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Griechenland Sinn im griechischen Schlaraffenland - Drachme einführen und alles wird gut

07.07.2015, 14:18  |  5355   |   |   

Es soll ja schon des Öfteren vorgekommen sein, dass Menschen mit zunehmendem Alter plötzlich ihren zweiten Frühling erleben. Bei Hans-Werner Sinn ist das nicht anders. Kurz vor seinem Ruhestand gibt er noch einmal mächtig Vollgas.

Auf dem Höhepunkt der Griechenland-Krise scheint auch der scheidende ifo-Präsident auf dem Gipfel seiner Karriere angekommen. Selten war Sinn so präsent wie in diesen Tagen. Kein Wunder, immerhin ist der Ökonom nicht nur für seinen markanten Bart, sondern vor allem für seine nicht weniger markanten Zitate bekannt. In einem Gastbeitrag für die „WirtschaftsWoche“ nimmt sich Sinn nun etwas zurück. Statt Sprüche zu klopfen, versucht er verhältnismäßig ausführlich seine Sichtweise darzulegen. Das macht sie aber nicht weniger umstritten.

Er beginnt mit einer Bestandsaufnahme: Der Konkurs Griechenlands sei fünf Jahre lang verschleppt worden und das mit Absicht. Öffentliche Gläubiger hätten die Schulden der privaten übernommen und ihnen so die Möglichkeit gegeben, „sich aus dem Staube zu machen“. Seither seien die Schulden von 50 Milliarden (1. Quartal 2010) auf nunmehr 330 Milliarden Euro gestiegen. Doch trotz dieser Hilfsgelder in Milliardenhöhe liege die griechische Wirtschaft noch immer am Boden, trotzdem leide das Land unter einer humanitären Katastrophe. Sinn: „Europas Politiker stehen vor einem großen Scherbenhaufen.“ Für diesen Scherbenhaufen gelte es nun gerade zu stehen. Laut Sinn müssten alle drei Mitglieder der Troika ihren Teil der Verluste tragen – denn dass das Geld unwiderruflich verloren ist, steht für ihn gar nicht mehr zur Diskussion. Aber „dass nun allein die Euro-Staaten die Rechnungen der anderen beiden Troika-Partner mit übernehmen sollen, wie es scheint, ist nicht einzusehen. Ihre Parlamente würden sich damit zu bloßen Erfüllungsgehilfen technokratischer und nicht unmittelbar demokratisch kontrollierter Gremien machen, die die Konsequenzen ihrer Entscheidungen nicht tragen müssen.“

Eine Staatspleite als Basis für den Aufschwung

Was Griechenland braucht ist nach Ansicht Sinns eine Insolvenz. Die Staatspleite würde nämlich nicht zur Verarmung führen, so der ifo-Präsident, sondern Griechenland von seinen Schulden befreien und damit einen Neustart ermöglichen. Wichtigster Bestandteil eines Neuanfangs wäre es dann, den Kern aller griechischen Probleme anzugehen – die nicht vorhandene Wettbewerbsfähigkeit. „Importüberhang und Massenarbeitslosigkeit zeigen, dass Griechenland meilenweit vom Zustand der Wettbewerbsfähigkeit entfernt ist.“ Sinn hält die Rückkehr zu Drachme und die damit verbundene Abwertung deshalb für unerlässlich. Dabei würde es zunächst ausreichen, die Drachme als virtuelle Verrechnungseinheit einzuführen und den Euro weiterhin für die tatsächliche Zahlung zu akzeptieren. „Der Euro wird so zur Parallelwährung.“ Kommen die neuen alten Drachmen-Scheine schließlich druckfrisch aus der Notenpresse, können sie den Euro langsam aber sicher ersetzen (Lesen Sie hierzu auch: Sinn fordert den Weekend-Grexit – Zurück zur Drachme in nur einem Wochenende).

Auf die Abwertung folgt der Wirtschaftsboom

Was dann folgt ist das Sinn’sche Credo eines Wirtschaftsbooms durch Abwertung. Es ist zugleich der umstrittenste Teil seiner Argumentation. Diese geht so: Eine Abwertung führt zu einem wahren Wirtschaftswunder, …

… weil ausländische Produkte so teuer werden, dass die Griechen gezwungenermaßen auf ihre eigenen zurückgreifen müssen. Die Folge: die inländische Nachfrage boomt.

… weil auch das ausländische Obst und Gemüse zu teuer wird und die griechische Bevölkerung die eigenen Tomaten und Oliven essen müssen. Die Folge: die Landwirtschaft boomt.

… weil die vielen reichen Griechen, die ihr Geld zuvor im Ausland in Sicherheit gebracht haben, zurückkommen und die ganzen billigen Villen aufkaufen werden, die dann natürlich allesamt aufwändig restauriert werden müssen. Die Folge: der Bausektor boomt.

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Kommentare

Evtl. sollte WO mal in einen gestandenen Volkswirt für die Redaktion investieren.

Der obige WO-Beitrag entbehrt jeglichen Sachverstandes, um das Wort dämlich zu vermeiden.
...ein Land wie Griechenland importiert ca. 70 Prozent seiner Lebensmittel, Sinn, sie machen mir manchmal Angst mit ihren Unsinn. <

Warum, weil die Griechen sogar ihre Tomaten mit den geschenkten Euro lieber in Holland einkaufen.
Die Tomaten sollen sie doch selbst anbauen und vieles andere auch.
Dann hätten sie auch nicht so viele Arbeitslose.
Mit der Drachme würden sie sich holländische Tomaten kaum noch leisten können, dann mussten sie selbst anbauen, wenn sie Tomaten essen wollen.

Um Sinn zu verstehen, benötigt man leider einen IQ > 100.
Tja,aber das ist ja gerade der Wahnsinn !
Auf diesem Gebiet sollte Griechenland doch exportieren und wenn das nicht der Fall ist,dann kann das doch alles nichts werden!
Hätte die Politik regional wenigstens noch die Hosen an,dann würde sich so etwas als erstes von selbst lösen,aber die Mitgliedschaft in einer Gemeinschaft hat halt Folgen,auch in der Regulierung.

Da hat er schon Recht,wenn das endet,wird sich Griechenland selbst neu entdecken!
Ob sie ihn wohl das Foto selbst aussuchen ließen und er drauf zeigte und sagte,jaa,das,das gefällt mir ?:laugh::laugh::laugh:
...ein Land wie Griechenland importiert ca. 70 Prozent seiner Lebensmittel, Sinn, sie machen mir manchmal Angst mit ihren Unsinn.

Das alles endet im Chaos, kriminelle Griechen, kriminelle Brüsselaner, neben der Kappe agierende Experten.
Ja gerne Schlaraffenland, mir auch fast egal wo Hauptsache nicht in Dunkeldeutschland und auch nur da wo die Sonne scheint.

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