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Geldanlage Der Ehemann ist keine Altersvorsorge!

Gastautor: Markus Richert
16.09.2019, 21:47  |  563   |   |   

Bis 1962 war das sogenannte „Geheimsparen der Hausfrauen“ gesetzlich verboten. Bis zu diesem Jahr durften Frauen in Deutschland kein eigenes Bankkonto eröffnen. Es sollte damit verhindert werden, dass die Hausfrau sich selber etwas vom Haushaltgeld zur Seite legen konnte. Erst 1969 wurden Frauen in Deutschland für voll geschäftsfähig erklärt. Erst seit 1977 dürfen Frauen selbständig einen Arbeitsvertrag unterschreiben. Vorher hätte dieser auch jederzeit vom Ehemann gekündigt werden können. Bis weit in die 70er Jahre hinein, war die Rollenverteilung in der Gesellschaft klar vorgegeben. Der Ehemann war der Hauptverdiener, die Ehefrau hatte sich um den Haushalt und die Kinder zu kümmern.

Mittlerweile herrscht glücklicherweise Gleichberechtigung in Deutschland. Frauen und Männer haben die gleichen Möglichkeiten ihre private Vorsorge und ihren Vermögensaufbau selbstständig zu gestalten. Die Realität sieht jedoch leider immer noch anders aus. Viele Frauen scheinen das Thema des privaten Vermögensaufbaus lange zu vernachlässigen. Statistisch gesehen fangen Frauen zehn Jahre später als Männer damit an, sich ein eigenes Vermögen aufzubauen. Im Durchschnitt sind sie Ende 20 während Männer bereits mit Anfang 20 fürs Alter vorsorgen. Das sind wertvolle Jahre, die für den privaten Vermögensaufbau fehlen.

Dabei haben Frauen im Schnitt im Rentenalter 50 Prozent weniger Einkommen zur Verfügung als Männer. Die Erwerbsbiographien von Frauen sind, bedingt durch Auszeiten für die Kindererziehung, häufig durch Unterbrechungen gekennzeichnet. Auch beim durchschnittlichen Einkommen sind Frauen häufig noch schlechter gestellt. Laut der neuesten Studie des Familienministeriums haben nur zehn Prozent aller 30- bis 50-jährigen Frauen netto mehr als 2.000 Euro monatlich zur Verfügung, bei den Männern hingegen sind es 42 Prozent.

Die Ehe ist für Frauen ein Armutsrisiko

Vor allem die Ehe ist für viele Frauen nach wie vor ein großes Armutsrisiko. Vor allem dann, wenn die Partnerschaft nicht wie ursprünglich geplant ein Leben lang hält. Denn die unromantische Realität sieht leider derzeit anders aus. Die Scheidungsrate liegt aktuell bei 40 Prozent, in Großstädten wird sogar jede zweite Ehe geschieden. Wenn die Ehe scheitert, haben viele Frauen ein Problem. Nach Scheidungen haben sie rund 40 Prozent weniger Geld zur Verfügung, während Männer mit nur sieben Prozent weniger auskommen müssen. Wer weniger Geld hat, der wird sich auch weniger um seine Altersvorsorge kümmern können. Frauen sind nach Trennungen deshalb oft finanziell doppelt benachteiligt. Mit ihrem Partner verlieren Sie häufig nicht nur einen Großteil ihrer eigenen Alterssicherung, sondern es fehlt dann oft auch die finanzielle Möglichkeit, sich eine eigene Rente aufzubauen.

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