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"Lieber Tim Cook" Großinvestor Icahn sieht Apple-Aktie "dramatisch unterbewertet"

19.05.2015, 11:35  |  2630   |   |   

Sie sind auf der Suche nach dem ultimativen Aktien-Geheimtipp? Multimilliardär und Großinvestor Carl Icahn hätte ihn … Apple!

Naja, nicht gerade ein Geheimtipp, finden Sie? Icahn ist da anderer Meinung. Institutionelle Investoren, Wall Street Analysten und Medien, sie alle würden Apple und sein Potenzial einfach nicht verstehen, so der Großinvestor. In der Folge sei die Apple-Aktie „dramatisch unterbewertet“. So dramatisch, dass Icahn sich jetzt gezwungen sieht, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. "Lieber Tim Cook", schreibt er in einem offenen Brief und fordert den Apple-Chef auf, das Aktienrückkaufprogramm zu erhöhen, um den Wert der Apple-Aktie weiter in die Höhe zu treiben.

Angesichts des „gigantischen Erfolgs“ hält Icahn einen Aktienwert von 240 US-Dollar für gerechtfertigt. Das entspreche einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18 plus einem Bargeldbetrag von 24,44 US-Dollar pro Aktie. Ein „sehr konservatives“ Kursziel, wie Icahn findet und verweist auf das "gewaltige Ausmaß an Wachstumsmöglichkeiten" und die "Erfolgsgeschichte, wenn es darum geht, neue Märkte zu dominieren". Aus diesem Grund werde sich dieses Kursziel letztlich als zu konservativ erweisen.

„Zeit für einen viel größeren Aktienrückkauf“

Aber es gibt ein klitzekleines Problem: Von Icahns 240 US-Dollar-Marke ist die Apple-Aktie aktuell meilenweit entfernt. Sie liegt mit knapp 117 US-Dollar mehr als 100 US-Dollar darunter. Deshalb, so Icahn, sei es jetzt "Zeit für einen viel größeren Aktienrückkauf."

Doch wieso glaubt der Großinvestor, Tim Cook würde dieser Forderung nachkommen? Ganz einfach, weil er es schon einmal getan hat. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, erhöhte der Apple-Chef auf Druck von Icahn jüngst das Aktienrückkaufprogramm von 90 Milliarden auf 140 Milliarden US-Dollar. Außerdem durften sich die Aktionäre auf eine Dividendenerhöhung um elf Prozent freuen. Auch Icahn profitierte davon, immerhin hält er nach eigenen Angaben 53 Millionen Apple-Aktien im Wert von rund 6,8 Milliarden US-Dollar. Er gehört damit zu den Top Ten der größten Apple-Aktionäre.

Apple Car wird als „Game Changer“

Nun will Icahn mehr. Seiner Meinung nach unterschätzten sämtliche Investoren das Potenzial des Unternehmens. Dabei gehöre Apple die Zukunft und könnte „eine der größten Wachstumsgeschichte aller Zeiten“ schreiben. „Apple hat seine Leistung und seinen Erfolg beim Eintritt in neue Märkte unter Beweis gestellt. Wir gehen davon aus, dass das mit der Apple Watch, dem Fernsehen und dem Auto weiterhin der Fall sein wird, und die Welt wird eines Tages auf die heutige Aktienbewertung als ein faszinierendes Beispiel für die Ineffizienz des Aktienmarktes zurückblicken.“

Apple TV und Apple Car – das sind laut Icahn die zwei zukünftigen Erfolgsgaranten. Apple sei im Begriff, zwei neue Märkte zu betreten und auch zu dominieren, deren potenzielles Marktvolumen zusammen bei rund zwei Billionen US-Dollar liege, drei Mal so hoch wie Apples jetziges Marktvolumen. Insbesondere mit dem Apple Car könnte das Unternehmen in neue Dimensionen vordringen. Dass Apple in dem ebenso lukrativem wie hart umkämpften Automobilmarkt bestehen könnte, daran besteht für Icahn überhaupt kein Zweifel. Die steigenden Ölkosten, die Auswirkungen der globalen Erderwärmung, die geopolitischen Risiken im Zusammenhang mit der Abhängigkeit von Öl sowie die Kosten für Alternativen seien eine „change the world“-Chance für Apple. Icahn rechnet deshalb fest damit, dass an den Auto-Gerüchten etwas dran ist und Apple bis 2020 ein Apple Car präsentieren wird.

WSJ: Apple TV ist endgültig vom Tisch

Inwiefern das Apple TV in den Zukunftsplänen des Unternehmens eine Rolle spielen wird, ist fraglich. Zwar betont Icahn in seinem Brief immer wieder das Potenzial des Fernsehmarktes. Ob es jemals einen Apple-Fernseher geben wird, darf allerdings wohl zu Recht bezweifelt werden. Informationen des „Wall Street Journals“ zufolge soll Apple seine Pläne für ein TV-Gerät nämlich bereits vor einem Jahr aufgegeben haben (siehe hier). Der Konzern habe das Projekt vor über einem Jahr nach fast einem Jahrzehnt Entwicklung auf Eis gelegt, heißt es in dem Bericht am späten Montag. Demzufolge sehe Apple nicht genug innovative Funktionen, um sich in den scharf umkämpften Markt zu begeben. Apple wolle aber nach wie vor einen Online-TV-Service entwickeln, setzte dafür jedoch auf eine Weiterentwicklung seiner Zusatz-Box Apple TV, berichtete die Zeitung weiter.

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