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Egbert Prior FinTech Group - Die Alpenrepublik und Kursgipfel im Blick

Gastautor: Egbert Prior
07.11.2018, 11:26  |  1796   |   |   

Wir legten Ihnen das Papier zuletzt am 2. Dezember 2016 ans Herz. Seither kletterte der Kurs um 64% auf aktuell 22,60 Euro. In der Spitze hatte die Aktie im Mai mit 35,90 Euro sogar noch deutlich höher notiert. Über die Hintergründe und weiteren Perspektiven sprechen wir mit Frank Niehage. Der CEO berichtet über eine gute Entwicklung der fundamentalen Daten und bekräftigt die Prognose für das laufende Jahr. Danach soll sich der Umsatz 2018 auf mehr als 120 Millionen summieren und der Nettogewinn bei 24 Millionen landen. Vergleichen Sie: 2016 gingen erst 95 Millionen durch die Bücher, der Jahresüberschuß 12 Millionen. Die Mittelfristziele gehen sogar von einem Anstieg der Erlöse auf 150 Millionen aus, der Nettogewinn soll mehr als 30 Millionen erreichen. 2020 könnte es soweit sein. Cashcow ist der Onlinebroker Flatex, der etwa 75% der Konzernerlöse beisteuert und eine Ebit-Marge von etwa 35% abwirft. Unternehmenslenker Niehage schätzt den Marktanteil auf mehr als 25% in Deutschland – gemessen an der Zahl der Transaktionen. Das Wachstum ist rasant, insgesamt gewann die FinTech Group allein im ersten Halbjahr gut 21.000 neue B2C-Kunden. In dem zweiten Geschäftsfeld – etwa 25% Umsatzanteil, ca. 20% Ebit-Marge – erbringen die Frankfurter Dienstleistungen für andere Banken. Geldinstitute wickeln beispielsweise ihr Geschäft mit Privatkunden über Plattformen von FinTech im Rahmen eines „White-Label-Bankings“ ab. Vorstandschef Niehage gibt sich überzeugt, daß FinTech über die modernste und umfangreichste Bankingplattform – einschließlich Vollbanklizenz – verfüge. Selbstentwickelt. Konventionelle Bankbetriebssysteme stammten noch aus den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Die Hessen haben die Österreichische Post überzeugt. Die älteste Post der Welt – gegründet 1491 – geht ein joint venture (50/50) mit FinTech ein. Ziel ist es, Niehage zufolge, die modernste und erfolgreichste Hybridbank in der DACH-Region zu bauen. Die Österreicher verfügen über 1,7 Millionen Bankkunden, die in mehr als 1.750 Filialen bzw. Repräsentanzen bedient werden können. Im Gegenzug bringt FinTech die Österreich-Tochter von Flatex mit ihren 30.000 Kunden ein. Der Clou: Das Gemeinschaftsunternehmen wird der FinTech Group einen Auftrag über mehr als 100 Millionen erteilen zur Erbringung von IT-Dienstleistungen. Laufzeit zehn Jahre. Das sorgt für einen schönen und gut planbaren Einkommensstrom! Niehage sieht darin einen Meilenstein. Weitere Projekte dieser Art könnten folgen. Europaweit. Vielleicht kommt es schon in der zweiten Jahreshälfte 2019 zu einem weiteren Deal. Ziel ist das rasche Wachstum. Die Österreichische Post hat sich im Zuge einer Barkapitalerhöhung mit rund 7% an der FinTech Group beteiligt. Anfang Oktober zum Kurs von 28,50 Euro. Hauptaktionär ist mit 25% der Börsenmedienverleger Bernd Förtsch. Aktuelle Marktkapitalisierung 423 Millionen. Das KGV (2018) schätzungsweise 18. Nicht zu teuer für ein FinTech, das kräftig wächst. Fazit: Nach der Korrektur haben Anleger nun die Chance, zu deutlich niedrigeren Kursen als die Österreichische Post einzusteigen.

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