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Moventum Marktkommentar 17.04.2019 Gnadenfrist für May: Brexit vorerst vertagt

Gastautor: Michael Jensen
20.04.2019, 16:02  |  781   |   |   

Zu Wochenbeginn veröffentlichte das statistische Bundesamt die deutsche Handelsbilanz für Februar 2019. Demnach waren die deutschen Exporte im Februar 2019 um 3,9 Prozent und die Importe um 5,1 Prozent höher als im Februar 2018. Zur Wochenmitte wurden dann aus Großbritannien die neuesten BIP-Zahlen sowie die Industrieproduktion vermeldet. Während das BIP-Wachstum mit +0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat den Markterwartungen entsprach, konnte die Industrieproduktion mit einem Zuwachs von 0,6 Prozent gegenüber der Vorperiode sogar positiv überraschen. Auf politischer Ebene rang man sich aufseiten der EU gleichzeitig zu einem typischen Brüssel-Kompromiss durch, als der Austritt der Briten im nächsten Akt des unendlichen Dramas auf Oktober verschoben wurde. Aber auch bei diesem Datum handelt sich ausdrücklich um keine rote Linie. Derweil dominierten in den USA die Fundamentaldaten. So zeigte sich beispielsweise bei den Konsumentenpreisen mit einem Zuwachs von 1,9 Prozent eine erneute Stabilisierung. Gleiches galt für die Produzentenpreise, wo ein Zuwachs von 2,2 Prozent vermeldet wurde. Zum Wochenabschluss enttäuschte dann aber das US-Konsumentenvertrauen die Erwartungen, als mit 96,9 Punkten der Konsens (98,0 Punkte) doch relativ deutlich verfehlt wurde. Positiv überraschen konnte hingegen die EU-Industrieproduktion. Mit einem Ergebnis von +1,9 Prozent gegenüber dem Vormonat wurden die Erwartungen – der Markt war von einem Rückgang um 0,5 Prozent ausgegangen – doch deutlich übertroffen.

Der Preis für ein Barrel Öl der Sorte Brent verteuerte sich im Vergleich zur Vorwoche abermals und stieg um circa einen US-Dollar auf nunmehr 71,55 US-Dollar je Barrel. Der US-Dollar wertete gegenüber dem Euro um 0,80 Prozent ab. Auch der Yen notierte schwächer (-1,00 Prozent).

In der vergangenen Handelswoche mussten die globalen Aktienmärkte einen Wertrückgang verzeichnen. Die größten Verluste erlitt dabei Japan, gefolgt von den Schwellenländern, den USA und Europa. Innerhalb Europas zeigte die Eurozone relative Stärke. Auf Sektorebene ergab sich folgendes Bild: In Europa entwickelten sich die Sektoren Finanzwerte, zyklischer Konsum und Rohstoffe überdurchschnittlich. Relative Schwäche zeigten dagegen Gesundheitswerte, Versorger und Basiskonsumtitel. In den USA erzielten die Sektoren Finanzwerte, Kommunikation und IT eine Outperformance, während Titel aus den Bereichen Biotechnologie, Gesundheit und Energie zurückblieben. Sowohl in Europa als auch den USA entwickelten sich Value-Titel besser als Wachstumswerte. Hinsichtlich der Kapitalisierungen entwickelten sich in Europa Nebenwerte besser, während in den USA Large Caps dominierten.

Im Rentenbereich wiesen Euro-Staatsanleihen einen Kursrückgang auf. Unternehmensanleihen mit IG-Rating verzeichneten hingegen ein minimales Plus. Am besten entwickelten sich Hochzinsanleihen. Lokalwährungsanleihen aus den Schwellenländern verzeichneten ebenfalls ein Plus.

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