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„Plunge Protection Team“ in Aktion Timing ist alles!

09.02.2008, 15:41  |  3947   |   |   
Nachdem schon der Januar der schlechteste Börsenmonat in der Börsengeschichte war, folgte nun eine ebenso enttäuschende Februarwoche, was mich nicht überrascht hat. Die bange Frage ist nun, ob der Markt alle denkbaren Risiken schon eingepreist hat oder ob das „dicke Ende noch kommt“. Ich hatte Sie zumindest in meinen letzten Kolumnen schon punktgenau seit Jahresbeginn auf das Szenario eingestimmt, das wir jetzt gerade haben. Welche Risiken könnten noch kommen, die zu weiteren Panikverkäufen und damit einem Crash in den nächsten Wochen führen könnten:

1. Mit großer Spannung warten alle Akteure auf das Rating der angeschlagenen Bondversicherer. Im Falle eines Downgrades von „AAA“ auf „AA“ könnte eine Lawine an den Finanzmärkten auslösen. MBIA hat sich am Freitag schon eine Kapitalspritze zu sehr schlechten Konditionen verschafft, was den Markt zunächst beruhigte. Die Deutsche Bank AG hat sich zwar in der Tat bisher sehr gut aus der Affäre gezogen - jedenfalls wesentlich besser als die UBS! - und wird sogar „auf dem Papier“ einen Rekordgewinn melden. Ob die Deutsche Bank AG aber nicht doch einige Immobilienleichen im Keller hat (wie in New York. Las Vegas oder England bei riskanten Immobilienfinanzierungen), bleibt abzuwarten. Zumindest hat auch Josef Ackermann betont, dass die Gefahrenlage bei den US-Bondversicherern noch nicht ausgestanden ist.

2. Eine weitere Gefahr ist, dass das „R-Wort“, das keiner im Finanzsektor mehr aussprechen will (darf), durch weitere schwache US-Konjunkturdaten in den nächsten Wochen bestätigt wird - sei es durch schwache Arbeitslosenzahlen, die unweigerlich kommen werden, sei es durch abnehmenden Konsum, sei es durch weitere Einbrüche bei Immobilienpreisen, sei es durch Insolvenzgefahren bei Banken oder sei es durch schwache Quartalszahlen bei den Unternehmen (wie bei Alcatel am Freitag), also den vielen neuralgischen Punkten der US-Wirtschaft. Am Dienstag wird Credit Suisse-Zahlen melden, die wie bei der Deutschen Bank AG gar nicht so schlecht sein sollen. Beachten Sie also weiterhin sehr sorgsam die nächsten US-Frühindikatoren. Es kann auch gut sein, dass aus dem 0,6%-BSP-Wachstum in den USA für das 4. Quartal 2007 in einigen Wochen nach den obligatorischen Nachbesserungen in einem Monat ein Minus wird: das wäre ein Schock für den Markt, da dann schon im 4Q07 die „R“ realiter begonnen hat. Da erst nach zwei Quartalen im Minus beim BSP offiziell von einer „R“ gesprochen werden darf, könnte dieses Eingeständnis, das keiner hören will, schon im April erfolgen. Die Börse wird zu Überreaktionen führen, sobald die „R“ bestätigt wird.
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