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Marktkommentar: Union: Der Brexit wird spürbar
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Marktkommentar Union: Der Brexit wird spürbar

Nachrichtenquelle: Asset Standard
18.07.2016, 09:57  |  921   |   |   

Am 23. Juni hat die Mehrheit der Briten für den Austritt Großbritanniens aus der EU gestimmt. Schon im Vorfeld der Abstimmung wurde vielfach vor den wirtschaftlichen Folgen eines Brexits gewarnt - und die werden bereits vor dem tatsächlichen Ausscheiden spürbar. So stuften Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit Großbritanniens herab, was Kredite für den britischen Staat verteuert. Zudem schätzen die Volkswirte von Union Investment, dass im nächsten Jahr das Wachstum in Großbritannien um knapp ein Drittel geringer ausfallen sollte als ohne die Austrittsentscheidung. Die finanziellen Verluste wären somit wesentlich größer als die Einsparungen, die Großbritannien als bisheriger Nettozahler durch den Austritt erzielen könnte. Und solange nicht klar ist, wie die Handelsbeziehungen zur EU nach dem Ausscheiden geregelt sind, werden sich vor allem ausländische Unternehmen mit Investitionen eher zurückhalten.

Der Finanzplatz London dürfte in jedem Fall unter Druck geraten. Für Banken und Versicherungen ist der Zugang zum europäischen Binnenmarkt entscheidend, hier machen sie wesentlich mehr Geschäfte als mit britischen Kunden. Viele Finanzinstitute dürften bereits über einen Umzug nachdenken. Als neue Standorte sind vor allem Frankfurt, Dublin, Paris und Luxemburg im Gespräch.

Auch auf politischer Ebene könnte der Brexit noch lange nachhallen. Die Nordiren und die Schotten haben mehrheitlich für einen Verbleib in der EU gestimmt. Eine erneute Abstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands ist zwar noch nicht in Sicht, dennoch werden Warnungen vor einem Auseinanderbrechen des Vereinigten Königreichs laut.

Doch der Brexit schadet nicht nur Großbritannien: Die EU verliert damit 13 Prozent ihrer Einwohner und 17 Prozent ihrer Wirtschaftskraft - und den drittgrößten Nettozahler. Die Vertrauenskrise, in der sich die EU seit Längerem befindet, hat sich durch die Brexit-Abstimmung noch verschärft. EU-Gegner in anderen Ländern könnten nun wieder Aufwind bekommen.

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