DAX+0,65 % EUR/USD+0,15 % Gold0,00 % Öl (Brent)0,00 %

Smart-TV Der Spion sitzt im Fernseher

09.03.2017, 16:21  |  5803   |   |   

Im ersten Halbjahr 2016 wurden in Deutschland 2,6 Millionen Fernseher mit Smart-TV-Funktion verkauft. Die Geräte im heimischen Wohnzimmer sind kaum gegen Spionage geschützt - und keiner spricht darüber.

Wer sich einen Fernseher kauft, der will den neuesten Stand der Technik. Eines der unverzichtbarsten Features heutzutage ist die Smart-TV-Funktion, also die Verbindung des Fernsehers mit dem Internet. So können unter anderem ausländische Sender empfangen, Clips angeschaut und der PC mit dem Fernseher verbunden werden. Der große Haken daran: Die fehlende Datensicherheit.

Besonders betroffen könnten Besitzer von Samsunggeräten sein. Laut der Enthüllungsplattform WikiLeaks habe der amerikanische Geheimdienst (CIA) lange Zeit Fernseher dieses Herstellers zur Spionage genutzt (“SWR”). Die TV-Geräte sollen im Rahmen des Spionageprogramms "Weeping Angel" ("Weinender Engel") mit einer Abhörsoftware infiziert worden sein. Anschließend konnten die Nutzer auch im ausgeschalteten Zustand ausspioniert werden.

Wie soll das funktionieren? Die Mikrofone in den Geräten können mit einem speziellen Programm in Wanzen umgewandelt werden - die Software muss zudem mit einem USB-Stick auf den Fernseher aufgespielt werden. Wenn das Gerät entsprechend präpariert wurde, dann zeichnet es auch bei ausgeschalteten Mikrofonen alle Gespräche und Geräusche auf. Zeitgleich werden die Aufnahmen an einen verdeckten CIA-Server weitergeleitet.

Im konkreten Fall gehe es um Geräte, die 2013 auf den Markt gekommen waren, wobei es keine Garantie dafür gebe, dass nicht auch 2012er und 2014er Modelle entsprechend modifiziert werden könnten. Es handelte sich um die Modelle ES8000, E8000, ES7550 und F8000, F8500, F7500, F7000, welche in Deutschland mit leicht abgewandelten Modellnummern - statt der zwei Nullen eine 90 am Ende - verkauft wurden ("Computerbild").

Die Samsung-Enthüllung hat einen faden Beigeschmack, denn Experten belegen, dass Geräte, wie Smart-TVs oder andere mit dem Internet verbundene Alltagsgegenstände, kaum gegen Spionage geschützt sind (”Reuters”). Eine mögliche Anfälligkeit solcher vernetzten Geräte hängt auch mit den generell niedrigen Sicherheitsvorkehrungen in der noch jungen Branche zusammen. Vielen Nutzern von Smart-TV-Geräten ist überhaupt nicht bewusst, dass es sich hierbei um einen Computer handelt.

Entsprechend niedrig sind die Sicherheitsvorkehrungen. Selbst, wer sich schützen möchte, der wird von der Technik ausgebremst, denn es können keine Virenscanner installiert werden - lediglich Software-Updates und sichere Passwörter steigern die Chance auf Privatsphäre. Professionelle Organisationen haben da leichtes Spiel. 

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Kommentare

Ich mache meine Wohnung durch verschiedene Massnahmen abhör-unerträglich. Eine davon ist, ich höre gerne Musik, aber immer nur das eine Lied! Wer mich abhört, der tut mir leid, Stunden lang, der gleiche Song wieder und wieder. 24/7. Falls ihr mal jemanden vom Secret Service aus dem Fenster hüpfen seht, der vorher im letzten Willen schreibt: ich konnte einfach nicht mehr Hossa! Hossa! hören..... Weiste Bescheid! :D
Ich korrigiere: Snowden trennt das Ei Fon in Gerät und Akku und legt es in den Kühlschrank und nicht der Reporter.................
Der Aufschrei in der Bevölkerung ist.....................................................................................................................NULL.

Wer das Buch "Der NSA Komplex" gelesen hat, weiss, dass fast jede ext. HD und praktisch jedes Mobile (speziell aber Äppl) Wanzen sind. Unvergesslich der Abschnitt im Buch, als der Reporter des The Guardian mit einem Ei Fon in Snowdens Zimmer kommt, Akku und Gerät trennt und es in einen Kühlschrank legt.................Und das beste: Fast keinen (auch hier nicht) stört es.........Und das wird hier auch so bleiben...................Die Menschen wollen 1984 haben..........also kriegen sie es um am Ende geschockt zu sein, wenn doch mal was raus kommt.
Dazu passt auch dieser Artikel:
http://www.wallstreet-online.de/nachricht/9389067-industrie-4-0-unqualifizierte-gebraucht
Am besten schaffen wir den Menschen ab und
dann kann der Smart-TV die Roboter ausspähen ;)
Schon vor ein paar Jahren wurde bekannt, dass die Fernseher von Samsung (und wohl auch anderer Hersteller) nachhause telefonieren können.

https://www.google.de/search?hl=de&as_q=&as_epq=B%C3%BCrgeramt+freiburg&as_oq=&as_eq=&as_nlo=&as_nhi=&lr=&cr=&as_qdr=all&as_sitesearch=&as_occt=any&safe=images&as_filetype=&as_rights=#hl=de&as_qdr=all&q=samsung+fernseher+nach+hause+telefonieren&*

Disclaimer

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel