Deadline ist am Freitag
Super Micro vor Delisting? Das müssen Aktionäre jetzt wissen!
Die Aktie von Super Micro Computer (SMCI) steht vor einem potenziellen Delisting. Was Anleger jetzt wissen sollten.
- SMCI droht Delisting, Quartalsbericht verspätet.
- Aktien fallen stark, Kurs unter 18 US-Dollar.
- Analysten warnen vor Kundenverlust und Konkurrenzdruck.
- Report: Goldpreis nicht zu stoppen

Super Micro gab am Mittwoch bekannt, dass das Unternehmen nicht in der Lage sein wird, seinen Quartalsbericht für das am 30. September endende Quartal fristgerecht einzureichen. Der Grund dafür ist, dass mehr Zeit benötigt wird, um die Finanzberichte und Offenlegungen vollständig abzuschließen.
Das Unternehmen steht bereits unter dem Druck, seinen 10-K-Bericht für das am 30. Juni abgeschlossene Geschäftsjahr bis zum 16. November einzureichen, da es sonst Gefahr läuft, von der Nasdaq-Börse gestrichen zu werden. Aber was passiert, wenn SMCI die Frist verstreichen lässt?
"Sie halten weiterhin Aktien, und die Aktien werden weiterhin gehandelt. Sie werden in den Pink Sheets gehandelt", sagte Wedbush-Analyst Matthew Bryson gegenüber Barron's. Der Handel mit ihnen wird jedoch schwieriger sein.
"Pink Sheets" ist ein anderer Begriff für Aktien, die außerbörslich und nicht an einer großen Börse gehandelt werden. Bei vielen Pink-Sheet-Aktien handelt es sich um Penny Stocks, die eine geringe Marktbewertung und niedrige Aktienkurse aufweisen, bei anderen wiederum um nicht börsennotierte amerikanische Hinterlegungsscheine (ADRs) ausländischer Aktien. Für sie gelten auch nicht die gleichen strengen Anforderungen wie für börsennotierte Aktien. Der Markt ist oft weniger liquide und der Handel kann teurer sein.
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Anleger müssen entscheiden, ob es sich lohnt, die Aktie zu halten. Super Micro wurde bereits einmal im August 2018 von der Börse genommen, weil das Unternehmen seine Finanzberichte nicht rechtzeitig eingereicht hatte. Es wurde dann im Januar 2020 wieder an der Börse notiert.
"Wir haben eine Blaupause für das, was beim letzten Mal passiert ist. Die Multiplikatoren von Super Micro sind in der Talsohle auf einen niedrigen einstelligen Wert gesunken – das Unternehmen ist drei Jahre lang nicht gewachsen", so Wedbush-Analyst Bryson weiter.
Bryson bewertet die Aktie aktuell mit "Hold" und einem Kursziel von 24 US-Dollar. Er warnt davor, dass die derzeitigen Probleme die Kunden davon abhalten könnte, Super Micro anstelle von Wettbewerbern zu nutzen.
Mit dieser Meinung ist er nicht allein. Morgan Stanleys Analyst Erik Woodring glaubt, dass Nvidia angesichts des anhaltenden Super-Micro-Dramas eher geneigt sein wird, seine GPUs an Dell zu liefern. Ein anderer Analyst, Ben Reitze von Melius Research, sagte, dass Super Micro "nicht nur ein Konkurrent von Dell ist – es ist 'der' Konkurrent für KI-Server".
Aktien im freien Fall
Je näher die Deadline rückt, desto weiter fallen die Aktien. Am Donnerstag notieren die Titel zweistellig im Minus unter 18 US-Dollar und weiten damit die Verluste vom Mittwoch aus. Am Mittwoch hatte der Serverhersteller mitgeteilt, dass er nicht in der Lage sein wird, auch seinen 10-Q-Bericht für das Septemberquartal "ohne unangemessenen Aufwand oder Kosten" einzureichen. Die Aktie ist seit ihrem Allzeithoch von 118,81 US-Dollar im März um 83 Prozent eingebrochen.
Super Micro sagte in der Einreichung vom Mittwoch, dass es "gewissenhaft daran arbeitet, eine unabhängige registrierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft auszuwählen".
Das Unternehmen wies jedoch auch darauf hin, dass es zusätzliche Zeit benötigt, damit dieser neue Wirtschaftsprüfer die Abschlüsse des letzten Geschäftsjahres überprüfen kann. Super Micro kann seinen Quartalsbericht für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres erst dann einreichen, wenn der Jahresabschluss des letzten Jahres vorgelegt wurde.
"Infolge der vorstehenden Ausführungen benötigt das Unternehmen zusätzliche Zeit, um die Jahresabschlüsse und die damit zusammenhängenden Angaben, die im Rahmen der verspäteten Berichte einzureichen sind, fertig zu stellen", so Super Micro in der Mitteilung vom Mittwoch.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

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