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DAX-Wochenplan: DAX nach dem Verfall mit Blick auf Wall Street

DAX-Wochenplan DAX nach dem Verfall mit Blick auf Wall Street

Gastautor: Andreas Mueller
23.09.2018, 13:19  |  6837   |   |   

Der Verfallstag ist durch und mit hohem Volumen schloss der DAX nahe den Wochenhochs. Eine Implikation, die man vor dem Hintergrund der Charttechnik erst einmal positiv beurteilen sollte. Doch was liest man noch daraus?

Das Wochenplus von 2,5 Prozent hat den DAX über die ehemalige Entscheidungsmarke von 12.120 gehoben und eindrucksvoll an den Trend an der Wall Street angeknüpft. War daran nur der Verfallstag schuld oder löst dies eine weitere Rallye aus? Folgende Chartanalyse nimmt dazu Stellung.

 

DAX im Bann des Verfallstages

 

Als "Entscheidungsmarke" hatte ich die 12.120 Punkte in der Vorwoche betitelt, wie Sie unter diesem Direktlink noch einmal nachlesen können. Mit der Wochenentwicklung hat der DAX nicht nur diese Entscheidung vollzogen, sondern den Monat September zurück in die Gewinnzone gebracht. Im laufenden Jahr vollzieht er jedoch noch immer ein Minus von 4,6 Prozent - dies sei am Rande mit erwähnt.

Blicken wir hier zum Eingang der Analyse noch einmal auf das große Chartbild zurück:

Den Ausbruch über diese gezeigte blaue Zone macht sich der Markt jedoch nicht leicht. Am Montag wurde der Widerstand noch einmal getestet. Das Tageshoch von 12.123 Punkten zeigte dessen Stärke deutlich und schickte den Markt mit einem kleinen Minus aus dem Handelstag. Dies sollte der einzige Minustag der Woche bleiben. Schon am Dienstag fand ein neuer Angriff statt und diesmal gelang auch der Sprung über diese Marke. Sehr eindrucksvoll, wie ich am Rande der IB-Days nur vernehmen konnte. Dabei blieb es nicht.

Bereits am Mittwoch blickte der DAX nicht einmal mehr zum ehemaligen Widerstand zurück, sondern wartete zunächst einfach ab. Mit abnehmender Volatilität waren sich die Marktteilnehmer scheinbar nicht einig, ob dieser ehemalige Widerstand noch einmal getestet werden sollte oder die Rallye gleich weitergeht. Darüber wurde im Forum ausgiebig diskutiert:

 

 

Letztlich entschied sich der Index für einen Ausbruch auf der Oberseite und übersprang die 12.200er-Marke. Anhaltendes Momentum bescherte auch an den weiteren beiden Handelstagen 100 Punkte Kursgewinne in der Spitze. Der Freitag fiel hier noch einmal aus dem Rahmen, da es sich um den so genannten Hexensabbat handelte. Hier kam es bereits am Morgen zu einem Squeeze und Kursen von 12.458 Punkten im Hoch, von welchem jedoch wenig später noch einmal stark korrigiert wurde. Charttechnisch orientierte Trader hielten sich bei diesen "Umschichtungen" eher zurück oder schauten auf wenige, prägnante Signale, wie das GAP und einen kleinen Intraday-Abwärtstrend:

 

(mehr dazu im Forum)

Beim Verfallstag war im Vorfeld die Marke von 12.400 immer wieder genannt worden. Im Zusammenhang mit den massiven Umschichtungen der DAX-Indexfamilien zum kommenden Montag (24.09.2018) war hier am Freitag noch einmal ein hohes Volumen zu sehen. Dies sticht vor allem optisch aus den anderen Handelstagen hervor, wie die Historie von wallstreet-online aufzeigt:

 

Somit fiel pro Handelstag dann je eine 100er-Marke auf der Kursachse: 12096 - 12157 - 12219 - 12326 - 12430). Zusammenaddiert kam der DAX auf das eingangs dargestellte Wochenplus von 2,5 Prozent und machte es sich am Verfallstag an der 12.400er-Marke gemütlich. War daran nur der Verfall schuld und kommt es am Montag dann zu einer starken Gegenbewegung, wie die Redaktion von wallstreet-online spekulierte?

 

Wall Street mit neuen Rekorden

 

Ebenfalls um mehr als zwei Prozent legte an der Wall Street der Dow Jones zu. Dies alleine ist keine Schlagzeile wert, jedoch schaffte es das "Schwergewicht" der Indizes nun auch, sein Allzeithoch einzustellen. Es bestand seit Januar und hielt bisher dem Drängen der Bullen stand, welche schon vor einigen Wochen im Nasdaq100 und S&P500 neue Rekorde aufstellten.

Angedeutet hatte sich dies zur Wochenmitte, wie ich auf meinem Facebook-Kanal dokumentierte:

Damit vollzog sich im Wochenfazit ein ähnliches Bild wie beim DAX. Auf den leicht schwächelnden Montag folgten vier Gewinntage. Das große Chartbild sieht nun für den Tageschart auf der Zeitachse der letzten 10 Monate wie folgt aus:

Mit diesem Bruch ist zwar wieder eine Menge "Luft" zum Aufwärtstrend generiert worden, jedoch auch ein sehr starkes Chartsignal entstanden, auf welches vor allem die großen Anlagegelder entsprechend reagieren.

Doch kommen wir zurück zum DAX:

 

Chartausblick kommende Woche

 

Getrieben von den Rekorden an der Wall Street könnte man meinen, der DAX sollte auch schnell zu seinem Allzeithoch aufschliessen. Dieses liegt 8,5 Prozent entfernt oder mehr als 1.000 Punkte. Kein leichtes Unterfangen, wenn man sich der globalen Risiken bewusst ist. Diese wirken sich direkt auf die Exportwerte im DAX aus und bremsten ihn jüngst. Neben den Automobilwerten ist Linde, FMC oder Henkel zu nennen.

Im eingangs gezeigten Chartbild ist erst einmal der ehemalige Widerstand um 12.120 überwunden:

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