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Faktor Klimawandel Wohnsitz wählen trotz Wetterextremen: Aus der Traum vom Haus am Meer?

22.11.2019, 20:46  |  11081   |   |   

Das Wetter war schon immer ein beliebtes Gesprächsthema. Zurückzuführen sein dürfte das mit auf dessen unverfänglichen Smalltalk-Charakter. Buchstäblich hitziger geht es dagegen beim Thema Klimawandel zu. Unstrittig ist, dass sich das Klima ändert und auch in der Vergangenheit geändert hat. Strittig ist dagegen, welche Rolle der Mensch dabei spielt und ob er das Klima bewusst beeinflussen kann und soll. Der prominenteste Skeptiker ist zugleich der mächtigste Mann der Welt: Donald Trump. Und der lässt keine Kältewelle aus, um sich über jene lustig zu machen, die an die Theorie der globalen Erwärmung glauben.


 

Das Geschäft mit der Angst

Losgelöst von der Frage, ob und inwieweit der Mensch ursächlich für Klimaveränderungen ist, werden inzwischen Wetterdaten gesammelt wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. Eines der Ergebnisse dieser Sammelwut ist nicht nur eine Flut von Daten, sondern auch eine von Statistiken. Eine dieser Statistiken besagt beispielsweise, dass klimabedingte Wetterextreme über die vergangenen Jahrzehnte deutlich zugenommen haben (Abb.1). Allerdings sollten derartige Statistiken stets kritisch hinterfragt werden: Was wurde genau gemessen? Wie wurden die Daten verdichtet? Wer hat die Statistik mit welcher Intention angefertigt?



Gerade in der Klimaforschung scheint die neutrale, ergebnisoffene Forschung angesichts des politischen Drucks und der geradezu aberwitzigen Summen, die im „Klima-Business“ bewegt werden (s.u.), einen zunehmend schweren Stand zu haben. Auch was die „meisten Experten“ meinen, hat einen Aussagewert von genau null. Ernsthafte Wissenschaft entwickelt sich nämlich nicht entlang von Mehrheitsmeinungen, sondern entlang von Fakten, Berechnungen sowie Versuch und Irrtum. Oft genug waren es sogar nur Einzelne, denen entscheidende Durchbrüche gelangen.

Fakt ist, dass mit einem an sich abstrakten Thema wie dem Klima politisch und medial seit Jahren ein Geschäft mit der Angst betrieben wird. Hier können die Akteure mittlerweile Vollzug melden. So nannten die Menschen – allesamt keine Klimaexperten – in der Hälfte der einbezogenen 26 Länder (darunter auch Deutschland) einer aktuellen Umfrage des US-Forschungsinstituts Pew Research Center den globalen Klimawandel am häufigsten als große Bedrohung für ihr Land (Abb. 2).

Milliarden, Billionen – was kostet das Klima?!

Das Klima ist in kürzester Zeit zu einem globalen Big Business geworden, in dessen Gravitationsfeld sich naturgemäß auch die Finanzindustrie tummelt. Es geht nicht nur um Geld, viel Geld – die meisten, die uns mit ihren Studien Angst einjagen, leben in der einen oder anderen Form vom Klima-Business und hoffen auf noch viel größere Geschäfte in der Zukunft. So beziffert Morgan Stanley die von Klimakatastrophen verursachten Schäden weltweit (siehe Abb. 3) alleine für die vergangenen drei Jahre auf über 650 Mrd. USD. Nordamerika war davon mit 415 Mrd. USD am stärksten betroffen, danach folgte Asien mit 180 Mrd. USD.

Außerdem zitiert die US-Investmentbank einen Bericht des berühmt-berüchtigten Intergouvernemental Panel on Climate Change (IPCC) der Vereinten Nationen vom Oktober, laut dem beim derzeitigen Niveau der Treibhausgasemissionen bis 2040 weltweit Schäden von 54 Bio. USD drohen: Hurrikane, steigende Meeresspiegel. Der Traum vom Haus am Meer wäre demnach ausgeträumt. Beispielhaft sei eine Studie der Landesbank Baden-Württemberg genannt, wonach sich der Temperaturanstieg und die Zunahme an Extremwetterereignissen insbesondere auf Kleinkinder, alte oder kranke Menschen negativ auswirke. Folge von steigenden Temperaturen und Hitzewellen sei ein Anstieg der Sterberate aufgrund von Herzkreislaufversagen, Atemwegsproblemen, Hitzeschlägen und drastischem Flüssigkeitsmangel; jede Temperaturerhöhung führe demnach zu einer Zunahme der Sterblichkeit, abnehmender Produktivität sowie einer höheren Zahl an Krankheitstagen. Studien zu positiven Auswirkungen steigender Temperaturen auf Flora und Fauna – Stichwort: Klimaoptimum – muss man in der aktuellen Katastrophenhysterie dagegen mit der Lupe suchen.

Wetterextreme verstärken die Migration

Die Studienautoren verweisen zudem auf Prognosen wie etwa von der Weltbank, wonach bei anhaltendem Klimawandel bis 2050 mit einer Zahl von 143 Mio. Klimaflüchtlingen zu rechnen ist. Das bisher Geschriebene dürfte ausreichend verdeutlichen, wie sehr über das Thema Klima unser künftiges Alltagsleben beeinflusst werden soll. Länder, die in solchen und vergleichbaren Studien als besonders stark betroffen angesehen werden, insbesondere falls sich hier eine Art Konsens herausbildet– und sei es auch nur durch gegenseitiges Abschreiben –, dürften für einen Teil der Auswanderungswilligen an Reiz verlieren. Denn wer setzt sich schon freiwillig Risiken wie Stürmen, Überschwemmungen, Dürren und extremen Temperaturen aus, wenn dadurch neben Hab und Gut im schlimmsten Fall sogar Leib und Seele gefährdet sind. Nun sollte man solche Überlegungen natürlich bei der Entscheidungsfindung einbeziehen.



Das Problem: Niemand weiß, wo Mutter Natur als Nächstes zuschlägt. Möglich sind aber Annäherungsversuche. So räumt Morgan Stanley in der erwähnten Studie zwar erheblich variierende unmittelbare physische Klimarisiken in einzelnen geografischen Regionen ein. Gleichzeitig verweist man jedoch darauf, dass die USA und Europa 2017 vor allem von einem spürbaren Anstieg der Hurrikanschäden und Wildbrände betroffen waren, während Überschwemmungen und Erdrutsche in Lateinamerika, Afrika und Asien viel häufiger auftraten. Außerdem führen die Autoren aus, dass 2017 von den 710 großen Klimaereignissen 41% in Asien stattfanden und 24% in Nordamerika.
 

Inseln und ärmere Länder besonders gefährdet

Zu einer gewissen Orientierung verhilft ansonsten der von der Notre Dame Global Adaptation Initiative (ND-GAIN) erstellte Länderindex. Dieser beurteilt basierend auf Daten von mehr als 20 Jahren und gestützt auf 45 Indikatoren die Anfälligkeit und Adaptionsfähigkeit von 181 Ländern im Fall extremer Klimaereignisse. Die Top-Five-Länder sind demnach Dänemark (Platz 1), Neuseeland, Norwegen, Singapur und Großbritannien. Deutschland folgt auf dem 6. Rang.

Am Tabellenende tummeln sich Sudan, Burundi, Eritrea, Tschad sowie die Zentralafrikanische Republik (181) – allesamt ohnehin keine potenziellen Ziele für Auswanderer. Laut ND-GAIN stehen zudem kleine Inselstaaten vor immer größeren klimatischen Herausforderungen, wie etwa dem steigenden Meeresspiegel. So war die Karibik 2017 von einer rekordverdächtigen Hurrikansaison geplagt, und im Pazifik weisen viele Inseln wie Fidschi, die Malediven, Samoa, Tonga und Vanuatu eine zunehmende Anfälligkeit auf. Weitere hilfreiche Informationen liefert darüber hinaus der Globale Klima-Risiko-Index 2019.

Fazit

Eine allgemeingültige Handlungsempfehlung gibt es zum behandelten Thema nicht. Für Auswanderungswillige kann es aber sinnvoll sein, den erwarteten Klimawandel auf die eine oder andere Weise in seine Überlegungen einzubeziehen. Vordergründig dürften die bisher gemäßigteren Klimazonen ebenso bevorteilt sein wie finanzstärkere Länder und Regionen mit überdurchschnittlichem Bildungsgrad. Andererseits könnte es auch eine „smarte Strategie“ sein, sich in einer allgemein weiter gesteigerten Klimahysterie in bereits abgeschriebenen Destinationen auf Schnäppchenjagd zu begeben.

Autor: Jürgen Mellner / Smart Investor

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2 Kommentare

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Kommentare

Und es gibt laut IPCC keine Zunahme von schweren Stuermen, Ueberschwemmungen & Duerren.
https://threadreaderapp.com/thread/987052536883376128.html

Es gibt zwar mehr Hitzewellen aber auch weniger Kaeltewellen. Weltweit sterben erheblich mehr Menschen im Winter als im Sommer, selbst in Indien.

Im Gegenteil, der oekonomisch mit Abstand groesste Effekt ist positiv - das Aufbluehen der Biosphaere durch CO2 Duengung mit 50% mehr Photosynthese seit Ende der Kleinen Eiszeit.

Es ist kein Zeichen von Intelligenz anzunehmen, das Klima der Welt habe am Ende der kargen, duerren, elenden Kleinen Eiszeit um 1850 ein Optimum erreicht.
Ein irrefuehrender Artikel

Es gibt keine Zunahme an globalen Naturkatastrophen.

Der Anstieg in obiger Grafik ist ausschliesslich der Definition von "Naturkatastrophen" geschuldet als

Extreme weather events are meteorological, hydrological, or climatological events that ― have caused at least one fatality and/or produced normalized losses ≥ US$ 100k, 300k, 1m, or 3m (depending on the assigned World Bank income group of the affected country).

D. h. der Anstieg ist Folge des Zuwachses an Wohlstand.

Denn bereinigt man die Daten um den Zuwachs des Sozialprodukts, ergibt sich

1. die Schaeden sind sehr klein, bezogen aufs Sozialprodukt
2. es gibt sogar einen Trend nach unten!

https://twitter.com/RogerPielkeJr/status/1153691128861876224


Bild: https://pbs.twimg.com/media/EAK79q0UYAAplFM?format=jpg&name=small

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