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Gegenwind Bankenaufseher bei Deutsche Bank und Commerzbank im Kampfmodus

08.04.2019, 11:20  |  13775   |   |   

Europäische und deutsche Bankenaufseher melden sich mit teils markigen Ansagen in Richtung möglicher Fusion von Deutsche Bank und Commerzbank.

Thorsten Pötzsch, Exekutivdirektor der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), sagte in einem Interview mit Journalisten der "Börsen-Zeitung": "Größe allein ist kein Abwicklungshindernis". Pötzsch nannte dabei keine Namen von einzelnen Banken. Aber die Richtung, in die sich sein Statement bewegt, dürfte klar sein.

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Die Bafin habe bereits in mindestens einem Fall bewirkt, dass eine Bank ihre Struktur anpasst, um Anforderungen der Abwicklungsfähigkeit zu entsprechen. Solche Anpassungen könnten auf weitere Banken zukommen. "Das ist ein zentrales Thema für die nächsten Jahre", meinte Pötzsch.

Laut dem Bafin-Direktor müsse jedes Bankinstitut liquidierbar sein. Allein die Existenz entsprechender Abwicklungsregime sorge für Selbstkontrolle. "Regularien der Abwicklung erzeugen Marktdisziplin. Sie brauchen, wenn Sie eine geladene Waffe auf dem Tisch haben, diese nicht unbedingt zu benutzen", so Thorsten Pötzsch, der innerhalb der Bafin auch für Geldwäscheprävention zuständig ist.

"Robuster Aufsichtsansatz"

Der "Anhänger eines robusten Aufsichtsansatzes", wie ihn die "Börsen-Zeitung" betitelt, meinte zum Thema Geldwäschebekämpfung, dass die Bafin Banken, bei denen Defizite in der Geldwäschebekämpfung festgestellt werden, "mit dem gesamten Instrumentenkasten zu Leibe rücken würde, den die Aufsicht zu bieten hat". Er werde nicht zögern, bei etwaigen Verfehlungen Sonderbeauftragte in Finanzinstitute zu schicken, wie erstmals bei der Deutschen Bank geschehen, oder Kapitalaufschläge zu verhängen, kündigt Pötzsch an.

Unterdessen wollen "Handelsblatt"-Journalisten erfahren haben, dass "europäische Bankenaufseher an eine mögliche Fusion zwischen Deutsche Bank und Commerzbank strenge Maßstäbe anlegen wollen". Die Aufseher forderten einen genauen Plan für den Personalabbau, um prüfen zu können, ob sich der Zusammenschluss betriebswirtschaftlich rechne, so das "Handelsblatt", das sich auf "mit dem Sachverhalt vertraute Personen" beruft. "Es wird nicht ausreichen, der Aufsicht Fusionspläne einzureichen, in denen steht, man will die Kosten um eine bestimmte Summe senken", so einer der Informanten.

"Die Synergien müssen letztlich so groß sein, dass sie das hohe Exekutionsrisiko einer solchen Fusion rechtfertigen", werden "europäische Aufsichtskreise" zitiert. Das gelte umso mehr, da es nicht leicht sei, einen groß angelegten Stellenabbau zu rechtfertigen, wenn es kein absolut überzeugendes Geschäftsszenario für ein fusioniertes Institut gebe.

Quellen:

Börsen-Zeitung

Handelsblatt

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