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100 Jahre Oktoberrevolution Stalin und seine intellektuellen Bewunderer

Gastautor: Rainer Zitelmann
26.10.2017, 19:56  |  2159   |   |   

Vor 100 Jahren begann mit der Russischen Oktoberrevolution ein Experiment, das weltweit schätzungsweise 100 Millionen Menschen das Leben kostete - der Kommunismus.

Mit der Russischen Oktoberrevolution begann vor 100 Jahren der Siegeszug des Kommunismus. Der Zusammenbruch des Kommunismus ist noch nicht lange her. Eine "Vergangenheitsbewältigung", wie es sie beispielsweise in Deutschland für die Zeit des Nationalsozialismus gegeben hat, fand in den ehemals kommunistischen Staaten nie statt. In China prangt heute noch Maos Konterfei am Platz des Himmlischen Friedens, obwohl allein bei seinem Experiment des "Großen Sprungs nach vorne" Ende der 50er-Jahre etwa 45 Millionen Menschen umkamen. Und in Russland treibt der Kult um Stalin heute sogar mehr Blüten als vor einigen Jahrzehnten.

Das erscheint angesichts der menschlichen Tragödie, materiellen Verwüstungen und Vergeudung von Entwicklungschancen, die der Kommunismus angerichtet hat und angesichts der Tatsache, dass es in der Weltgeschichte noch nie eine politische Bewegung und Formation gab, die sich "über eine so lange Periode hinweg derart über alle Kontinente und Länder der Welt erstreckt und die Weltpolitik mit entschieden hätte" (Gerd Koenen) erklärungsbedürftig. Es ist nur zu erklären mit den Sympathien, die viele führende Intellektuelle im Westen mit den kommunistischen Systemen hatten.

Stalin lebt
In Russland stehen heute noch Tausende Lenin-Denkmäler, und auch Stalin ist wieder von den Toten auferstanden. Nachdem in den Jahren nach 1956, als Chruschtschow mit Stalins Verbrechen auf dem XX. Parteitag der KPdSU abrechnete, Stalin-Denkmäler in ganz Russland abgebaut wurden, werden sie jetzt wieder neu errichtet. Laut dem Historiker Pawel Gnilorybow entstanden in den letzten Jahren 60 bis 100 neue Denkmäler für den russischen Diktator. In einer Umfrage äußerten sich 46 Prozent der Russen positiv über Stalin - 2012 waren es erst 28 Prozent gewesen. Die Zahl der Russen, die die Massenmorde in der Stalin-Ära als unentschuldbares Verbrechen betrachten, sank in den vergangenen zehn Jahren laut einer Umfrage des Lewada-Zentrums von 72 auf 39 Prozent. Aber auch im Westen ist - zumindest bei jungen Menschen - nur wenig über die Verbrechen des Kommunismus bekannt. Eine im Jahr 2016 von dem Institut YouGov durchgeführte Umfrage ergab, dass ein Drittel der jungen Amerikaner meint, unter George W. Bush seien mehr Menschen getötet worden als unter Josef W. Stalin. Zu Erinnerung daher einige Fakten, die der französische Historiker Stéphane Courtois in dem 1997 erschienenen "Schwarzbuch des Kommunismus" zusammengefasst hat. Er berichtet u.a. über folgende Verbrechen, die in der Zeit Lenins und Stalins begangen wurden und denen insgesamt etwa 20 Millionen Menschen zum Opfer fielen:

  • Exekution von zehntausenden Geiseln und Gefangenen ohne Gerichtsverfahren,
  • Ermordung von hunderttausenden rebellischen Arbeitern und Bauern von 1918 bis 1922,
  • Hungersnot von 1922, die 5 Millionen Tote verursacht habe,
  • Ausrottung und Deportation der Kosaken 1920,
  • Ermordung von Zehntausenden in Konzentrationslagern von 1918 bis 1930,
  • Liquidierung von fast 690.000 Menschen im "Großen Terror" von 1937 bis 1938,
  • Deportation von 2 Millionen Kulaken und so Genannten von 1930 bis 1932,
  • Vernichtung von 4 Millionen ukrainischen und 2 Millionen russischen und anderen Bauern sowie kasachischen und kirgisischen Nomaden durch eine künstliche und systematisch verlängerte Hungersnot von 1932 bis 1933,
  • Deportation von hunderttausenden Polen, Ukrainern, Balten, Moldawiern und Bewohnern Bessarabiens von 1939 bis 1941 und erneut 1944 bis 1945,
  • Deportation der Wolgadeutschen 1941,
  • Deportation der Krimtataren 1943,
  • Deportation der Tschetschenen 1944,
  • Deportation der Inguschen 1944.


Wladimir Putin bestreitet zwar nicht diese Verbrechen, wendet sich jedoch gegen eine "unnötige Dämonisierung" Stalins und rechtfertigte den Diktator 2009 mit der Bemerkung: "Was man auch immer sagen mag - der Sieg [im Krieg] wurde erreicht. Niemand kann heute einen Stein auf jene werfen, die das Land zu diesem Sieg führten." Im gleichen Jahr wurde in der Moskauer Metrostation eine alte Inschrift wiederhergestellt, die 50 Jahre zuvor entfernt worden war: "Uns erzog Stalin zur Treue zum Volk, zu Arbeit und Heldentaten regte er uns an." Das war eine Strophe aus der Sowjethymne, die Putin in seinem ersten Amtsjahr wieder einführte (allerdings natürlich mit anderem Text). Man stelle sich einen Moment vor, in Deutschland würden wieder Denkmäler von Adolf Hitler aufgestellt oder im Deutschen Bundestag würde (wie im Chinesischen Volkskongress, wo ein großes Bild von Mao prangt) ein Bild Adolf Hitlers prangen. Zum Glück ist das unvorstellbar.

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Kommentare

Ich würde es echt fair von Wo finden meinen Beitrag, kurz vor Fertigstellung, nicht zu löschen. Stalin war ein Massenmörder. Rot bedeuted Tod, das sollten sich alle vor Augen halten. Ich persönlich durfte das DDR System 24 Jahre hautnah erleben. Diese Erfahrungen waren alles andere als positiv. Nochmal, Rot bedeuted Tod. Es sind Schmarotzer die sich auf unsere Kosten ein schönes Leben machen wollen, sonst nichts.
Ein deutscher Patriot.
Unter Stalin tat sich jedoch besonders der NKWD Boss Beria als unbarmherziger Hardliner hervor, der mit seinen Aktionen wohl das Wohlwollen von Stalin erschleichen wollte, um dann wohl beabsichtigt nach ihm (Stalin) der neue maximo leader zu werden. Man munkelt ja, das dieser Herr etwas mit Stalins plötzlichem Tod zu tun hatte. Er wurde jedoch recht schnell von einer neuen Machtelite (unter Chrutschow) aus Angst vor dieser Person schnell nach den alten Methoden abserviert.
Seine Methoden wurden von Stalin immer gedeckt so z.B. das Massaker von Katyn an polnischen Intelektuellen und Offizieren im Jahr 1940. Dieses Verbrechen wurde in Nürnberg anlässlich des Nürnberger Kriegsverbrecherprozesses auf Drängen und blockieren der Sowjetrussen den Deutschen untergeschoben und erst im Jahr 1990 durch Gorbatschow als Stalinverbrechen veröffentlicht.
Ich hab vor vielen Jahren als kleiner junger Bub mal eine beschmierte Häuserwand betrachtet und es ist der erste politische Spruch, an den ich mich zurückerinnern kann:

Erst Hitler, dann Stalin, jetzt Brandt. Alle an die Wand.


Damals mit fünf Jahren wußte ich nich,t was es bedeutete. Heute weiß ich, dass der Schmierfink dieses Spruches verdammt recht gehabt hat.
Jeder braucht sich doch nur anzuschauen , wer unter dem Roten Stern marschieren geht bzw. gegangen ist.

Die Gewerkschaften wie DGB , IGM ,Verdi mit der linkskriminellen Antifa gemeinsame Sache , gehen auf Demos ,organisieren Tagungen und Pläne , wie mit Andersdenkenden (Konservative , Patrioten , Demokraten) umzugehen sei.("Antifa bleibt Handarbeit" und Chefsache auf Regierungsebene wie z.b. in Bayern, Indymedia weiterhin erlaubt)
Denn alles was nicht links ist, ist zwangsläufig böse, rassistisch und Nazi
http://www.journalistenwatch.com/2017/10/21/antifa-kongress-nun-doch-im-dgb-haus/

Die Politiker aus den linken Kartellparteien, die unter Deutschland feindlichen Bannern laufen , und sich für die extremistische und kriminelle Szene stark machen sind bekannt.
Die reichen von Stegner , Maas (Feine Sahne Fischfilet /Kahane), C.Roth , Meth Beck u.v.a bis zu verschiedenen Mitgliedern "Der Linken"


Bekannte Maoisten sind Ulla Schmidt , Trittin , Immendorf ,Kretschmann (Grüne), Breitner ....

Die MLPD oder KPD Ableger scheuen sich auch nicht mit den "gesetzlich erlaubten" Konterfeien der Verbrecher , wie Mao , Stalin ,oder Lenin Reklame und Wahlpropaganda zu machen.

Die linke utopische kriminelle Idee ist wieder , unterstützend durch NGO's und finsteren Mächten im Deep State in der Politik vertreten ,betreibt dort unter Umgehung bzw. Verstößen von Gesetzen ihr Unwesen. und ihre Agitation gegen das eigene Volk.

Dieses dunkle Spiel , wird immer mehr öffentlich durchschaut und hoffentlich bald ein Ende haben.

Disclaimer

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