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Ohrfeige für Schulz - 44% gegen GroKo CDUler, werdet ihr jemals so mutig, wie die Genossen?

Gastautor: Rainer Zitelmann
21.01.2018, 17:02  |  2483   |   |   

Der SPD-Parteitag hat den Weg zu Koalitionsverhandlungen freigegeben - aber nur knapp. Es gab jede Menge scharfe Kritik an der Parteiführung und 44% stimmten gegen den Antrag des Parteivorstandes

Obwohl ich inhaltlich in allen Punkten entgegengesetzter Meinung bin wie die Rebellen in der SPD um Kevin Kühnert, so bewundere ich doch deren Mut. Und die CDU sollte sich wegen ihrer Feigheit schämen. Erinnern Sie sich noch, wie die CDU auf ihrem Parteitag devot elf Minuten Beifall für Angela Merkel klatschte - also für jene Frau, die Deutschland und auch ihre eigene Partei ruiniert? Was für ein Kontrast zum heutigen SPD-Parteitag! Als ich heute auf Phoenix die Debatte des SPD-Parteitages verfolgte, waren meine Gefühle gemischt:

  • Einerseits: Wenn man sich die Inhalte anschaut, die dort von den meisten Rednern propagiert wurden, dann stellt sich die Frage: Warum seid ihr noch nicht bei Sahra Wagenknecht? Warum schließt ihr euch nicht mit ihr und Leuten wie Trittin & Hofreiter zur Grünsozialistischen Einheitspartei Deutschlands zusammen? Mag sein, dass es Wagenknecht nach diesem knappen Ergebnis gelingt, die SPD zu spalten und viele Genossen für die von ihr geplante linke Sammlungsbewegung zu gewinnen.
  • Andererseits: Respekt vor dem Mut der Aufständischen unter Anführung von Juso-Chef Kevin Kühnert, sich gegen die eigene Parteiführung aufzulehnen. Er ist zweifelsohne ein politisches Talent, kann gut reden und mobilisieren. Seinen Namen wird man sich merken müssen, auch wenn er es heute nicht ganz geschafft hat. Seine Stellvertreterin sagte im vorletzten Redebeitrag: "Wir sind selbstbewusst, wir haben keine Angst!" Dafür bekam sie tosenden Applaus der Delegierten. Die dümmsten und peinlichsten Beiträge kamen von Schulz-Fans, von denen einer "Hosianna" rief und Schulz allen Ernstes den "Heiland" nannte. Schulz klatschte dabei.
     

Gibt es noch Mutige in der CDU?
Merkel ist innerhalb von wenigen Monaten zwei Mal gescheitert:

  • bei den Wahlen hat sie das schlechteste Ergebnis für die Union geholt
  • bei der Jamaika-Regierungsbildung ist sie gescheitert, weil Lindner bei ihrem Schmusekurs mit den Grünen dazwischen gegangen ist.
     

Fast wäre sie heute ein drittes Mal gescheitert, wenn der SPD-Parteitag die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen abgelehnt hätte. Merkels Rücktritt ist schon lange überfällig. Aber sie wird so lange an der Macht bleiben, bis sich Mutige in der Union finden, die sie stürzen - wenn es solche mutigen Menschen in der Union noch geben sollte. Oder gibt es in der CDU nur noch feige Anpasser und Opportunisten? Gibt es in der CDU Menschen, die so viel Mut haben, wie ihn die Aufständischen in der SPD bewiesen haben? Mein Traum: Friedrich Merz entscheidet sich für ein Comeback, hält eine fulminante Rede auf einem CDU-Sonderparteitag und der Merkel-Spuk ist endlich beendet. Aber ich fürchte, das bleibt nur ein Traum.

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Kommentare

... die CDU ist eine leere Hülle. Sie hat unter Merkels Führung eine lange Phase des umgekehrten Darwinismus erlebt.... 'survival of the weakest'. Ihr Personaltableau ist eine Galerie des Schreckens. Aalglatte Opportunisten, Karrieristen,und linksgestrickte Ideologen. Wie erleben den moralischen und intellektuellen Bankrott einer Partei die die alte Bundesrepublik entscheidend geprägt hat.
Also Friedrich Merz halte ich nicht für eine Lösung der Personalprobleme der CDU. Wie er damals praktisch widerstandslos gegangen ist war wahrlich auch kein Ruhmesblatt. Er gehört zur alten Garde und ist kein Garant für die Zukunft. Aber die Götterdämmerung hat begonnen und aus den Ruinen wird etwas neues aufgebaut. Und da die AFD soviele ehemalige CDU und FDP ler in den eigenen Reihen hat sehe ich garnicht so schwarz für die Zukunft der Demokratie in Deutschland. Was fehlt ist ein Hagen, soviele Schlappschwänze in der CDU, nein, da schaut es noch viel dusterer aus als bei den SOzis.

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