Kapitalvernichter
-99,5 Prozent: Diese Solar-Aktie ist bodenlos schlecht!
Es läuft auch in diesem Jahr nicht gut für Solar-Aktien, trotzdem gibt es große Unterschiede. Besonders schlecht läuft es für Maxeon Solar Technologies.

Anleger von Solar-Aktien haben in diesem Jahr nichts zu lachen. Die anhaltend hohe US-Inflation verzögert die erhoffte Zinswende immer weiter, gleichzeitig ist der Markt geprägt von Überkapazitäten.
Solar-Aktien stehen unter Druck
Die Lager der Groß- und Zwischenhändler sind zum Bersten voll mit Solarmodulen und -equipment, das sorgt für immer weiter fallende Preise – ein Umstand, der in diesem Jahr bereits die Aktie von Enphase Energy, SMA Solar und SolarEdge in die Knie gezwungen hat.
Im knallharten Preis- und Verdrängungswettbewerb haben aber auch die größten und volumenstärksten Hersteller, also selbst die mit den höchsten Skaleneffekten, zu kämpfen. In der Aktie von JinkoSolar steht ein Minus von über 40 Prozent zu Buche, bei Xinyi Solar sind es 20 Prozent.
Maxeon Solar Technologies: Schlechter geht es nicht!
Für niemanden läuft es allerding so schlecht, wie für Maxeon Solar Technologies. Seit dem Jahreswechsel haben die Anteile atemberaubende 96,5 Prozent an Wert verloren. Keine Aktie dürfte innerhalb der Solarbranche derzeit ein effektiverer Kapitalvernichter sein!









Namhafter Ankerinvestor
Das inzwischen in Singapur beheimatete Unternehmen ist 2020 als Spin-off aus SunPower hervorgegangen und fungiert seither als Zulieferer von Solarmodulen vor allem für die einstige Konzernmutter.
Ein wichtiger Anteilseigner ist außerdem TotalEnergies. Der französische Öl- und Energiekonzern hatte an seinen nach dem Spin-off erhaltenen Anteilen festgehalten und besitzt rund 14 Prozent aller Anteile, die aktuell aber fast nichts mehr wert sind.
-99,5 Prozent seit dem Allzeithoch
Sein Börsenleben hat das Papier mit rund 20 US-Dollar gestartet, inzwischen ist ein Anteil nur noch 0,25 US-Dollar wert – nahezu unvorstellbar erscheint angesichts dieser Tatsache das einstige Allzeithoch von über 50 US-Dollar. Dem gegenüber hat die Aktie inzwischen 99,5 Prozent an Wert verloren.
Ursache für diese Preiserosion ist der Umstand, dass dem Unternehmen nur ein einziges Mal ein Quartalsgewinn gelungen ist: Im vergangenen Frühling gelang Maxeon ein Nettogewinn von etwa 20 Millionen US-Dollar.
Eine Milliarde US-Dollar Verlust in 4 Jahren
Insgesamt hat das Solarunternehmen in den vergangenen vier Jahren aber fast eine Milliarde US-Dollar Verlust gemacht. Die Cash-Reserven sind aufgebraucht, dementsprechend wächst der Schuldenberg.
Hoffnung ist keine in Sicht, denn die Nettomarge lag in den vergangenen 5 Jahren im Mittel bei -25 Prozent. Damit dürfte das Unternehmen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon bald vom Markt verschwinden. Ein Käufer wird sich kaum finden – die Vermarktungsrechte und Patente könnten Interessenten nach einer Insolvenz für lau erwerben.
Unaufhaltsame Abwärtsspirale
Einen traurigen Höhepunkt erreichte die unaufhaltsame Misere des Unternehmens Ende Mai: Maxeon musste im Rahmen seines Quartalsberichtes einräumen, dass es "ernstzunehmende Cashflow-Probleme habe". Der Kurs brach von 3 auf 2 US-Dollar je Anteil ein.
Darüber hinaus ist das Unternehmen Ziel eines sogenannten Class Action Lawsuit, also einer Sammelklage, geworden. Es wird der Verdacht des Anlagebetrugs erhoben. Das ist an und für sich schon schwerwiegend genug, für einen langfristigen Rechtsstreit fehlt dem Unternehmen aber schlicht das Geld – hier dürften bald die Lichter ausgehen. Für immer.
Fazit: Profitabilität ist das A und O
In der Aktie noch investierte Anleger stehen vor dem Totalverlust. Zwar zeichnete sich das Papier in den vergangenen Tagen durch eine hohe Handelsaktivität aus, hier dürften aber vor allem Pennystock-Trader unterwegs sein, denn ein substanzieller Wert ist nicht mehr vorhanden.
Die einzige Hoffnung vieler Anleger, hier mit wenigstens etwas geringeren Verlusten herauszukommen, ist die überdurchschnittlich hohe Short-Quote von 34,6 Prozent. Selbst wenn sich die Aktie noch einmal vervielfachen sollte, dürften viele Anleger trotzdem von Verlusten im Bereich von 80 bis 90 Prozent betroffen sein.
Das Beispiel von Maxeon Solar Technologies ist eine eindringliche Warnung an Anleger, auf die finanzielle Gesundheit von Unternehmen zu achten. Das muss nicht immer ein wachsendes Geschäft, aber zumindest ein profitables sein – erst recht, wenn es sich um eine Branche handelt, die im Abschwung befindlich ist.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
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