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IAA in Frankfurt: Die deutsche Autoindustrie steht im Stau

Gastautor: Robert Halver
11.09.2019, 08:02  |  1955   |   |   

IAA in Frankfurt: Die deutsche Autoindustrie steht im Stau  

In den 90er Jahren war ich Autoanalyst. Etwas Größeres gab es für mich nicht, durfte ich doch die bedeutendste Branche Deutschlands begutachten. Während damals deutsche Autos Kultstatus besaßen, bauten andere nur Fortbewegungsmittel oder wie von vielen böse formuliert „Reiskocher“. Und wie auf dem Petersburger Pferdemarkt zur Zarenzeit war man gezwungen, auf der IAA in Frankfurt präsent zu sein. Ansonsten gehörte man nicht zur Automotive Community. Auch die privaten Besucher rissen sich früher um Eintrittskarten wie heute um die neuesten Produkte von Apple. Bemerkenswert, wie sich die (deutsche) Automobilbranche mittlerweile gewandelt hat.

So sieht Auto-Krise aus

Auf der IAA 2019 fehlen viele Große, Toyota, Renault oder Fiat Chrysler. Ebenso haben die emotionalen Marken Ferrari, Bentley, Maserati, Lotus und Aston Martin die Ausfahrt zur Automesse verpasst. Zunächst haben Dieselskandal, Handelskrieg und Weltwirtschaftsabschwung die Auto-Lust zwangsgebremst. Während die Gesamtbranche in die Rezession gefallen ist, muss man Rückgänge deutscher Autobauer in Amerika und China um mehr als 20 Prozent sogar als Depression bezeichnen. Und das Ende der Sackgasse ist noch nicht abzusehen.

Daneben werden Statussymbol, Freiheit oder Selbstverwirklichung immer weniger mit dem Auto verbunden. Ein ähnlicher Demonstrationseffekt lässt sich alternativ mit einem teuren Smartphone erreichen. Und in Großstädten hat man keine Lust mehr auf das Glücksspiel „Wer findet einen Parkplatz“.  

Mit immer mehr Rabattschlachten versuchen die Autohersteller dagegen anzustinken. Die Konsequenz jedoch sind deutlich getrimmte Gewinnerwartungen. Auch die Dieselskandale werden noch viel Geld kosten.

Die deutsche Hassliebe zu E-Autos oder die Frage, ob der Strom reicht

Dabei wird gerade jetzt dringend Geld gebraucht. Die Verschärfungen der weltweiten Abgasgrenzwerte und die bei E-Autos vorgepreschte Konkurrenz erfordern drastische Investitionen: Allein bei VW über 40 Mrd. Euro. Als Massenmarktproduzent hat kein deutscher Autobauer mehr Konkurrenz aus Asien/China, aber auch aus Europa zu befürchten. In diesem Segment ist die Liebe nun einmal flüchtiger als im Premiumsegment. Volkswagen ist regelrecht gezwungen, mit dem E-Auto ID.3 so erfolgreich zu sein wie früher mit Käfer und Golf.

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Die IAA ist nicht die einzige Messe, die Frankfurt an die Wand fährt. Früher war die Musikmesse Frankfurt die größte Messe der Welt und Pflichttermin. Heute präsentieren deutsche Hersteller eher in USA/Anaheim ihre Produkte.
Ich weiß nicht, welche Abteilung im Frankfurter Stadtrat für Messen zuständig ist, aber diese unfähigen Personen gehören ausgetauscht.

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