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Es wird ein heißer Herbst Liegt Janet Yellen wirklich richtig?

13.07.2017, 10:21  |  13869   |   |   

Janet Yellen ist für die Finanzmärkte das, was Angela Merkel für die Europäische Union ist: Eine Power-Frau. Seit Donald Trump die USA in eine neue Zeit führt, muss Yellen die Zügel fest in den Händen halten und mit strategischen Manövern ihr Terrain verteidigen. 

Janet Yellen gab gestern bekannt, dass die Federal Reserve ihren Kurs der graduellen Zinserhöhungen fortsetzen wird. Unklar ist jedoch, wann die nächste Anhebung des Leitzins wirklich kommen wird. Ebenfalls bleibt noch abzuwarten, wann die Federal Reserve nun wirklich mit dem Abbau ihrer aufgeblähten Bilanz beginnt - man will zu einem Portfolio zurückkehren, dass nur Staatsanleihen umfasst. Bis 2022 könnte wieder ein normales Niveau erreicht sein, so Yellens gestrige Aussage. 

Ein Abbau der Bilanzsumme wäre ein wichtiges Signal an die US-Wirtschaft, denn damit würde sich die Fed von der Krisenpolitik verabschieden und ihre Einschätzung der Wirtschaftslage untermauern. Yellen hält die US-Wirtschaft für robust und die Konjunktur für nachhhaltig. Im zweiten Quartal seien die Konsumausgaben deutlich gestiegen und auch die Unternehmens-Investitionen haben wieder zugenommen. Die Arbeitslosenquote soll sich bei 4,3 Prozent einpendeln, womit de facto Vollbeschäftigung herrschen müsste.

Janet Yellen gab jedoch auch ein eindeutiges Signal dahingehend, dass der Leitzins nicht wieder auf Höhen klettern werde, die in der Vergangenheit für normal angesehen wurden. Auf die Frage, ob auch Sparer mit einer Anhebung der Zinsen auf ihre Einlagen rechnen können, antwortet Yellen positiv. Nach der Rede von Yellen wurde das "Beige Book" veröffentlicht, was die regionale Wirtschaftsentwicklung der USA beschreibt. Die Darstellung entspricht denen von Yellen, wobei in einigen Regionen die Nachfrage nach Autos zurückgeht und damit die Konsumausgaben derzeit sinken("NZZ").

Reaktionen der Börsen

Nach der Rede von Yellen ging der Dow Jones Industrial auf ein Rekordhoch von 21.580 Punkten - zuletzt stand ein Plus von 0,68 Prozent auf 21.554 Punkte. Der marktbreite S&P 500 legte um 0,73 Prozent zu und kletterte auf 2,443 Punkte und der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 setzte seine jüngste Erholung fort und zog um 1,21 Prozent auf 5.778 Punkte an, siehe hier

In Tokio ging der Nikkei-Index auf 20.129 Punkte (+0,2 Prozent) und der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans steig um 1,1 Prozent. 

Nach der Yellen-Rede baute der Dax seine Gewinne aus. Der Widerstand von 12.500 Punkte wurde überwunden und somit ist erneut die Rally in Richtung 13.000 Punkte eröffnet. Der gestrige Handelstag wurde bei 12.626 Punkten beendet. Der MDax gewann 0,99 Prozent und dre TecDax steig um 1,72 Prozent. Der Eurokurs fiel nach Yellen auf zuletzt 1,1441 US-Dollar, nachdem er am Vorabend noch kräftig zulegt hatte.

Nach den Ausfürhungen von Janet Yellen ging die Schweizer Börse über die psychologisch wichtige Marke mit 9.016 Punkten. 

Ausblick - Crash im Herbst...

Die Fed hatte den Leitzins zuletzt im Juni auf 1,0 bis 1,25 Prozent angehoben. Die Marktteilnehmer sehen das weitere Vorgehen der Währungshüter als treibende Faktoren der Märkte ("HC"). Von der Konjunktur kommt Rückenwind für die Aktien. Dass sich viele Börsen auf oder nahe an Rekordständen bewegen, treibt so manchem Experten Angstperlen auf die Stirn. Ron Paul, Marc Faber und Jim Rogers berüchten einen Marktcrash in der zweiten Jahreshälfte. Fakt ist, dass in den USA die Aktien eine Rally hinlegen und gleichzeitig die US-Banken beim Aktienhandel eine Flaute erleben, siehe hier. Dieser Widerspruch könnte auf einen baldigen Crash hindeuten. Vorerst hat Yellen mit ihrer Einschätzung die Rally erneut angefeuert. Sie bleibt bei ihrer Position, dass die Fed unabhängig von der Politik exisitieren muss, das die hohen Staatsschulden den Haushalt belasten und das eine Regulierung kleiner Banken kommen wird. Sorgen bereitet der Fed-Chefin die folgende Beobachtung: "Ich bin sehr besorgt über die Ungleichheit von Einkommen und Reichtum" ("BBC").        

Und Personalwechsel im Februar 2018?

Gestern wurde erneut die Position von Janet Yellen an der Spitze der weltweit einflussreichsten Notenbank diskutiert. Es sieht so aus, als wenn eine zweite Amtszeit eher unwahrscheinlich ist. Im Februar 2018 könnte ein Personalwechsel erfolgen. In den Startlöchern steht Gary Cohn. Der aktuell ranghöchste Wirtschaftsberater des US-Präsidenten wird als heißester Kandidat für das Amt gehandelt ("FAZ").

Cohn kommt ursprünglich vom Bankhaus Goldman Sachs, wo er 1990 seine Laufbahn im Segment Rohstoffe begann. Er gilt als Befürworter eines freien Welthandels, lehnt neue Zölle und Handelsschranken ab. Eine Übernahme des Amtes ist jedoch auch abhängig davon, dass Donald Trump Präsident bleibt - die Russland-Affäre und ein erneut gefordertes und nun erstmals eingereichtes Amtsenthebungsverfahren könnten das Blatt wenden ("Time"). 

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