ROUNDUP

149 Aufrufe 149 0 Kommentare 0 Kommentare

Eon-Chef will beim Erneuerbaren-Ausbau mehr Wettbewerb

Für Sie zusammengefasst
  • Eon-Chef fordert neue Denkweise in der Energiepolitik.
  • Risiken für Investoren sollen nicht auf Kunden abgewälzt werden.
  • Politik soll flexiblere, weniger detailgesteuerte Ziele setzen.
ROUNDUP - Eon-Chef will beim Erneuerbaren-Ausbau mehr Wettbewerb

ESSEN (dpa-AFX) - Der Chef von Deutschlands größtem Stromversorger Eon , Leonhard Birnbaum, fordert von der künftigen Bundesregierung eine grundsätzlich andere Denkweise in der Energiepolitik. "Preis- und Mengenrisiken dürfen nicht auf Dauer komplett nur auf die Stromkunden umgelegt werden", sagte der Manager der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX und der Deutschen Presse-Agentur in Essen. Er sprach sich dafür aus, dass etwa Investoren in Wind- und Solaranlagen die finanziellen Risiken durch Zwangsabschaltungen bei Netzüberlastung künftig selbst tragen.

Bislang bekommen die Anlagenbetreiber bei sogenannten Abregelungen eine Entschädigung, die über die Netzentgelte auf alle Stromkunden umgelegt wird. "Wenn es das Problem des Investors wäre, wenn der Netzbetreiber ihn abregeln muss und er dafür keine Kompensation bekäme, dann würde er sich dreimal überlegen, ob er seine Anlage wirklich da baut, wo es jetzt schon regelmäßig Strom im Überfluss gibt", sagte Birnbaum. Grundsätzlich müssten Marktsignale bei den Investoren ankommen.

Anzeige 
Handeln Sie Ihre Einschätzung zu E.ON SE!
Long
13,00€
Basispreis
1,25
Ask
× 14,52
Hebel
Zum Produkt
Short
14,85€
Basispreis
0,73
Ask
× 13,80
Hebel
Zum Produkt
Präsentiert von

Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf das Disclaimer Dokument. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

Eon-Chef: Investitionsanreize werden falsch gesetzt

Der Energiemanager plädierte in Richtung Politik dafür, sich beim Umbau der Energiewirtschaft auf wenige Ziele zu beschränken und diese flexibel zu halten. "Wir haben im Moment ein Ausbauziel für Solar, ein Ausbauziel für Windkraft an Land, ein Ausbauziel für Windkraft auf See. Wir haben Ziele, was wir im Netz machen sollen, wie viele E-Autos wir verkaufen wollen und so weiter. Solche Ziele werden im Zweifel unter Einsatz zu großer Mittel und massiver Subventionen erreicht. Innovation ist nicht vorgesehen. Investitionsanreize werden falsch gesetzt - nämlich ausschließlich, um die Zielvorgaben zu erreichen und nicht nach dem tatsächlichen Bedarf."

Grundsätzlich solle die Politik weniger detailgesteuert agieren und stattdessen ordnungspolitischer und über den Markt. "Dieser Richtungswechsel muss stattfinden, egal, wer die Regierung stellt". So könne man etwa beim Ausbau der Erneuerbaren-Kapazität auch sagen: "Das Einzige, was uns wirklich interessiert, ist unser Ziel, den Erneuerbaren-Anteil an der Stromerzeugung im Jahr 2030 auf 80 Prozent zu bekommen. Und ob das dann am Ende 110 Gigawatt Solar sind oder 90 - wen interessiert das eigentlich?"

Birnbaum: Künstliche Intelligenz kann Systembetrieb verbessern

Birnbaum sprach sich auch dafür aus, stärker auf künstliche Intelligenz zu setzen. "Wir wissen, dass wir mit künstlicher Intelligenz unser System deutlich besser betreiben können als ohne." Überhaupt sei es wichtig, stärker auf Innovation zu vertrauen. Noch vor zehn Jahren etwa habe niemand über das Thema künstliche Intelligenz gesprochen. Auch in der Energiebranche werde es in Zukunft noch reichlich Innovation geben, "und die wird uns überraschen".

Entscheidend für eine erfolgreiche und für Kunden bezahlbare Energiewende ist nach Ansicht Birnbaums eine weitgehende Elektrifizierung jener Bereiche, in denen heute noch Öl und Gas verbraucht wird. "Elektrifizierung hat zwei wesentliche Vorteile. Sie erlaubt es, Energieeinsatz grün zu machen und die Effizienz zu steigern." So könne etwa ein E-Auto mit grünem Strom umweltfreundlich fahren. Da Elektromotoren viel sparsamer sind, sinke außerdem im Vergleich zu Verbrennerfahrzeugen der Energieeinsatz insgesamt stark.

Eon-Chef: Elektrifizierung könnte für sinkende Stromkosten sorgen

Zwar entstünden bei der Elektrifizierung zunächst höhere Kosten etwa durch den notwendigen Stromnetzausbau. Die würden aber auf mehr Verbraucher beziehungsweise höhere Verbrauchsmengen umgelegt. "Dadurch können die Strompreise langfristig konstant bleiben oder sogar sinken - je nachdem, wie erfolgreich die Elektrifizierung ist." Als Kunde bezahle man dann zwar insgesamt mehr für Strom. "Aber das wird überkompensiert durch die wegfallenden Energiekosten, weil man etwa kein Gas mehr für die Heizung oder Benzin für das Auto braucht."

In der Herangehensweise der gescheiterten Ampel-Regierung und einer potenziellen neuen unionsgeführten unter einem Kanzler Friedrich Merz erwartet Birnbaum klare Unterschiede. Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit sollten die Kernthemen für die nächste Regierung sein. Unabhängig vom Ausgang der Wahl freue er sich auf eine "stabile Regierung, die hoffentlich möglichst viel Reform vorantreibt".

Eon hat in Europa rund 47 Millionen Kundinnen und Kunden

Der Energieriese mit Hauptsitz in Essen hat in Deutschland rund zwölf Millionen Strom- und zwei Millionen Erdgaskunden, europaweit insgesamt rund 47 Millionen Kundinnen und Kunden. Eon ist auch größter Strom-Verteilnetzbetreiber Deutschlands: Mit 32 Prozent gehört fast ein Drittel des Verteilnetzes zum Konzern. Als Verteilnetz werden alle Stromnetzebenen unterhalb des Übertragungsnetzes bezeichnet. Das Verteilnetz spielt eine wichtige Rolle beim Energie-Umbau Deutschlands hin zur Klimaneutralität: Fast alle Wind- und Solaranlagen speisen ihren Strom in das Verteilnetz ein. Daneben ist Eon auch einer der größten Ladesäulenbetreiber./lew/tob/DP/zb

E.ON

+1,47 %
+3,16 %
+11,45 %
+19,20 %
+7,69 %
+30,17 %
+53,50 %
+12,37 %
+920,16 %
ISIN:DE000ENAG999WKN:ENAG99

 

Zusätzliche Unternehmensinformationen zur E.ON Aktie

Die E.ON Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -1,28 % und einem Kurs von 11,53 auf Lang & Schwarz (18. November 2024, 22:58 Uhr) gehandelt.

Auf 7 Tage gesehen hat sich der Kurs der E.ON Aktie um +3,62 % verändert. Der Gewinn auf 30 Tage beträgt +12,40 %.

Die Marktkapitalisierung von E.ON bezifferte sich zuletzt auf 37,24 Mrd..






dpa-AFX
0 Follower
Autor folgen
Mehr anzeigen
Die Nachrichtenagentur dpa-AFX zählt zu den führenden Anbietern von Finanz- und Wirtschaftsnachrichten in deutscher und englischer Sprache. Gestützt auf ein internationales Agentur-Netzwerk berichtet dpa-AFX unabhängig, zuverlässig und schnell von allen wichtigen Finanzstandorten der Welt.

Die Nutzung der Inhalte in Form eines RSS-Feeds ist ausschließlich für private und nicht kommerzielle Internetangebote zulässig. Eine dauerhafte Archivierung der dpa-AFX-Nachrichten auf diesen Seiten ist nicht zulässig. Alle Rechte bleiben vorbehalten. (dpa-AFX)
Mehr anzeigen

Verfasst von dpa-AFX
ROUNDUP Eon-Chef will beim Erneuerbaren-Ausbau mehr Wettbewerb Der Chef von Deutschlands größtem Stromversorger Eon , Leonhard Birnbaum, fordert von der künftigen Bundesregierung eine grundsätzlich andere Denkweise in der Energiepolitik. "Preis- und Mengenrisiken dürfen nicht auf Dauer komplett nur auf die …

Aktien von A - Z: # A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
wallstreetONLINE bei X wallstreetONLINE bei Instagram wallstreetONLINE bei Facebook wallstreetONLINE bei Youtube wallstreetONLINE bei LinkedIn
Wenn Sie Kursdaten, Widgets oder andere Finanzinformationen benötigen, hilft Ihnen ARIVA gerne. 

Unsere User schätzen wallstreet-online.de: 4.8 von 5 Sternen ermittelt aus 285 Bewertungen bei www.kagels-trading.de
Zeitverzögerung der Kursdaten: Deutsche Börsen +15 Min. NASDAQ +15 Min. NYSE +20 Min. AMEX +20 Min. Dow Jones +15 Min. Alle Angaben ohne Gewähr.
Werbehinweise:
Die Billigung des Basisprospekts durch die BaFin ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend zu informieren, insbesondere über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers. Sie sind im Begriff, ein Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann.
Copyright © 1998-2025 Smartbroker Holding AG - Alle Rechte vorbehalten. Mit Unterstützung von: Ariva Smartbroker+ Daten & Kurse von TTMzero