Renditepotenziale Katalysator Corona-Pandemie

09.04.2020, 13:00  |  20465   |   |   

Der Wettlauf um Medikamente und Impfstoffe gegen das Coronavirus rückt die Biotechbranche wieder auf den Radar der Investoren. Zahlreiche neue Technologien und Therapieansätze bieten aber jenseits von COVID-19 das größere Renditepotenzial.

Der Kampf gegen die gesundheitlichen und ökonomischen Verwerfungen der Coronavirus-Pandemie verläuft an mehreren Fronten und in verschiedenen Phasen. Flächendeckende systematische diagnostische Schnelltests sollen zuerst helfen, den Verlauf und die Verbreitung des Virus besser zu verstehen. Zugleich verschaffen sie einen Überblick, welche Bevölkerungsteile eine erste Immunität gegen das Virus aufgebaut haben. Beide Faktoren sind entscheidend, wenn es darum geht, eine wahrscheinliche zweite Infektionswelle in den Griff zu bekommen, ohne wieder auf Social Distancing oder Lock Downs zurückgreifen zu müssen.

Zeitgleich werden bereits für andere Krankheiten zugelassene Medikamente auf ihre Wirksamkeit als Akutbehandlung klinisch getestet. Antivirale Therapien haben zum Ziel, den Replikationsprozess der Coronaviren in Körperzellen zu unterbinden und auf diese Weise den Krankheitsverlauf abzumildern. Mit großer Spannung werden die zulassungsrelevanten klinischen Daten des Wirkstoffs Remdesivir erwartet, den Gilead Sciences entwickelt. Die Studienergebnisse aus China sollen in diesen Tagen vorliegen. Spätestens für Mai werden die Resultate von kontrollierten Studien aus den USA folgen. Die passive Immunisierung über rekombinant produzierte Antikörper ist ein anderer Ansatz, um die Viren zu neutralisieren. Regeneron Pharma und Vir Biotechnology zählen hier zu den Pionieren, werden aber erst im Sommer mit den klinischen Studien beginnen.

Langfristigen Schutz vor einer Infektion mit Covid-19 gewährleistet nur die aktive Immunisierung. Dementsprechend lang ist die Liste der Unternehmen, die gerade Impfstoffe entwickeln. Die Zulassung der ersten Vakzine, die auf der Grundlage von klassischen Verfahren entwickelt werden, ist frühestens in 12 bis 18 Monaten zu erwarten. Schneller könnten es dagegen neuartige mRNA-basierte Impfstoffe schaffen. Das von der US-Biotechfirma Moderna entwickelte Verfahren zielt darauf ab, gesunden Menschen Boten-RNA zu injizieren, die ausgewählte virale Proteine produziert und damit eine Immunantwort auf diese Virenproteine auslöst. Moderna hat hier einen zeitlichen Vorsprung gegenüber den Biotechfirmen CureVac, BionTech und Translate Bio, deren Hoffnungsträger noch im präklinischen Entwicklungsstadium sind.

Moderna hat im März mit den ersten klinischen Studien begonnen. Bilden die Probanden Antikörper gegen das Coronavirus, kann im Sommer eine breiter angelegte Wirksamkeitsstudie folgen. Im Idealfall liegen bereits im vierten Quartal dieses Jahres positive Ergebnisse vor und bilden dann die Grundlage für eine schnelle Zulassung. Um die Zeitachse für das Verfahren zu verkürzen, muss die US-Zulassungsbehörde FDA wohl auf bestimmte regulatorische Kriterien verzichten, zum Beispiel den Vergleich des Infektionsverlaufs bei Geimpften und Ungeimpften. Bei einer derartig zeitnahen Zulassung könnten Risikogruppen im Falle einer zweiten Infektionswelle noch zum Jahresende geimpft werden. Um für ein solches Szenario gewappnet zu sein, hat Moderna frühzeitig seine Produktionskapazitäten hochgefahren. Die Firma ist in der Lage, auf Sicht der nächsten 12 Monate 100 Millionen Dosen zu liefern.

Für die Biotechbranche ist die COVID-Pandemie in psychologischer Hinsicht eine große Chance. Schafft sie es, bei der Bekämpfung des Coronavirus eine Schlüsselrolle einzunehmen, wird sie in der öffentlichen Meinung als Akteur wahrgenommen, der in Krisensituationen Lösungen anbietet und nicht nur auf Gewinnmaximierung aus ist. Nachhaltig profitable Geschäftsmodelle lassen sich nach unserer Einschätzung mit Coronavirus-Therapien aber nicht erzielen. Wegen des gesellschaftlichen und politischen Drucks müssen die Firmen ihre Produkte mehr oder weniger zu Herstellungskosten verkaufen. Aus der Perspektive von Investoren liefert COVID-19 deshalb nur ein überschaubares Renditepotenzial.

Das Portfolio-Team von BB Biotech hält dagegen an seiner Anlagestrategie fest, langfristig bahnbrechende therapeutische Ansätze frühzeitig zu entdecken. Der Schwerpunkt liegt dabei auf kleineren und mittelgrossen Firmen, die mit ihren Produkten vor dem klinischen und kommerziellen Durchbruch stehen. Zu den Technologien, welche die Medikamentenentwicklung langfristig prägen werden, zählen wir aktuell die Gentherapien und RNA-Therapien. Allein fünf unserer Portfolio-Beteiligungen sind in den RNA-basierten Therapien unterwegs. Dazu zählt Moderna.

Die ersten Positionen gingen wir 2018 vor dem Börsengang ein, nachdem wir uns vom Erfolg der mRNA-Plattform von Moderna als Ganzes überzeugt hatten. Unsere Kernbeteiligung Vertex Pharma ist wiederum ein Paradebeispiel für eine Erfolgsgeschichte, die wir langfristig begleiten. Erste Positionen bauten wir 2005 auf, als die Gesellschaft vor allem an Therapien zur Behandlung von Hepatitis C forschte. Heute erzielt Vertex Milliardeneinnahmen mit vier zugelassenen Arzneien gegen zystische Fibrose, eine erblich bedingte schwere Lungenerkrankung mit langfristig tödlichem Ausgang.

Durch die kräftige Märzkorrektur hat sich die schon zuvor historisch günstige Bewertung des Biotechsektors weiter verbilligt. Über das auf bis zu 35 Titel gestreute Beteiligungsportfolio von BB Biotech können Anleger am Wachstumspotenzial der gesamten Branche mitverdienen, ohne das Risiko von Einzelinvestments eingehen zu müssen. Zum attraktiven Risiko-Rendite-Profil kommt eine attraktive Dividendenrendite von 5%, die auch in den nächsten Jahren beibehalten werden soll.

Autor: Daniel Koller, Head Portfolio Team BB Biotech



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