Joh. Friedrich Behrens AG - Nägel mit Köpfen? (Seite 105)

eröffnet am 05.11.03 13:30:06 von
neuester Beitrag 18.01.21 20:49:04 von


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29.10.20 03:15:59
Beitrag Nr. 1.041 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.514.817 von unicum am 27.10.20 21:58:28
Zitat von unicum: ...
Du betonst gelegentlich sehr die Ausbildung von Tobias Fischer-Zernin. Das scheint Dir wichtig zu sein und hat bei Dir offenbar für sich stehend eine positive Bedeutung. Deshalb erwähnte ich den Begriff "Ingenieur". Ich interpretiere aus dieser Betonung, dass Du ein großer Fan von Herrn Fischer-Zernin bist. Das war es auch schon.

Da bitte ich etwas genauer hinzuschauen: Ich beschreibe FZ nie einseitig als Ingenieur, sondern nenne ihn stets (bis auf wenige Ausnahmen) den

Ingenieur, Alleinvorstand und Hauptaktionär der J.F. Behrens AG, Tobias Fischer-Zernin,

um damit herauszustellen, das er nicht etwa allein der Vorstand des Unternehmens ist, sondern mehrere Funktionen in seiner Person vereinigt sind.

Als Ingenieur hat er das arg lädierte Behrens-Schiff (nach dem Konkurs der großdeutschen Nickel AG) wieder seetüchtig gemacht und als Steuermann (CEO) hat er es auf Kurs gebracht. Die Produkte sind unbestritten von bester Qualität, die Marktanteile wurden ausgedehnt und die Umsätze gesteigert. Darüber haben wir sicherlich keine Meinungsverschiedenheiten.

Als Kapitän (und damit als Investor) konnte er sein Schaffen jedoch bisher nicht mit großem Erfolg krönen.

... 2006 wurde die BeA Beteiligungsgesellschaft mbH, deren Gesellschafter mit jeweils 50 % Tobias Fischer-Zernin und seine Frau Suzanne Fischer-Zernin sind, durch die Übernahme von rund 66 % des Aktienkapitals der Joh. Friedrich Behrens AG zum Mehrheitsgesellschafter.“ ...

Der Kaufpreis für diesen Aktienanteil, der seinerzeit vom KV übernommen wurde, betrug 1,1 * Nennwert, dies abgerundet auf
€ 2,80 und erschien manchen Beobachtern als zu billig - das Pflichtangebot wurde verschmäht.

Ein anhand der Kursentwicklung meßbares Ergebnis ist bis dato ausgeblieben - auch darüber sind wir uns einig. Insofern sehe ich auch keinen Grund, mich als großen Fan von Herrn Fischer-Zernin zu darzustellen.

Nur der Vollständigkeit halber:

- Das von Dir angeführte Gesellschafterdarlehen i.H.v. € 7 Mio blieb als Ausgleich für Bezüge von Frau Suzanne Fischer-Zernin zeitweilig unverzinst (bzw. ihre Mitarbeit unvergütet). Hierzu, und ebenso bezüglich der weiteren Verwendung, sind wir allerdings dezidiert unterschiedlicher Meinung.

- .... Einen Anteil von 20 % erwarb die JCJI GmbH, Hamburg von der BeA Beteiligungsgesellschaft mbH im Juni 2015. Hiermit haben Tobias Fischer-Zernin und seine Frau Suzanne Fischer-Zernin einen Teil der Verantwortung als Aktionäre an ihre vier volljährigen Kinder übertragen. Damit sind die ersten Schritte einer langfristigen Nachfolge und Nachhaltigkeit in der Gesellschafterstruktur umgesetzt.

- Die planmäßige Rückführung der Anleihe 2015/2020 wird nun mit ingenieurmäßiger Akribie durchgezogen.

Dann sehen wir weiter.

:cool:

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Joh. Friedrich Behrens | 0,660 €
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29.10.20 04:11:48
Beitrag Nr. 1.042 ()
dekrug du schreibst ja richtig ernst. Sehr guter Beitrag. Vergleiche diese Aktie aktuell etwas mit Gesco. Beide Aktienn günstig, Industrieunternehmen. Verdienen tun sie halt nichts. Behrens ist noch günstiger, nur eben Schulden und schwache Bilanz. Und ja die Anleihefinanzierung ist ja noch nicht durch. Bei besserer Wirtschft verdienen die schnell mal als Jahresgewinn ihren Kurs. Aber die Schulden sind schon erschreckend hoch. Behrens Aktie hat schon versteckten Sexappeal, aber man kann sich auch schnell den Tripper holen. Bin da zwiegespalten.
Joh. Friedrich Behrens | 0,660 €
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29.10.20 10:14:30
Beitrag Nr. 1.043 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.530.333 von dekrug am 29.10.20 03:15:59Hallo dekrug,

bei allem Respekt, aber Fischer-Zernin war schon vor der Insolvenz der Deutschen Nickel lange Zeit Vorstandsvorsitzender von Behrens.

Fischer-Zernin hat den Niedergang von Behrens maßgeblich zu verantworten. Die Fehlentscheidungen reihen sich wie eine Perlenkette über die vielen Jahre auf und der Niedergang hat auch sichtbar nichts mit der Deutschen Nickel zu tun. Seit dem Ausscheiden der Deutschen Nickel:

>Erhöhung der Nettoverschuldung von 2010 von 39 Mio. Euro auf 56,4 Mio. Euro im ersten HJ 2020. Ohne dass irgendwas akquiriert wurde (KMR hat nix gekostet) oder gar Dividenden gezahlt wurden.

>gigantisch hoher Finanzaufwand, gescheiterte nachhaltige Finanzierungsaufstellung: man lebt seit Jahren von der Hand in den Mund und ist ständig auf "Brückenfinanzierungen" angewiesen. Banken haben sich abgewendet.

>Massive Corporate-Governance-Probleme wie bspw. die falsche Konzernabschlüsse, massiver Mittelfluss in Richtung Familie Fischer-Zernin.

>Gescheiterte Übernahme der Karl Reich (KMR). KMR ist bis heute ein Verlust.

>Gescheiterte Umstellung des Bezugs von Befestigungsmitteln (Aufgabe der Eigenfertigung zugunsten Einkauf aus China hat keinerlei positive Veränderung in Rohertragsmarge oder WorkingCapital geführt).

>Ständige Softwareprobleme (bspw. Logistik und ARCTEC)

>Keine Unternehmenskultur

>Diverse Expansionspläne regelmäßig deutlich unter Erwartung (zuletzt Schweden, Nagelplatten, etc, etc, etc)


Da in diesem Laden nur einer wirklich das Sagen hat, ist auch dieser vollständig für das Scheitern verantwortlich und wenn man Unternehmensinsider so reden hört wundert das auch keinen wirklich. Das JV in Polen steht zum Glück nicht unter dem alleiigen Einfluss des Ingenieurs. Deshalb läuft es auch so gut. Wäre das nicht, wäre der Ofen schon längst aus. Dass es Behrens überhaupt noch gibt, liegt an dem grundsätzlich solidem Geschäft, in dem es unterwegs ist. Und natürlich in der Tat an den guten Produkten.
Joh. Friedrich Behrens | 0,660 €
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31.10.20 01:53:48
Beitrag Nr. 1.044 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.533.009 von unicum am 29.10.20 10:14:30
Zitat von unicum: Hallo dekrug,

bei allem Respekt, aber Fischer-Zernin war schon vor der Insolvenz der Deutschen Nickel lange Zeit Vorstandsvorsitzender von Behrens.
....

Stimmt, ....

Zitat von dekrug: Tobias Fischer-Zernin (Dipl.Ing. TU Aachen, MBA) ist seit 1992 in geschäftsführender Position in der Behrens-Gruppe tätig. Seit 1993 ist er Vorstandsmitglied der Joh. Friedrich Behrens AG und wurde 1996 zum Alleinvorstand der Gesellschaft. ....*)

.... da muß ich wohl meinen eigenen Beitrag nicht gelesen haben. :D

Zitat von unicum: .... Fischer-Zernin hat den Niedergang von Behrens maßgeblich zu verantworten. Die Fehlentscheidungen reihen sich wie eine Perlenkette über die vielen Jahre auf und der Niedergang hat auch sichtbar nichts mit der Deutschen Nickel zu tun. ....

Einspruch Euer Ehren, Fischer-Zernin war bis zur Insolvenz der Vereinigten Deutschen Nickel-Werke AG (vormals Langbein-Pfanhauser Werke AG) anno 2005 nicht frei in seinen Entscheidungen. Unter deren Regie mußte er jährlich DM 1,- (€ 0,51) Dividende abliefern und damit die dubiosen Immobiliengeschäfte dieser Pleitegesellschaft zu finanzieren.

Weil diese Dividende aus der Substanz gezahlt wurde, blutete die J.F. Behrens AG vollständig aus. Die letzte Dividende wurde durch Gegenantrag von AR Doben (auf Betreiben des KV Dr. Nerlch) auf die Hälfte reduziert.

Zitat von dekrug: ... 2006 wurde die BeA Beteiligungsgesellschaft mbH, deren Gesellschafter mit jeweils 50 % Tobias Fischer-Zernin und seine Frau Suzanne Fischer-Zernin sind, durch die Übernahme von rund 66 % des Aktienkapitals der Joh. Friedrich Behrens AG zum Mehrheitsgesellschafter.“ ... *)

Der Kaufpreis für diesen Aktienanteil, der seinerzeit vom KV übernommen wurde, betrug 1,1 * Nennwert, dies abgerundet auf € 2,80 und erschien manchen Beobachtern als zu billig - das Pflichtangebot wurde verschmäht. ...

Ab diesem Zeitpunkt konnte Fischer-Zernin die konsequente Restaurierung des abgewirtschafteten Unternehmens durchführen.

Die planmäßige Rückführung der Anleihe 2015/2020 wird nun mit ingenieurmäßiger Akribie durchgezogen.

Dann sehen wir weiter.

:cool:

*) https://behrens.ag/ueber-uns/management/
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Joh. Friedrich Behrens | 0,660 €
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31.10.20 09:44:32
Beitrag Nr. 1.045 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.530.351 von Straßenkoeter am 29.10.20 04:11:48
Zitat von Straßenkoeter: Vergleiche diese Aktie aktuell etwas mit Gesco.


Herrjeh! Ist es mit Gesco schon so schlimm? :eek:

Du hast mit diesen beiden Werten Aktien auf einen Nenner gebracht, die bei mir nicht unterschiedlicher im Ansehen stehen könnten. Die einen sehe ich als seriös und vertrauenserweckend an, die anderen als nebulös unseriös. Oder mit anderem Vokabular: In Gesco investiere ich; bei Behrens betreibe ich Spekulation.

Behrens habe ich zuerst 1998 für umgerechnet 11 Euro gekauft. Elf mal hat es seither Dividenden gegeben, also immerhin die Hälfte der Jahre - kann man sich heute schon nicht mehr vorstellen. Seit vielen vielen Jahren kämpft der Laden um seine Existenz, hat starke Schulden, muss horrende Zinsen bezahlen.

Gesco hab ich das erste mal 1999 gekauft, damals für etwa 16,80, die sich später verbilligen ließen. Heute sind wir immerhin bei ca. 34,50 (ja, der Kurs ist 11,50 - aber es hat einen Aktiensplit gegeben). Die Gesco hat in 22 Jahren 22x eine Dividende augezahlt, brutto zusammen 220% bezogen auf meine Einstandskurse. Hier haben wir keine ausufernden Verbindlichkeiten, sondern stattdessen einen hohen Buchwert trotz konservativem Bewertungansatz. Okay, Buchwert hat JFB auch...^^
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31.10.20 11:12:19
Beitrag Nr. 1.046 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.556.094 von Napaloni am 31.10.20 09:44:32Napaloni guter Beitrag von dir.

Ich habe übrigens bei 11,90 eine Position Gesco aufgebaut. Bei Behrens bin ich nicht investiert.

Die Vergangenheitsbetrachtung mag ich nicht so. Im Rückblick hast du natürlich in allen Punkten recht. Mir kommt es aber auf den Istzustand und die Zukunft an. Natürlich ist auch hier der Vergleich mit Behrens eine kleine Beleidigung. Gesco hat stark am Kurs verloren, Behrens aber noch deutlich stärker. Alles muss man ja auch immer im Verhältnis zu dem sehen was man für die Aktie bezahlen muss.

Napaloni ich schrieb ja ich vergleiche Behrens "aktuell" "etwas" mit Gesco. Die Betonung liegt auf aktuell und etwas.

Auch habe ich den gravierenden Unterschied zu Behrens genannt. Behrens hat Schulden und eine schwache Bilanz. Und die Anleihefinanzierung ist bei Behrens noch nicht in trockenen Tüchern. Gelingt die nicht, dann ist eine Insolvenz die Folge. Diese Gefahren bestehen bei der Aktie Gesco nicht.

Napaloni ich sehe also schon gravierende Unterschiede. Anfernfalls wäre ich ja nicht in Gesco investiert, was ich ja bei Behrens nicht bin.

Dennoch erinnert mich Behrens aktuell etwas an Gesco. Die Betonung liegt auf aktuell und etwas. Was sind die Paralellen aus meiner Sicht? Zum einen natürlich der stark zurückgekommene Kurs. Auch die zyklischen Aspekte. Sowohl Behrens als auch Gesco ist industrielastig. Beide Unternehmen spüren aktuell den Gegenwind den Corona erzeugt brutal. Die Anleger meiden beide Aktien da sie wissen, dass in diesem Umfeld industrielastige Unternehmen wie Behrens und Gesco keine Bäume rausreißen werden. Bei Gesco geht es sicherlich nicht soweit, dass existentielle Gefahren aufkommen. Gesco kann sicherlich die schwarze Null schaffen, wenn man die Unternehmensabschreibungen rausrechnet, Behrens nicht. Dennoch ist die Paralelle eben definitiv vorhanden, dass beide Unternehmen unter der Industrielastigkeit leiden. Und ja da hat Gesco mit ihren Hidden Champions in der Vergangenheit, die eben jetzt zum großen Teil nicht liefern können keine so gute Arbeit geliefert. Mein Freund Huta würde mir nun widersprechen und auf Beteiligungen von Gesco verweisen die eben auch in Krisenszenarien gut laufen. Ja auch solche Beteiligungen hat Gesco. Aber zu wenig.Die industrielastigen Beteiligungen schlagen eben durch. Das ist eine starke Paralelle zu Behrens, da bleibe ich dabei. Dass ich Unterschiede sehe ist klar, aber dennoch vergleiche ich Behrens etwas mit Gesco.

Napaloni du verweist gerne auf die Vergangenheit bei Gesco. Klar, wenn die Wirtschaft boomt, dann laufen auch die Geschäfte von Gesco gut. Klar Dividende hat man bekommen.Aber im Vordergrund steht der Aktienkurs. Was hat ein Investor mit Gesco Aktien gewonnen der hier 10 Jahre dabei ist? Fast nichts! Klar du wirst jetzt vielleicht sagen, die Zeiten ändern sich auch wieder dann steht Gesco wieder bei 30€. Ja kann so kommen, deshalb habe ich auch eine Position Gesco zu 11,90 gekauft. Aber wer treu dabei blieb der ging nun mit in das Tal der Tränen. Und so läuft dies bei den Zyklikern immer! Und Behrens und Gesco haben da Paralellen. Wenn eine Behrens überlebt, dann kann die Aktie auch wieder wie vor 3 Jahren bei 6€ stehen, wären 500% Gewinn. Ein EPS von 0,60€ kann Behrens, wie die Verganhenheit zeigt, locker machen, wäre ein KGV von 10. Dass Gesco auf 60€ rum steigt halte ich eher für unwahrscheinlich. Die Paralelle ist insoweit auch, dass beide Unternehmen stark von einer erneut boomenden Wirtschaft profitieren könnte.

Es bleibt aber dabei das Gesco Management hat in der Portofoliozusammenstellung eben in der Vergangenheit Fehler gemacht. Napaloni wir hatten die Diskussion schon. Und mir reicht da nicht die Aussage, dass Gesco eben ein industrielastiges Beteiligungsunternehmen sei und eben auch ein Beteiligungsunternehmen, das seine Beteiligungen auf Dauer hält. Wer das nicht akzeptiert könne ja wo anders investieren. Napaloni mir gefällt der sachliche Austausch mit dir und ja ich weiche jetzt vom eigentlichen Thema Behrens zu Gesco etwas ab. Dennoch finde ich, dass ihr wie Blue Cap und MBB opportunitiv auch Verkäufe in Betracht ziehen solltet.Auch mehr Medizintechnickunternehmen, auch mal Software oder mehr Augenmerk darauf was zukünftig geht, so wie es MBB mit Aumann und Vorwerk gemacht hat. Also mehr Zukunftsbranchen abdecken. Klar jedes Unternehmen hat seine Richtung, aber ihr solltet flexibler werden.

Napaloni noch eins. Ich hoffe du siehst, dass ich Gesco nicht bashen möcht. Ich denke in meiner Anlage immer unternehmerisch. Wäre ich auf der HV von Gesco wären dies eben Kritikpunkte von mir.

Napaloni du hast gesehen, dass ich einen kleinen Satz zu Gesco geschrieben habe im Thread einer Aktie die keinen Menschen wirklich interessiert. Aber dich hat der Behrensthread interessiert.
Meine Schlussfolgerung daraus ist, dass Gesco im Falle einer Insolvenz am Unternehmen Behrens interessiert sein könnte. Ja dieses Unternehmen würde top in euer Beteiligungsportofolio passen. Behrens ist wie User unicum sagt eigentlich ein klasse Unternehmen mit top Produkten. Nur die Schulden sind erdrückend. Im Falle einer Insolvenz könnte man das Unternehmen aber ohne oder mit reduzierten Schulden bekommen, wenn man sich mit den Gläubigern einigt. Ein Behrensdeal würde wahrscheinlich dem schwächelnden Gescokurs auf die Sprünge helfen.

Für mich ist die Gescoaktie auf aktuellem Kursniveau ein Kauf. Die Behrensaktie kann spekulativ sehr interessant sein, birgt aber auch Risiken. Ich selbst bin nicht bereit diese Risiken zu gehen. Wie bereits gesagt Gesco habe ich bei 11,90 gekauft.
Joh. Friedrich Behrens | 0,660 €
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31.10.20 12:03:33
Beitrag Nr. 1.047 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.555.329 von dekrug am 31.10.20 01:53:48Lieber dekrug,

Du hast natürlich vollkommen Recht, die Behrens wurde von der Deutschen Nickel schon ausgeplündert, wenn auch wenigstens über die Dividende, die jeder bekommen hatte.
Aber schon zu dieser Zeit hatte Fischer-Zernin recht freie Hand und ich möchte gar nicht wissen, was damals schon bspw. in Sachen "Beratung durch die Ehefrau" passierte. Jedenfalls ist er bei den Leuten von der Deutschen Nickel offenbar in die Lehre gegangen.

Lassen wir mal zu seinem Gunsten die Ära der Deutschen Nickel außen vor. Meine Kritikpunkte in Beitrag 1.043 beziehen sich ja ausschließlich auf die Zeit danach. Erst danach "explodierte" bspw. die Verschuldung von Behrens und das sichtbare Ausplündern.

Ich kann wirklich nichts Positives an der Herrschaft von Fischer-Zernin finden. Im Gegenteil: totales Missmanagement (massive Logisitikinvestitionen ohne Effekt, Fehlexpansionen, diverse "Beratungsausgaben"). Und glaub mir, dass sehen Banken und Finanziers hinter vorgehaltener Hand ganz genauso, denn die Fakten sind einfach nicht von der Hand zu weisen.

Behrens wird es vielleicht gelingen, nochmal mit ganz viel Glück die Kurve zu bekommen, vielleicht auch nicht, das weiß ich nicht aber die letzten zwei Refinanzierungen waren schon ganz knapp - Anleihe wie Brückenfinanzierung und in 3 Jahre steht schon die nächste Anleihefälligkeit an. Das ist ein sich verschärfender Kreislauf und irgendwann bricht es halt auf kurz oder lang.

Die Aktie ist jedenfalls im Grunde nichts wert: Das gesamte EBIT wird von Zinszahlungen aufgefressen und zuvor hat sich schon die Familie Fischer-Zernin kräftig bedient.
Joh. Friedrich Behrens | 0,660 €
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31.10.20 13:28:50
Beitrag Nr. 1.048 ()
Guter Beitrag unicum, deshalb habe ich die Aktie auch nicht angefasst. Gutes Unternehmen, aber hohe Verschuldung. Sehe auch keinen Weg, wie sie von diesen Schulden runterkommen sollen. Zu viel wird durch die Zinsen weggefressen und was bleibt dann noch für Tilgung übrig? Wenn es dann die Verursacher trifft, ähnlich wie bei Ahlers, wo sich die Vorstände fette Gehälter gönnen und bei der Belegschaft sparen, dann trifft es doch die Richtigen. Nur schade wenn die Kleinaktionäre ihr Geld verlieren. Die Rettung bei Behrens sehe ich auch noch nicht in trockenen Tüchern.

Gesco könnte ein Auge auf Behrens geworfen zu haben und wäre bei entsprechendem Schuldenerlass ein wesentlich besserer Partner für die Gläubiger. Die Insolvenz bei Behrens ist aus meiner Sicht noch nicht vom Tisch.

Aber wenn Behrens nochmal die Kurve bekommt, dann hat die Aktie natürlich schon Potential. Auch wenn ich auf lange Sicht nicht den Weg sehe wie das Unternehmen die Schulden reduzieren könnte.
Joh. Friedrich Behrens | 0,660 €
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31.10.20 13:42:48
Beitrag Nr. 1.049 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.557.441 von Straßenkoeter am 31.10.20 13:28:50Danke, Straßenkoeter,

das Hauptproblem ist, dass, was man so hört, Tobias Fischer-Zernin stark autistische Züge zu haben scheint. Branche, Produkte und Unternehmenskonzept ist ja nicht schlecht. Aber Leute mit solchen Psychogrammen, wenn es stimmen sollte, kriegen langfristig halt alles kaputt - und merken es nicht.
Joh. Friedrich Behrens | 0,660 €
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02.11.20 03:56:45
Beitrag Nr. 1.050 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 65.557.510 von unicum am 31.10.20 13:42:48
Zitat von unicum: Danke, Straßenkoeter,

das Hauptproblem ist, dass, was man so hört, Tobias Fischer-Zernin stark autistische
Züge zu haben scheint. Branche, Produkte und Unternehmenskonzept ist ja nicht schlecht.
Aber Leute mit solchen Psychogrammen, wenn es stimmen sollte, kriegen langfristig halt
alles kaputt - und merken es nicht.

Erst Ingenieur in Anführungszeichen, jetzt Autist. Du hast offenbar eine ganz persönliche Aversion gegen Tobias Fischer-Zernin.

Ich muß Dir allerdings zugute halten, daß Du Deine Anwürfe sehr vorsichtig formulierst: "... was man so hört, ...", "... zu haben scheint", "... wenn es stimmen sollte, ...". Dazu kommen dann ein paar Zuckerstückchen zur Versöhnung: "..., Produkte und Unternehmenskonzept sind ja nicht schlecht." Vielleicht sind das nicht die alleinigen Verdienste von FZ, er hat sicherlich auch gute Berater, die ihm zu Seite stehen, aber immerhin ...! :look:

Lieber Unicum,

autistische Züge haben wir alle, wenn wir stundenlang Charts analysieren, Bilanzen untersuchen und hier w:o-mäßig auf der Tastatur herumhacken. In einigen Jahren war ich auf den Hauptversammlungen von Behrens durch SDK vertreten, habe mir die Berichte der Sprecher angeschaut und mich auch telefonisch über Einzelheiten informiert. Sie hatten schon einiges an den Konzepten des Alleinvorstands zu bemängeln - ausgeprägte autistische Züge hat jedoch keiner diagnostiziert.

Im Gegenteil haben die Sprecher ihm Lernfähigkeit attestiert, eine ingenieurmäßige Eigenschaft, keinesfalls das besondere Merkmal eines Autisten.

Zitat von unicum: Lieber dekrug,

Du hast natürlich vollkommen Recht, die Behrens wurde von der Deutschen Nickel schon ausgeplündert, wenn auch wenigstens über die Dividende, die jeder bekommen hatte.
...
...

Im wesentlichn o.k. (sonst bekomme ich noch selbst ausgeprägte äh ... Züge) :D

Zu Deiner runderneuerten Kritik:

Zitat von dekrug: ....
....
Ein anhand der Kursentwicklung meßbares Ergebnis ist bis dato ausgeblieben - auch darüber sind wir uns einig. Insofern sehe ich auch keinen Grund, mich als großen Fan von Herrn Fischer-Zernin darzustellen.
....
Das von Dir angeführte Gesellschafterdarlehen i.H.v. € 7 Mio blieb als Ausgleich für Bezüge von Frau Suzanne Fischer-Zernin zeitweilig unverzinst (bzw. ihre Mitarbeit unvergütet). Hierzu, und ebenso bezüglich der weiteren Verwendung, sind wir allerdings dezidiert unterschiedlicher Meinung.

.... Einen Anteil von 20 % erwarb die JCJI GmbH, Hamburg von der BeA Beteiligungsgesellschaft mbH im Juni 2015. Hiermit haben Tobias Fischer-Zernin und seine Frau Suzanne Fischer-Zernin einen Teil der Verantwortung als Aktionäre an ihre vier volljährigen Kinder übertragen. Damit sind die ersten Schritte einer langfristigen Nachfolge und Nachhaltigkeit in der Gesellschafterstruktur umgesetzt.
...

Einer der Nachfolger von FZ tritt nun bereits als Produktmanger in die Fußstapfen seines Vaters und Onkel Cornelius sitzt im Aufsichtsrat und schaut sich die Kurse an. :rolleyes:

Bezüglich der wiederholten Neuauflage von Anleihen sind einige Optionen - darunter auch ein alter Vorschlag von mir - diskutiert worden.

Die planmäßige Rückführung der Anleihe 2015/2020 wird nun mit ingenieurmäßiger Akribie durchgezogen.

Dann sehen wir weiter.

:cool:

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