Crash-Warnung Blase am grünen Finanzmarkt: Stehen die Börsen vor einem neuen Crash? - Das sagen Experten

16.12.2019, 14:30  |  9079   |   |   

Anleger achten bei der Geldanlage vermehrt auf ökologische und soziale Aspekte sowie auf eine gute Unternehmensführung (ESG-Kriterien). Ein deutscher Vermögensverwalter warnt nun aber vor einer Nachhaltigkeits-Blase am Finanzmarkt. Panikmache oder gerechtfertigte Warnung? Das sagen Experten für nachhaltige Geldanlagen.

Der Kölner Vermögensverwalter Bert Flossbach von Flossbach & Storch warnt vor einer 'grünen Spekulationsblase'. Gegenüber dem Handelsblatt erklärte er: „Wenn wirtschaftlich nicht nachhaltige, aber ESG-konforme Anlagen in Bonds oder Ökozertifikate verpackt und in großem Stil unters Volk gebracht werden, könnte es zu einer ESG-Krise kommen; politisch gewollt, von Ratingagenturen abgesegnet, geschickt verpackt und clever verkauft.“

Klaus Gabriel, Geschäftsführer bei CRIC e.V., einem Verein zur Förderung von Ethik und Nachhaltigkeit bei der Geldanlage, kritisiert die Aussage von Flossbach. Exklusiv gegenüber wallstreet:online erklärte der Experte für nachhaltige Geldanlagen: „Zu einer solchen Einschätzung kann man nur kommen, wenn man das Prinzip nachhaltiger Geldanlage nicht verstanden hat. Nachhaltigkeit bedeutet ja explizit auch die Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit von sozial verantwortlichen und ökologisch zukunftsfähigen Projekten und Prozessen. Allerdings liegt es schon beim Gesetzgeber, die Rahmenbedingungen für Unternehmensaktivitäten festzulegen. So wie der Gesetzgeber Sklaverei verbietet, kann er auch bestimmten klimaschädigenden Aktivitäten einen Riegel vorschieben. Kreative Unternehmen schaffen es, unter solchen Rahmenbedingungen gewinnorientiert zu arbeiten. Die, die das nicht schaffen, werden durch andere ersetzt.“

Volker Weber, Vorstandsvorsitzender des Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), glaubt ebenfalls nicht an eine 'grüne Spekulationsblase'. Exklusiv gegenüber wallstreet:online erklärte er: „Die Gefahr einer Nachhaltigkeitsblase im Finanzmarkt schätzte ich als sehr gering ein. Denn wir stehen aktuell erst am Anfang zum Mainstream-Markt. Der Anteil nachhaltiger Anlagen am Finanzmarkt liegt [in Deutschland] gerade mal bei ca. fünf Prozent. Natürlich muss die Qualität der Analysen im ESG-Bereich stetig verbessert und die Messung von ESG-Kriterien weiter ausgeweitet werden. Die erfahrenen nachhaltigen Assetmanager haben hier bereits sehr leistungsfähige Systeme installiert. Das FNG-Siegel trägt dazu bei, gerade die Prozesse zu verbessern und damit auch bessere Investmententscheidungen für langfristig stetige finanzielle Renditen zu treffen.“

Nachhaltige Geldanlagen sind ein globaler Megatrend: Assets im Wert von 30,7 Billionen US-Dollar waren Anfang 2018 weltweit (Europa, USA, Kanada, Japan, Australien und Neuseeland) nachhaltig angelegt, so die Global Sustainable Investment Alliance (GSIA). Dies entspräche einem Zuwachs des Anlagevolumens von 34 Prozent innerhalb von nur zwei Jahren, so der Interessenverband. Als nachhaltige Anlagestrategien wurden Ausschluss- und Positivkriterien, der Best-in-Class-Ansatz, normbasiertes Screening, nachhaltige Themenfonds, ESG-Integration sowie Engagement/Stimmrechtsausübung von Aktionären gewertet.

Grundsätzlich müssen nachhaltige Geldanlagen keinen Renditeverlust bedeuten. Im Gegenteil: Der UBS ETF MSCI World Socially Responsible UCITS ETF A, ein Indexfonds, der Investments in Alkohol, Tabak, Waffen und Pornographie ausschließt, gewann innerhalb von fünf Jahren mehr als 54 Prozent hinzu. Der MSCI World Index erzielte im selben Zeitraum nur ein Plus von rund 40 Prozent.

Autor: Ferdinand Hammer



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