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In Europa fest verwurzelt

In Europa fest verwurzelt

Gastautor: Hussam Masri
18.04.2019, 09:37  |  1284   |   |   

Im Schlussquartal 2018 haben sich die Geschäfte in der deutschen Chemieindustrie spürbar eingetrübt. Obwohl eine Besserung vorerst nicht in Sicht ist, bietet der Sektor Perspektiven für Anleger.

Vom 23. bis 26. Mai finden die Europawahlen statt. Dabei sind in der Europäischen Union insgesamt rund 400 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, an die Urnen zu gehen. Da mit den Europawahlen wichtige Weichen für die weitere Entwicklung der EU und damit auch für die deutsche Wirtschaft gestellt werden, setzt sich auch der eine oder andere Industrieverband für die Teilnahme der Bürger an der Wahl ein. Die Chemieindustrie beispielsweise – Deutschlands drittgrößte Industriebranche – bekennt sich ausdrücklich „zu einem geeinten Europa als Garant für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Frieden“. Daher hat der Verband der Chemischen Industrie (VCI) sogar eine eigene Kampagne gestartet, in der einem vereinigten Europa oberste Priorität beigemessen wird.

EU ist der wichtigste Exportmarkt

Das Engagement kommt nicht von ungefähr. Schließlich hat der EU-Binnenmarkt eine herausragende Bedeutung für die rund 2.000 Unternehmen der chemischen Industrie in Deutschland. Kaum eine andere Branche hierzulande ist derart stark vom Export abhängig. Rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes im Jahr 2018 erwirtschafteten die Unternehmen des Sektors mit dem Auslandsgeschäft. Das sind circa 127 Milliarden Euro, wovon 58 Prozent auf Kunden in der EU entfallen (siehe Grafik).

Quelle: Destatis, VCI (auf Basis der vorläufigen Daten für 2018)

Angesichts dieser Zahlen wird deutlich, dass die deutsche Chemiebranche als Teil internationaler Wertschöpfungsnetzwerke auf offene Märkte angewiesen ist. Derzeit kämpfen die Marktteilnehmer außerhalb der EU vor allem an zwei Fronten: China wird im Welthandel immer wichtiger, greift aber planerisch und wettbewerbsverzerrend in seine Wirtschaft ein. Die USA stellen zunehmend ihre Bindung an internationale Verträge infrage, haben Zollerhöhungen eingeleitet und drohen mit weiteren Schritten. Da protektionistische Maßnahmen weltweit zunehmen, werden die Bedingungen für den internationalen Handel also immer schwieriger.

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Hussam Masri
Managing Director Produktmanagement, Product Sales und Produktmarketing, DekaBank

Hussam Masri verantwortet als Bereichsleiter das Produkt- und Marktmanagement der Deka-Gruppe. Er zeichnet in dieser Funktion für die Produktentwicklung und das Produktmanagement der Wertpapier-Publikumsfonds, Vermögensverwaltungs- und Altersvorsorgeprodukte und Zertifikate sowie für die Vertriebsunterstützung verantwortlich. Hussam Masri hat maßgeblich dazu beigetragen, das Fondsgeschäft der DekaBank erfolgreich auszubauen und das Zertifikategeschäft der Deka in wenigen Jahren auf eine marktführende Position zu entwickeln. Der Diplom-Betriebswirt und Finanzökonom (ebs) verfügt insgesamt über fast 20 Jahre Produkt- und Vertriebserfahrung.

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