Tiefe Besorgnis bei Mittel- und Osteuropas Unternehmen
- Atradius-Zahlungsmoralbarometer: 60 Prozent der befragten Firmen erwarten Anstieg der Insolvenzen
- Deutliches Wachstum des Kreditversicherungsgeschäfts
KÖLN, Deutschland, 4. Juni 2024 /PRNewswire/ -- Die anhaltend schwache Konjunktur in Europa, die hohe Inflation sowie der Krieg zwischen der Ukraine und Russland hinterlassen bei den mittel- und osteuropäischen Unternehmen ihre Spuren. „60 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass die anhaltende wirtschaftliche Belastung in den nächsten zwölf Monaten zu einem Anstieg der Insolvenzen führen wird", sagt Thomas Langen, Senior Regional Director Deutschland, Mittel- und Osteuropa beim internationalen Kreditversicherer Atradius. Das ist das Ergebnis des aktuellen Atradius Zahlungsbarometers für Osteuropa (Central and Eastern Europe, CEE). Befragt wurden mehr als 1.700 inländische und ausländische Lieferanten aus Bulgarien, der Tschechischen Republik, Ungarn, Polen, Rumänien, der Slowakei, Slowenien und der Türkei.
Während drei von fünf CEE-Unternehmen in den kommenden Monaten konkret einen Anstieg der Insolvenzen bei ihren B2B-Kunden erwarten, rechnen fast 33 Prozent mit kurz- und langfristigen Herausforderungen, die das gesamte Geschäftsumfeld prägen werden. Dies erklärt, warum zehn Prozent mehr CEE-Unternehmen als im vergangenen Jahr den Schwerpunkt auf ein strategisches Kreditrisikomanagement legen, um ihre finanzielle Position abzusichern. Das Atradius Zahlungsmoralbarometer belegt jedoch auch, dass sich die Unternehmen in Osteuropa grundsätzlich als widerstandsfähig und anpassungsfähig einschätzen, wenn es darum geht, das schwierige wirtschaftliche Umfeld zu meistern.
Finanzielle Herausforderungen nehmen zu
Die Angst vor steigenden Insolvenzen spiegelt einen Trend in ganz Europa wider, da die gleiche Anzahl westeuropäischer Unternehmen diese Befürchtungen teilt. „Die Erwartung eines erhöhten Insolvenzrisikos, das sich auf das Geschäft auswirken kann, unterstreicht die finanziellen Herausforderungen, mit denen Unternehmen in den kommenden Monaten rechnen müssen", betont Thomas Langen. Die Folge dieser Entwicklung: Die Unternehmen legen ihren Fokus auf die Verbesserung des Kreditrisikomanagements, um ihr Wachstum zu unterstützen, den Cashflow zu verbessern und die Rentabilität zu schützen – und dass bei anhaltendem wirtschaftlichem Druck auf das Geschäft.