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Interview mit CEO Nicky Maan Spectrum Markets: Krypto-Derivate rund um die Uhr handeln

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Über Spectrum Markets können Finanzinstitute ihren Privatkunden europaweit den börslichen Handel mit verbrieften Derivaten auf Kryptowährungen rund um die Uhr anbieten. Im Interview erklärt CEO Nicky Maan die Details.

Was unterscheidet Ihr Angebot von anderen Handelsplätzen wie der Börse Stuttgart?

Nicky Maan: Digital Assets haben für Spectrum Markets von Anfang an eine wichtige Rolle gespielt. Der Aufbau unserer technischen Architektur, das Design des Handelssystems, die Prozesslandschaft über den gesamten Handelslebenszyklus sowie die Auswahl der Betriebsmodelle im Hinblick auf die regulatorische Kategorisierung haben wir unter Vorwegnahme einer zunehmend digitalen und Privatanleger-orientierten Trading-Landschaft gewählt. Es war klar, dass dies den Handel mit digitalen Vermögenswerten selbst, die Nachfrage nach dem Handel mit Aktien von Unternehmen, die im digitalen Bereich tätig sind sowie die Art und Weise, wie die Digitalisierung die gesamte Infrastruktur des Handels mit den dazugehörigen nachgelagerten Prozessen verändern wird, beinhalten würde.

Da wir die Digitalisierung als iterativen Prozess, als wasserfallartige Aneinanderreihung von Entwicklungsschritten betrachten, ist es uns wichtig, alle unsere Produkte und Dienstleistungen in unser Grundkonzept zu integrieren. D.h., über Spectrum Markets können Finanzinstitute ihren Privatkunden europaweit jetzt auch den börslichen Handel mit verbrieften Derivaten auf Kryptowährungen rund um die Uhr anbieten.

Der Blockchain-basierte Handel kennt naturgemäß keine festen Handelszeiten. Wenn also eine permanent gehandelte Kryptowährung den Basiswert für ein Derivat darstellt, macht es wenig Sinn, wenn der Handel mit dem Derivat selbst innerhalb begrenzter Öffnungszeiten eines Handelsplatzes eingeschränkt wird. Die Möglichkeit, einen Turbo-Optionsschein unterbrechungsfrei auf einen ebenfalls ohne Unterbrechung gehandelten Basiswert zu handeln, reduziert das Gap-Risiko deutlich, erhöht das Ertragspotenzial und ist einmal mehr einzigartig in Europa.

Werden Privatanleger davon Gebrauch machen, warum sind Sie davon überzeugt? Welche Volumen erwarten Sie?

Nicky Maan: Die Nachfrage nach Krypto-Trading ist enorm und wird voraussichtlich in den nächsten Jahren stetig wachsen. Dementsprechend erwarten wir, dass der Anteil der digitalen Assets am Handel steigen wird, wobei Kryptowährungen hier die Pole-Position halten werden. Wie aktuelle Statistiken zeigen, gibt es derzeit mehr als 10.000 Kryptowährungen auf dem Markt. Genau wie beim Handel mit verbrieften Derivaten, der auf traditionellen Basiswerten basiert, glauben wir jedoch, dass ein maßgeschneidertes Produktangebot für Privatanleger deutlich besser geeignet ist als ein Sammelsurium unzähliger Titel.

Als wir 2019 anfingen, waren wir nicht die ersten, die Turbo-Optionsscheine auf Indizes, Währungspaare oder Rohstoffderivate angeboten haben. Wir waren die Ersten, die ein Handelserlebnis geschaffen haben, das speziell auf die Bedürfnisse von Privatanlegern zugeschnitten ist. Über Spectrum wurde es Finanzinstituten ermöglicht, ihren Privatkunden regulierten, börslichen 24-Stunden-Handel zu günstigen Konditionen anzubieten – sowohl im Hinblick darauf, dass wir keine Transaktionsgebühren erheben, als auch im Hinblick auf die vielen innovativen Features, die die Liquidität und den Komfort erheblich steigern. Wir sind überzeugt, dass dieses Setup auch für Trader von Turbos auf Kryptowährungen attraktiv ist – und wahrscheinlich insbesondere für diese, da sie großen Wert auf die Möglichkeit legen, auf Marktbewegungen in anderen Zeitzonen zu reagieren.

Welchen Schutz bietet MiFID Privatanlegern beim Handel mit Krypto-Derivaten und warum sollten sie diesen Weg im Vergleich zu den bereits bestehenden außerbörslichen Handelsoptionen in Betracht ziehen?

Nicky Maan: Die Intransparenz im außerbörslichen Handel wirkt sich generell nachteilig im Hinblick auf die Preisbildung aus. Darüber hinaus gibt es im Krypto-Bereich viele Plattformen, die uns den Beweis ihrer operativen Resilienz sowie ihrer Fähigkeit, sich gegen betrügerische Aktivitäten zu wehren, noch schuldig sind. Obwohl deren Geschäfte in vielen Jurisdiktionen erlaubnispflichtig sind, unterliegen die meisten dieser Plattformen bei weitem nicht der gleichen aufsichtsrechtlichen Überprüfung wie etwa regulierte Handelsplätze, so wie unserer Handelsplatz.

Handelsplätze wie Spectrum Markets werden gemäß ihrer Verpflichtungen unter MiFID reguliert – es gibt strenge Anforderungen an die Transparenz des Orderbuchs, in Bezug auf die Handelsregeln, die IT-Resilienz, Notfallpläne, Mechanismen zur Verhinderung von Marktmissbrauch und vieles mehr. Gemeinsam zielen sie darauf ab, ein hohes Maß an Anlegerschutz, Finanzmarktstabilität und gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Betreiber von Handelsplätzen zu gewährleisten. Dabei kommen Finanzmarktstabilität und fairer Wettbewerb dem übergeordneten Ziel des Anlegerschutzes wiederum zugute. Unternehmen, die MiFID unterliegen, müssen sich zudem an klare Standards halten, wie sie ihre Produkte vermarkten, da prominente Risikowarnungen von zentraler Bedeutung sind. All dies fehlt beim OTC-Handel.

Wie ist die Ansicht der Regulierungsbehörde zu diesem Thema? Stehen Sie dazu in engem Austausch?

Nicky Maan: Mit Blick auf die auf unserer Plattform gehandelten Produkte stehen wir selbstverständlich in engem Austausch mit den Aufsichtsbehörden. Wir können nicht für diese sprechen, aber aus unserer Arbeit haben wir den Eindruck, dass europäische Regulierungsbehörden – obwohl sie Krypto-Angebote wachsam beobachten – weder Produkte ohne Grund verbieten, noch ignorieren, dass es mehr und weniger risikoaverse Anleger gibt noch wollen sie die Entwicklung neuer Technologien abwürgen.

Ein allgemeines, von der Anlageklasse unabhängiges Anliegen der Regulatoren, das sie selbst öffentlich formuliert haben, ist das sogenannte „Gamification of Trading“ – also ein Trading-on-the-go über mobile Endgeräte mit einem immer jüngeren und oft unerfahrenen Zielpublikum, das zudem anfällig für Beeinflussung durch soziale Medien ist und oft noch nicht in der Lage, die damit verbundenen Risiken angemessen zu berücksichtigen. Vor dem Hintergrund solcher Überlegungen – eine wachsende Nachfrage, aber auch die Notwendigkeit, diese Nachfrage verantwortungsbewusst zu bedienen – arbeiten wir mit der Aufsichtsbehörde zusammen, um strikte und verantwortungsvolle Rahmenbedingungen für den Retailmarkt sicherzustellen.

Eine weitere allgemeine Anmerkung ist, dass die europäische Gesetzgebung zur Finanzmarktregulierung meiner Beobachtung nach in den letzten Jahren darauf abgezielt hat, so viel Handelsvolumen und- aktivitäten wie möglich einem angemessenen Aufsichtsregime zu unterwerfen. Mit anderen Worten, hin zu regulierten Handelsplätzen. Dies ist wiederum unabhängig von der betreffenden Anlageklasse oder dem betreffenden Instrument, und es wäre nicht konsequent, den Kryptohandel von einem regulatorischen Regime auszunehmen, das ansonsten für die Gesamtheit traditioneller Finanzinstrumente gilt.

Wie sieht die Aufsicht der Überwachung von stark gehebelten Produkten in einer bereits volatilen Anlageklasse aus?

Nicky Maan: Was Sie bei Hebelprodukten mit oder ohne Knock-out beachten müssen, ist, dass Volatilität oder nicht marktkonsistente Schwankungen den Trader nicht beunruhigen. Was dieser benötigt, ist ein transparentes, liquides und möglichst ununterbrochenes 24-Stunden-Handelsumfeld, sowohl im Hinblick auf den sehr schnellen Ersatz von ausgeknockten Instrumenten als auch auf die Handelszeiten. Indem wir genau dieses Umfeld bereitstellen, ermöglichen wir es unseren angeschlossenen Partnern, dass sie ihren Tradern ermöglichen, von Bewertungsschwankungen des Referenz-Krypto-Assets zu profitieren, ohne direkt investieren zu müssen, und mit der Chance, überproportional an diesen Bewertungsschwankungen zu partizipieren.

Auch hier bedeutet das transparente und sichere Handelsumfeld eines regulierten Handelsplatzes, der darüber hinaus Handelsbedingungen im institutionellen Stil bietet, verschiedene Vorteile gegenüber dem aktiven direkten Handel mit Krypto-Assets. Dazu gehört auch die aufsichtsrechtliche Perspektive, denn im Gegensatz zum Handel von z. B. Bitcoin über eine der einschlägigen Krypto-Handelsplattformen unterliegt der Handel mit verbrieften Derivaten über ein multilaterales Handelssystem einem strengen und schützenden Regulierungsrahmen. Aus Sicht des Anlegerschutzes ist ein Umfeld vorzuziehen, indem die dem Handel inhärenten Risiken deutlich hervorgehoben werden und in dem alle Aspekte rund um das Wertpapier selbst und seine Ausführung weder unverständlich noch für den Privatanleger benachteiligend sind.

Was sind Ihre Pläne für den Krypto-Sektor? Welche Produkte kommen noch?

Nicky Maan: In Bezug auf eine potenzielle Geschäftsausweitung unterscheidet sich der Kryptosektor – wie auch der breiter gefasste Sektor der digitalen Assets insgesamt – nicht von anderen Marktbereichen, die wir analysieren. Das heißt, wir beginnen immer mit einem Kernangebot und beobachten die Benutzererfahrung, die Rahmenbedingungen für das Liquiditäts- und Risikomanagement und erweitern die Produktpalette dann schrittweise, wo dies sinnvoll erscheint. Dies steht klar und bewusst im Gegensatz zu einer Strategie, Kunden zu gewinnen, indem man die gesamte Palette von hunderten oder tausenden von Wertpapieren anbietet – da wir der Meinung sind, dass die Nachteile eines solchen Ansatzes die möglichen Vorteile bei weitem überwiegen würden.

Andererseits ist der Krypto-Bereich oder genauer gesagt das Potenzial der Distributed-Ledger-Technologie nicht auf den Handel mit Kryptowährungen beschränkt. Daher werden wir natürlich die Entwicklung der in dieser Branche tätigen Unternehmen sehr genau beobachten. Das Interessante an dieser Technologie ist jedoch, dass ihr Potenzial darüber hinausgeht, zusätzliche Anteile von Unternehmen direkt oder über verbriefte Derivate zu handeln. Sie hat das Potenzial, die gesamte Art und Weise zu beeinflussen, wie wir mit Aktien handeln, Kapital aufnehmen oder wie der gesamte Transaktionslebenszyklus technisch und damit auch prozessual gestaltet werden kann. Daher beobachten wir auch sehr genau, welche Möglichkeiten die neue Krypto-Regulierung für Handelsplatzbetreiber bietet.

Welchen Anteil sollen Kryptowerte im Vergleich zu Turbos auf Indizes, Währungen, Rohstoffe und Aktien ausmachen?

Nicky Maan: Als Handelsplatz streben wir keinen bestimmten Anteil des Volumens an, das ein Instrument gegenüber einem anderen oder dem Gesamtangebot ausmachen soll. Die Strategie, sich auf die wichtigsten, begehrtesten Titel innerhalb einer bestimmten Anlageklasse zu konzentrieren, hilft dem Privatanleger nicht nur, die Kontrolle über das Marktgeschehen zu behalten, sondern fördert auch die Liquidität innerhalb eines fokussierten Produktuniversums.

Und wir haben nicht das Ziel, diesen Ansatz zu ändern. Es ist aber auch wahr, dass trotz der jüngsten Marktentwicklungen und Bewertungen der Appetit der Anleger auf Engagements in dieser Anlageklasse nach wie vor immens ist. Abhängig von ihren jeweiligen Erwartungen sind Privatanleger auf Spectrum Markets entweder long oder short in Bitcoin und Ether gegangen und haben diese Basiswerte bereits zu einem der Spitzenreiter der täglich meistgehandelten Basiswerte gemacht. Wobei Bitcoin manchmal knapp hinter den sehr beliebten Basiswerten wie Brent oder Gold lag. Sollte diese Dynamik anhalten, wäre ich nicht überrascht, wenn der Anteil des Handelsumsatzes, den Kryptos im Laufe der nächsten Monate erreichen könnten, weiter steigen würde.


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Gastautor: IR-News
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