höhe von 7,25% p.a. auch aktiv den Umweltschutz und soziales Engagement für die indigene Bevölkerung unterstützen, da dies integrale Bestandteile der Investition sind. Es ist ein gutes Gefühl, mit unserer Anleihen-Platzierung Ökonomie und Ökologie so sinnvoll miteinander verbunden zu haben.

Anleihen Finder: Was nehmen Sie für sich und Ihr Unternehmen aus der Erst-Emission einer Unternehmensanleihe und den Gesprächen mit institutionellen Investoren mit?

Oliver Schneider: Unsere ersten Investorengespräche waren von der anfänglichen Skepsis geprägt, ob ein solches Angebot in einem Nischenmarkt am Kapitalmarkt seine Abnehmer findet. Unser Optimismus – bezogen auf eine Vollplatzierung – wurde anfänglich nicht von allen Marktteilnehmern geteilt und das ist noch vorsichtig ausgedrückt. So war es anfänglich schwierig, mit institutionellen Investoren ins Gespräch zukommen.

„Haben eine gewaltige Lernkurve genommen“

Mit der KFM Deutsche Mittelstand AG, einem Spezialisten für Mittelstandsanleihen am deutschen Kapitalmarkt, als Lead-Investor ist es uns allerdings gelungen, das „Eis“ zu brechen. Wir konnten und mussten im Laufe eines Jahres eine gewaltige „Lernkurve“ absolvieren. Viele Investorengespräche haben uns geholfen zu verstehen, wie Investoren „ticken“ und was wir in der Darstellung unseres Angebotes anpassen müssen, um erfolgreich platzieren zu können. Für diese gesammelten Erfahrungen und Rückmeldungen bin ich sehr dankbar.

Anleihen Finder: Welche Faktoren würden Sie rückwirkend als entscheidend für die erfolgreiche Anleihen-Platzierung bezeichnen?

Oliver Schneider: Wir haben bei der imug Rating GmbH ein Nachhaltigkeitsgutachten beauftragt. Das für uns erstellte Gutachten bescheinigte der Hylea einen sehr starken Nachhaltigkeitsimpact. Mit dieser Basis und unserer Historie von 100 Jahren Erfahrung im Paranussgeschäft der Hylea stieg auch unser Platzierungserfolg. Natürlich hat auch unsere 2015 begonnene Zusammenarbeit mit dem WWF in einem gemeinsamen Projekt in Bolivien überzeugt.

Weiterhin hat auch die positive Berichterstattung über das KFM-Barometer (4 Sterne Bewertung) und unsere kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit geholfen, mit weiteren institutionellen Investoren ins Gespräch und schließlich ins Geschäft zu kommen. Es war in der Summe also das Zusammenspiel vieler Faktoren, die den Erfolg ausgemacht haben.

Anleihen Finder: Hylea ist ein Produzent und Exporteur von Paranüssen und weiteren Bio-Produkten in Bolivien. Wofür genau werden die eingesammelten Emissionsmittel jetzt verwendet?

Oliver Schneider: Mit den Geldern aus der Unternehmensanleihe wurde die Basis geschaffen, den Rohwaren-Aufkauf von Paranüssen entsprechend unserer Planung zu vergrößern, den Ausbau von Wild- und Plantagenkakao sowie den Ausbau der Flächen von Chia-Samen – allesamt in Bio-Qualität – entsprechend zu erweitern. Es wurden weiterhin Investitionen in die Infrastruktur und in die Produktion sowie die Distribution unserer Bio-Paranüsse und anderer Spezialitäten aus dem Amazonasbecken getätigt.

Anleihen Finder: Nach der Platzierung geht die eigentliche Kapitalmarkt-Arbeit erst richtig los. Wie werden Sie sich jetzt um Ihre Investoren „kümmern“?

„Halbjahreszahlen jedes Jahr im August und Februar“

Oliver Schneider: Mit Ihrer Aussage, dass es jetzt erst richtig losgeht, haben Sie völlig Recht. Wir werden auch weiterhin über alle wichtigen Ereignisse regelmäßig informieren und diese veröffentlichen. Gemeinsam mit unseren Investoren, die uns Ihr Vertrauen geschenkt haben, teilen wir deren Anspruch auf Transparenz und offene Kommunikation. Für die Hylea hat die Arbeit ja nun erst begonnen. Im August und Februar eines Jahres werden wir zukünftig unsere Halbjahreszahlen veröffentlichen und auch über die wichtige Arbeit und Entwicklung in der Distribution der Hylea Foods AG berichten.

Anleihen Finder: Kommen wir zum operativen Geschäft – die Paranussernte im bolivianischen Regenwald ist stets mit klimatischen Unwägbarkeiten verbunden: Hylea war im letzten Jahr insofern davon betroffen, als das sich die geplante Fabrikfertigstellung verzögerte und so  die geplanten Mehr-Einnahmen durch die Fabrik in dieses Jahr verschoben werden mussten. Derzeit läuft die Ernte auf Hochtouren. Wie entwickelt sich voraussichtlich das Jahr 2019?

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Blei


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