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Interview Jannes Lorenzen: "Besser als die Nettorendite von 80% aller Anleger und Fondsmanager"

05.07.2019, 07:00  |  13399   |   |   

Im Interview mit der wallstreet:online-Redaktion verrät Jannes Lorenzen, auch bekannt als "Aktienrebell", seine Börsenstrategien, wie er die meisten Fondsmanager und Börsengurus renditetechnisch geschlagen hat und welchen Analysten er aufmerksam zuhört.

wallstreet:online: Herr Lorenzen, mit Verlaub, als junger "Aktienrebell" lehnen Sie sich auf den ersten Blick weit aus dem Fenster. Sie kritisieren die Finanzindustrie, vor allem die Zunft der Berater. In einem Ihrer Newsletter heißt es sinngemäß, wer sich etwas von seinem Finanzberater der Bank verkaufen lasse, ginge ein reines Glückspiel ein, ob die Aktie nun gut oder schlecht sei. Es sei reiner Zufall, ob man nun einen Treffer oder eine Niete gezogen habe. Könnten Sie uns Ihre These bitte anschaulich begründen?

Jannes Lorenzen: Die Kritik der Finanzindustrie beruht auf unzähligen Untersuchungen, Statistiken und wissenschaftlichen Studien, die dies belegen. Privatanleger werden oft unzureichend über Risiken aufgeklärt, Beratungsgespräche sind eher Verkaufsgespräche, zu hohe Kosten vernichten jede Renditechance und das Wissen, das notwendig ist, um dauerhaft erfolgreich anzulegen, wird nicht vermittelt. Gerade die Empfehlung einzelner Aktien ist hochriskant: Nach einer Untersuchung von J.P. Morgan performen etwa zwei Drittel aller Aktien schlechter als der jeweilige Vergleichsindex. Wie mittlerweile zahlreiche andere Untersuchungen zeigen, schafft es auch ein Großteil der Experten nicht Aktien auszuwählen, die überdurchschnittlich gut abschneiden - und wenn, dann nur im Durchschnitt über sehr viele Aktien, nicht bei einer einzigen.

wallstreet:online: Als eine Art Gegengift zu den Bankberatern empfehlen Sie, Wissen aufzubauen. Wie fängt man damit an, nach welchem Lehrplan geht man vor und was soll man nach einem Jahr draufhaben, um unabhängig von Bankberatern zu sein?

Jannes Lorenzen: Wissen hilft nicht nur dem eigenen Anlageerfolg. Ebenso ist es nur durch eigenes Wissen möglich, die Ratschläge von Bankberatern einordnen und kritisch hinterfragen zu können. Es gibt mittlerweile zahlreiche Wege zur Weiterbildung, sowohl kostenlos als auch kostenpflichtig, sei es durch Blogs, Videos, Bücher, wissenschaftliche Studien oder durch Ratschläge von erfolgreichen Investoren, die nach Möglichkeit nicht den typischen Interessenskonflikten von Beratern oder Fondsmanagern unterliegen. Dazu hilft immer eine wissenschaftlich fundierte Ausgangsbasis und ein kritischer Blick, da nicht alles, was im ersten Moment logisch klingt, auch langfristig funktioniert.

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