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Krisenbarometer Mehr Gefahr durch Schattenbanken: Draghi will wachsenden Risiken Riegel vorschieben

28.09.2018, 15:32  |  2863   |   |   

EZB-Chef Mario Draghi fordert mehr Regulierung zur Bekämpfung der wachsenden Risiken durch Schattenbanken. In der Tat wächst der Einfluss der weitgehend unregulierten so genannten "Schattenbanken".

Laut Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), mache der unzureichend regulierte Schattenbankensektor mittlerweile rund 40 Prozent des Finanzsystems in der gesamten EU aus. Das berichtet "Reuters".

Da sich die Macht der Schattenbanken vergrößert hat, fürchten Finanzmarkt-Akteure, dass Schattenbank-Anleger in Krisenzeiten fluchtartig aus ihren Investments fliehen oder ihre Schuldtitel nicht mehr nach Plan bedienen können, so dass in der Folge das Finanzsystem ins Ungleichgewicht kommen könnte.

Laut einem Anfang März veröffentlichten Bericht des Finanzstabilitätsrats (FSB) kontrollieren die so genannten Schattenbanken immer mehr Vermögenswerte. Demnach stieg im Jahr 2016 der auf Schattenbanken entfallende Teil der Finanzwirtschaft um 7,6 Prozent auf 45,2 Billionen US-Dollar. Dieser Teil mache rund 13 Prozent der gesamten Finanzvermögen in den von der FSB untersuchten 29 Ländern und Regionen aus. Diese wiederum stünden zusammen für rund 80 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Mit dem Oberbegriff "Schattenbanken", der fälschlicherweise illegale Aktivitäten suggeriert, werden verschiedene Formen von Finanzinstituten bezeichnet, die keine Banken sind, aber Kreditgeschäfte betreiben. Der Großteil sind zum Beispiel verschiedene offene Anleihe-, Kredit- oder Hedge-Fonds. Hinzu kommen auch spezielle Private-Equity-Gesellschaften, Investmentfonds, börsengehandelte Indexfonds (ETFs) und auch in manchen Fällen Versicherungsgesellschaften. Ein gemeinsames Merkmal ist, dass sie alle nicht der offiziellen Bankenregulierung unterliegen. Prominentes Beispiel einer so genannten "Schattenbank" ist der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock.

Die Möglichkeiten zum Angehen von Gefahren in Kredit- und Geldgeschäften abseits der Bankenbranche seien durch einen "unvollständigen Werkzeugkasten" eingeschränkt, sagte EZB-Präsident Draghi, der auch Chef des Europäischen Systemrisikorats (ESRB) ist. Draghi ließ offen, mit welchen neuen Werkzeugen er die wachsende Macht des Schattenbankensektors eindämmen will.

Quelle:

Reuters

Wertpapier
BlackRock


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Kommentare

Die Geister die ich rief...Es ist schon etwas gewagt, jetzt gegen diese Institute zu argumentieren, nach dem man sie 20 Jahre toleriert o. mehr oder weniger gefördert hat.

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