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DAX-Wochenplan: FED verdaut, Italien noch nicht

DAX-Wochenplan FED verdaut, Italien noch nicht

Gastautor: Andreas Mueller
30.09.2018, 11:24  |  5610   |   |   

Deuten die neusten Italien-News erneut eine Eurokrise an? Der DAX-Verlauf der Handelswoche hat dies am Freitag zumindest suggeriert. Wie gefestigt ist der Index im Chartbild?

Das Wochenminus von 1,5 Prozent im DAX sagt nichts über die Bewegung der einzelnen Handelstage aus. Diese waren durchasu volatil. Vor allem die US-Leitzinserhöhung und Italien spielten dabei eine wichtige Rolle. Wie sich dies im Chartbild widerspiegelt, erörtere ich in dieser Chartanalyse für die KW40.

 

Rückblick auf die DAX-Woche

 

Die DAX-Handelswoche startete nach der Vorwochenbewegung (noch einmal nachlesbar) mit sehr wenig Schwankungen und geringer Volatilität. An die Hochs der Vorwoche, die vor allem im Zuge des Verfallstages entstanden, konnte der Markt nicht mehr anknüpfen. Knapp über bzw. unter 12.400 Punkten wurden die Wochenhochs markiert und mehrfach getestet. Dabei nahm die Schwankungsbreite an den einzelnen Handelstagen sukzessive zu. Von Anfangs noch 60 Punkten und fast impulslosem Handel steigerte sich diese auf 203 Punkte am Freitag. In der Wochenhistorie sieht dies wie folgt aus:

 

 

Dabei stach vor allem die zweite Wochenhälfte hervor. Hierbei erwarteten die Marktteilnehmer mit Spannung das Zinsergebnis der amerikanischen Notenbanker FED. Wie erwartet wurde dabei der Leitzins erhöht. Nunmehr das achte Mal in Folge, was einem Basiszins von über 2 Prozent entspricht. Im internationalen Vergleich zieht der US-Zins damit weiter an und vergrößert den Spagat zur EZB. Folgende Grafik von finanzen.net veranschaulicht dies:

 

 

Ob sich diese Entwicklung fortsetzt, werden die nächsten Wirtschaftsdaten zeigen. Erwartet wird zumindest für Dezember eine weitere Zinsanhebung in den USA und mit der aktuellen EZB-Politik könnte Europa dann ggf. im kommenden Jahr nachziehen.

Die Börsen reagierten erst einmal gelassen auf dieses Event am Mittwochabend. Am Folgetag gab es dann heftigere Ausschläge. Die Reaktion verursachte eine kleine Stopp-Welle auf der Unterseite. Dabei verließ der Deutsche Aktienindex seine leicht fallende "Range" und erschreckte die Anlegern etwas:

 

 

Dieser "Schüttel-Alarm" dauerte nicht lange an. Bereits zum Mittag war der Verlust fast aufgeholt und am Nachmittag stand sogar ein neues Wochenhoch auf der DAX-Agenda. Wie sich dies vollzog, zeigt dieser recht beeindruckende Wochenchart. Man bezeichnet dies in der klassischen Markttechnik als Intraday-Reversal. Shorties mussten schnell eindecken und trieben den Markt letztlich sogar auf ein neues Wochenhoch, wie auf meiner Facebook-Präsenz gezeigt wurde:

 

 

Auch dieser Ausbruch war nicht nachhaltig. Bereits am Freitag wurde die 12.400 wieder unterschritten und im Zuge der Italien-Meldungen auch die 12.300 und kurzzeitig die 12.200. Was war geschehen?

 

Was geschah in Italien?

 

Eine regelrechte "Schuldenpanik" löste den Kursrutsch aus. Seitens der EU ist das Land zum Schuldenabbau angehalten. Der aktuelle Haushalt sieht jedoch gänzlich anders aus. Damit droht ein größerer Konflikt.

Im ersten Affekt fielen die italienischen Staatsanleihen und Bankenwerte. Der Kursrutsch war so stark, dass einige Aktien sogar vom Handel ausgesetzt wurden, wie u.a. Fokus Money berichtete. Diese Auswirkungen waren ebenso im DAX zu spüren, der im Einklang mit dem EUR/USD am Freitag stark nachgab.

Charttechnisch ist der DAX somit weiterhin im Abwärtstrend. Aus dem Tageschart heraus fügt sich die Freitagskerze nahtlos in eine Reihe von fallenden Hochpunkten ein. Wie im Forum zu lesen war, könnte dies hier als Kursziel herhalten:

 

 

Perspektiven in der neuen DAX-Woche

 

Im Stundenchart ist auf den Tiefs vom Freitag ein Bereich angelaufen worden, der uns Mitte September bereits beschäftigte. Er könnte dem Markt erst einmal Halt verschaffen und somit als Konsolidierung durchgehen:

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DAX-Wochenplan: DAX nach dem Verfall mit Blick auf Wall Street
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