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Edelmetalle erholen sich nach dem Sell Off

07.07.2018, 10:44  |  1080   |   |   

Aktueller Marktkommentar von Markus Blaschzok

Zum Wochenbeginn vollzogen die Edelmetalle einen Sell Off, bei dem die letzten Bullen womöglich das Handtuch geworfen haben dürften. Die Daten vom US-Terminmarkt der Vorwoche zeigten bereits eine fast gänzliche Bereinigung der bullischen Spekulation am US-Terminmarkt für Gold und Platin, während die Marktteilnehmer noch relativ bullisch für Silber waren. Gold in US-Dollar fiel auf 1.237$ und Platin vollzog den stärksten Sell Off seit vielen Jahren auf 800$ im Tief, während die Terminmarkdaten so gut sind, wie noch nie zuvor in der Geschichte des Terminmarktes für Platin in den USA. Die 1.240$ im Gold und die 800$ beim Platin bilden mittel- bis langfristige Unterstützungen, an denen es nun zu einer kurzfristigen Trendumkehr kommen dürfte.

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Gold erlebte einen starken Abverkauf zum Beginn dieser Handelswoche.

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Silber hielt sich überraschend stark im Vergleich zu den anderen Edelmetallen.

Überraschend stark hielt sich der Silberpreis in dieser Woche, der die Unterstützung bei 16 US-Dollar verteidigen konnte, während es zu starken Verkäufen bei Platin und Gold kam. Wie die Daten der größten Händler am Terminmarkt zeigen, könnte die Großbank J.P. Morgan hierfür verantwortlich gewesen sein. Die Positionierung der BIG4 hatte sich in den letzten Wochen erstmals von den Daten der großen Acht entkoppelt. Womöglich konnte J.P. Morgan das aktuell schwache Umfeld für Silber nutzen, um nicht nur alle nackten Shortpositionen zu schließen, sondern auch eine Netto-Longposition aufzubauen. Dies wäre zumindest eine Erklärung für diese historisch einmalige Diskrepanz in den Daten sowie die relative Stärke des Silberpreises auf dem Niveau von 16$.

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J.P. Morgan hat womöglich alle nackten Shortpositionen geschlossen und vermutlich eine Longposition aufgebaut.

Nach starken Abverkäufen, wie wir sie zu Beginn der Woche am Edelmetallmarkt erlebten, folgen in der Regel mehrmonatige Anstiege. Der Short-Eindeckungen von Spekulanten mit der raschen Erholung des Preises bei Platin und Gold könnte diesen Wendepunkt markieren. Womöglich war dies bereits die Trendwende und nun folgt ein Anstieg der Preise über die nächsten Wochen und Monate. Die kurzfristige Trendwende ist nun jedenfalls sehr nah. Die Entwicklung bei den großen Händlern am Terminmarkt könnte für eine große Trendwende beim Silber stehen, was wir in den kommenden Wochen weiter genau beobachten werden.

Scheininflation im Euroraum steigt auf zwei Prozent

Nach ersten Berechnungen sind die Verbraucherpreise in der Eurozone im Juni um 2% zum Vorjahr angestiegen, was den höchsten Wert seit Februar 2017 darstellt. Im Vormonat lag die „Inflation“ noch bei 1,9%. Die Preise für Energie (+8%) und Lebensmittel, Alkohol und Tabak (+2,8%) sind hierbei am stärksten angestiegen. In Deutschland lagen die Verbraucherpreise im Mai zuletzt bei 2,2% zum Vorjahr und damit über dem Durchschnitt der Währungsunion.

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Die Preise stiegen im Euroraum im Juni offiziell um 2%.

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Die Preise in Deutschland stiegen im Mai um 2,2% zum Vormonat.

Die Europäische Zentralbank wird bis Jahresende weiterhin 120 Mrd. Euro aus dem Nichts drucken und damit Schulden durch Giralgeld aus dem Nichts gegen frisch gedrucktes und inflationswirksames Zentralbankgeld aufkaufen. Dies führt unweigerlich zur Aushöhlung der Kaufkraft des Euros sowie dessen Abwertung, da eine Kontraktion der aufgeblähten Geldmenge verhindert wird. Deshalb steigen die Preise aller Güter im Vergleich zum Euro langfristig auch immer weiter an, anstatt mit der Produktivität jährlich um mindestens zwei Prozent zu fallen. Selbst nach den offiziellen Statistiken gehen den Deutschen so jedes Jahr mindestens 4% bis 5% an Kaufkraft verloren, die über die Inflationssteuer heimlich vom Staat geraubt wird. Die Edelmetallpreise können in diesem geldsozialistischen Umfeld langfristig einfach nur immer weiter ansteigen.

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