Mein Gefühl vor der US-Wahl – und wie ich Trump sehe

Gastautor: Rainer Zitelmann
02.11.2020, 18:13  |  2712   |   |   

Warnung: Wer Trump hasst und wer Trump verehrt, der sollte diesen Artikel vielleicht nicht lesen. Sie werden sich nur ärgern.

Quelle: NBC News.

Die Mehrheit der Westeuropäer ist gegen Trump und für Biden. Und dann gibt es eine kleine Minderheit von Trump-Fans. Die Medien in Deutschland und Europa berichten extrem einseitig – sie sind fast ausnahmslos auf der Seite von Biden und gegen Trump. Das führt bei einer Minderheit zu einer Gegenreaktion: Sie sind für Trump, weil alle anderen gegen ihn sind. Differenzierte Positionen zu Trump gibt es kaum: Entweder sind die Leute 100% gegen ihn und halten ihn für einen Teufel. Oder sie sind zu 100% für ihn und halten ihn für ein Genie.

Ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit Trump. Während des Wahlkampfes vor vier Jahren war ich zwei Monate in den USA; zudem habe ich alle wichtigen Trump-Biografien gelesen. Und ich schaue jeden Tag beide Sender: Fox News und CNN. In Deutschland wird Fox als Propaganda-Sprachrohr von Trump dargestellt. Aber so einfach ist das nicht. Trump hat sich in den letzten Monaten immer wieder über Fox News beschwert: Der Unterschied zu den letzten Wahlen, so sagte er letzte Woche in einer Rede, sei: „We’ve lost Fox.“ Ja, Fox News ist eher Pro-Trump (besonders der Moderator Sean Hannity), aber Fox ist nicht so einseitig Pro-Trump wie CNN oder die New York Times Anti-Trump sind.

Ich erlaube mir eine differenzierte Position zu Trump, wissend, dass ich damit sowohl die Trump-Hasser wie die Trump-Fans verärgere. Aber das stört mich nicht.

Was gefällt mir an Trump?

Trump hat besonders in der Wirtschafts- und Steuerpolitik einige gute Dinge umgesetzt. Statt immer mehr Regulierung, wie das unter Obama der Fall war, hat er eher auf Deregulierung gesetzt und eine Reihe von überflüssigen Vorschriften abgeschafft. Zudem hat er die Steuern deutlich gesenkt. Beides hat der US-Wirtschaft sehr gut getan. Die Arbeitslosigkeit ist (bis zu Beginn der Corona-Krise) massiv zurückgegangen. Die Aktienmärkte haben geboomt.

Mir hat schon immer an Trump gefallen, dass er nichts auf politische Korrektheit gibt. Politische Korrektheit bedeutet eine massive Freiheitsbedrohung, und in den USA ist sie sogar noch weiter verbreitet als in Europa. Da wirkt es befreiend, wenn sich jemand nicht an die Sprachregeln der politischen Korrektheit hält. Trumps Vorgänger Obama hat sich um Themen wie Transgender-Toiletten gekümmert und sich sogar unterwürfig entschuldigt, nachdem er eine positive Bemerkung über das Aussehen einer Staatsanwältin gemacht hat, was zur Empörung der politisch Korrekten geführt hatte. Viele Amerikaner waren und sind – so wie ich – von dieser politischen Korrektheit genervt, und das hat Trump sehr genutzt.

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