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Aktien Frankfurt Schluss: Thyssenkrupp und Euro stützen den Dax
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Schluss Thyssenkrupp und Euro stützen den Dax

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
27.09.2018, 18:17  |  1120   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein Kursfeuerwerk bei der Thyssenkrupp -Aktie hat am Donnerstag beim Dax für einen freundlichen Ton gesorgt. Der deutsche Leitindex holte anfängliche Verluste auf und drehte am Nachmittag ins Plus, als eine geplante Aufspaltung des Industriekonzerns durchsickerte. Letztlich brachten 12 435,59 Punkte dem Kursbarometer einen Gewinn von 0,40 Prozent ein.

Vor allem die Euphorie um eine geplante Aufspaltung von Thyssenkrupp sorgte dafür, dass die Dax-Anleger ihr anfängliches Zögern nach dem jüngsten Zinsschritt der US-Notenbank Fed ein Stück weit ablegten. Als weitere Stütze kam der schwache Euro hinzu, der für die Exporte hiesiger Unternehmen von Vorteil sein kann. Neue Querelen um den italienischen Staatshaushalt setzten die Gemeinschaftswährung genauso unter Druck wie starke Konjunkturdaten aus den USA, die umgekehrt den US-Dollar stärkten.

Der Dax setzte sich mit dem freundlichen Ausklang wieder über der Marke von 12 400 Punkten ab, die unter Börsianern als entscheidend für den weiteren kurzfristigen Trend gilt. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte konnte mit seinem großen Indexbruder aber nicht Schritt halten: Er gab am Ende um 0,12 Prozent auf 26 148,29 Punkte nach.

Bei Thyssenkrupp sorgten Aufspaltungspläne für einen Befreiungsschlag: Eine geplante Trennung in die Industrie- und Wertstoffgeschäfte ließ die Papiere in der Spitze um 17 Prozent in die Höhe schnellen. Analyst Seth Rosenfeld vom US-Analysehaus Jefferies bezeichnete die Meldungen als den "lange ersehnten Kurstreiber für den Industriekonzern". Am Ende blieb ein Kursplus von 10 Prozent übrig.

Unter den weiteren Spitzenwerten im Dax rückten Bayer um 1,6 Prozent vor, nachdem zuletzt erste Experten signalisiert hatten, dass die Stimmung der Investoren zur Aktie ihren Tiefpunkt erreicht haben könnte. Auch Volkswagen zeigten sich mit einem Gewinn von 1,7 Prozent freundlich. Wie es in einem Medienbericht hieß, haben die Wolfsburger in Verhandlungen mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zur Dieselkrise konkrete Zusagen gemacht.

Der größte Dax-Verlierer waren die Papiere der Lufthansa , die um 3,6 Prozent auf den niedrigsten Stand seit zwei Monaten fielen. In die Flucht trieb die Anleger eine Analystenstudie von Kepler Cheuvreux: Expertin Ruxandra Haradau-Doser warnte bei der Fluggesellschaft vor zunehmendem Wettbewerb auf der Kurzstrecke, einer sich verschlechternden Situation auf längeren Distanzen sowie vor steigenden Treibstoffkosten.

Die zunächst noch fest in den Handel gestarteten Aktien von Hella büßten im MDax letztlich gut 3,8 Prozent ein. Auf der Analystenkonferenz habe Vorstandschef Rolf Breidenbach seine Erwartung an das laufende zweite Geschäftsquartal als "erheblich schlechter" im Vergleich zum Vorquartal bezeichnet, schrieb Analyst Jose Asumendi von JPMorgan in einer Einschätzung.

Die zuletzt arg gebeutelten Aktien von Fielmann erholten sich dagegen mit plus 3,7 Prozent. Die DZ Bank hatte ihre bisherige Verkaufsempfehlung für die Papiere der Optikerkette aufgegeben. Sorgen um den heißen Sommer, der zuletzt seine Folgen für die Ausblicke einiger anderer Handelsunternehmen hatte, hält Analyst Thomas Maul inzwischen für eingepreist.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte am Ende auf Augenhöhe mit dem Dax um 0,48 Prozent auf 3449,79 Punkte zu. In Paris und London gingen die jeweiligen Leitindizes ebenfalls mit knapp einem halben Prozent in der Gewinnzone aus dem Handel. In New York rückte der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa in ähnlichem Maße vor wie die europäischen Leitindizes.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,35 Prozent am Mittwoch auf 0,33 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,08 Prozent auf 140,13 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,27 Prozent auf 158,03 Punkte nach. Der Euro wurde zuletzt mit 1,1673 US-Dollar gehandelt. Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) zuvor auf 1,1707 (Mittwoch: 1,1737) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8542 (0,8520) Euro gekostet./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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