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AKTIEN IM FOKUS 2 Schwache Smartphone-Nachfrage belastet Chip-Branche

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
24.04.2018, 18:32  |  432   |   |   

(Neu: Kurse aktualisiert)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Hiobsbotschaften aus der weltweiten Halbleiterbranche haben am Dienstag die Kurse dieser Aktien teils schwer belastet. Es sind vor allem sich verdichtende Hinweise auf eine schwächere Nachfrage nach Smartphones, die die Investoren verschreckten.

So hat der österreichische Chip-Hersteller AMS für das zweite Quartal eine "signifikante Kapazitätsunterauslastung" in Aussicht gestellt und dürfte folglich herbe Verluste machen. Der Aktienkurs brach daraufhin in Zürich, wo die Aktien gelistet sind, um 11 Prozent ein auf den niedrigsten Stand seit Ende Januar. "Mit einer Schwäche hatte man gerechnet, aber nicht in diesem Ausmaß", sagte David Mulholland, Analyst der Bank UBS.

Die Nachricht zog die Kurse deutscher Branchentitel mit nach unten: Papiere des Apple -Zulieferers Dialog Semiconductor sackten im TecDax um mehr als 6 Prozent ab auf das niedrigste Niveau seit vier Jahren. Siltronic-Aktien verloren 2,26 Prozent. Das Unternehmen fertigt Wafer, das Ausgangsprodukt für Chips.

Die Aktien von Aixtron verloren 0,51 Prozent, nachdem sie zwischenzeitlich noch deutlich stärker gefallen waren. Aixtron stellt Anlagen für die Produktion von Verbindungshalbleitern her. Die im Dax notierenden Infineon-Anteile gaben um 0,84 Prozent nach.

Erschwerend hinzu kam ein Umsatzrückgang bei Hynix, einem der größten Chip-Produzenten weltweit. Die Südkoreaner beliefern unter anderem Apple und die chinesische Huawei. Der Kurs der Hynix-Aktie verlor 2,7 Prozent. In der vergangenen Woche hatte bereits der Konkurrent TSMC aus Taiwan eine Umsatzwarnung ausgesprochen, die ebenfalls die Kurse in der Chip-Branche belastet hatte.

Anleger waren zuletzt bereits vorsichtiger geworden mit Blick auf die Branche. So ist der Sox-Index, in dem 30 große, überwiegend amerikanische Chip-Produzenten enthalten sind, vom Hoch Mitte März um gut 13 Prozent gefallen.

Analyst Sandeep Deshpande von JPMorgan schätzt, dass die Aufträge von Apple an die österreichische AMS im ersten Halbjahr weit hinter den Erwartungen vom Jahresbeginn zurückbleiben dürften. Die Konsensschätzung von Analysten habe diese jüngste Entwicklung jedoch "überhaupt nicht berücksichtigt". Seine Kalkulation laufe nun auf rund 25 Millionen iPhone X hinaus, für die AMS Komponenten zuliefere. Zu Beginn des ersten Quartals habe die Konsensprognose noch bei 60 Millionen Geräten gelegen.

Zumindest kurzfristig könnte das Wohl und Weh der Chip-Branche also von den Quartalszahlen und Prognosen von Apple abhängen. Am 1. Mai lässt sich das Unternehmen in die Bücher schauen. Laut UBS prognostizieren Analysten derzeit einen iPhone-Absatz von insgesamt 223 Millionen Geräten in diesem Jahr. Die entscheidende Frage sei, wie stark der iPhone-Absatz revidiert werden müsse./bek/tos

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