VW-Kursziel 131 Euro
Volkswagen-Debakel als Einstiegschance? – Analyst sieht 50 Prozent Kurspotenzial
Volkswagen hat die Prognose für das Geschäftsjahr 2024 bestätigt. Das stimmt das Team von Warburg Research positiv. Das Kursziel kann sich sehen lassen.
- VW bestätigt Prognose für 2024, Warburg positiv gestimmt.
- Umsatz Q3 bei 78,5 Mrd. Euro, EBIT schwächer als erwartet.
- DZ Bank senkt fairen Wert auf 110 Euro, Kaufempfehlung bleibt.
- Report: Goldpreis nicht zu stoppen

VW erreichte einen Umsatz 78,478 Milliarden Euro im dritten Quartal und lag damit leicht über den Erwartungen. Das EBIT fiel jedoch mit 2,855 Milliarden Euro etwas schwächer aus als erwartet und verzeichnete einen Rückgang von 41,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die EBIT-Marge lag bei 3,6 Prozent und bereinigt bei 5,2 Prozent, während das Ergebnis je Aktie 2,42 Euro betrug und damit deutlich unter der Konsensschätzung von 3,87 Euro blieb.
"Das dritte Quartal war das schwächste des Jahres", resümiert Fabio Hölscher von der Warburg Bank. Ein Rückgang der Auslieferungen um 7 Prozent, ein ungünstiger Modell- und Markenmix sowie höhere Fixkosten belasteten das Ergebnis. Zusätzliche Restrukturierungsaufwendungen von 1,2 Milliarden Euro, vor allem bei der Markengruppe Progressive, drückten ebenfalls auf das Ergebnis.
Hölscher erwartet jedoch eine Verbesserung im vierten Quartal, mit einem Umsatzanstieg auf etwa 83 Milliarden Euro und einer operativen Marge von rund 6,5 Prozent. Ein solider Auftragsbestand und großes Interesse an neuen Modellen geben hierfür laut dem Analysten ausreichend Sicherheit. "Der Vorstand dürfte sich auf die aktuellen Marktentwicklungen konzentrieren", fügt Hölscher hinzu. Mit einem Kursziel von 131 Euro sieht Warburg für die Volkswagen-Aktie ein Potenzial von 47 knapp 50 Prozent.
Die DZ Bank hat den fairen Wert der Volkswagen-Vorzugsaktien nach den jüngsten Geschäftszahlen von 120 auf 110 Euro gesenkt, hält jedoch an ihrer Kaufempfehlung fest. "Es fehlen weiterhin belastbare Details zu den geplanten Kostensenkungen für die Marke VW", so Analyst Michael Punzet in einer Studie.
Aufgrund der starken Arbeitnehmervertretung und der politischen Einflussnahme – insbesondere durch das VW-Gesetz – sieht Punzet eine Lösung nur im Einvernehmen zwischen Management und Belegschaft. Ein nachhaltiger Margenzuwachs bei der Marke VW könnte die Aktie langfristig stützen und attraktiv machen.









**zzgl. marktüblicher Spreads und Fremdkosten
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

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