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Warum Buffett unsere Pendants zu Apple, Kraft und Southwest Airlines gefallen könnten

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
20.03.2017, 10:00  |  1183   |   |   

Unter den 15 größten Positionen von Warren Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway befinden sich Apple (WKN:865985), Kraft Heinz Company (WKN:A14TU4) und Southwest Airlines.

Alle drei Unternehmen haben ihren Sitz in den USA. Wenig überraschend, wenn man bedenkt, dass Buffett immer wieder betont, wie sehr er an die Leistungsfähigkeit der amerikanischen Wirtschaft glaubt.

In meinen Augen bedeutet das aber nicht, dass es hier bei uns in Europa nicht ähnlich attraktive Unternehmen gibt. Ich glaube sogar, dass Buffett unsere europäischen Pendants zu den drei genannten US-Aktien sehr gut gefallen könnten.

Pärchen 1: Apple und BMW

Du wirst dich vielleicht fragen, warum BMW (WKN:519000) das Pendant zu Apple sein soll. BMW baut Autos und Motorräder, während Apple für seine Smartphones, Tablets und Laptops bekannt ist.

Ich glaube allerdings, dass Buffett sich nicht wegen iPhone, iPad und Co. mit Apple-Aktien eingedeckt hat. Viel mehr vermute ich, dass er zwei Wettbewerbsvorteile bei Apple sieht, die auch BMW mitbringt.

Zum einen verfügen beide Unternehmen über starke Marken. Apple ist laut Interbrand-Ranking Best Global Brands 2016 sogar die wertvollste Marke der Welt. Auch BMW mischt ganz vorne mit und belegt mit Rang 11 eine Spitzenposition.

Unternehmen mit bekannten Marken genießen bei ihren Kunden einen Vertrauensvorschuss. Darum greifen sie bevorzugt bei den ihnen bekannten Produkten zu und akzeptieren höhere Preise. Sowohl bei Apple als auch bei BMW äußerst sich das in überdurchschnittlichen Gewinnmargen.

Foto: Pixabay

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Der zweite Wettbewerbsvorteil, den Buffett sowohl bei Apple als auch bei BMW sehen könnte, sind ihre außergewöhnlich treuen Kunden. Wer kennt sie nicht, die überzeugten Apple-Jünger, die ein Samsung-Smartphone nicht mal mit der Grillzange anfassen würden?

Ähnlich verhält es sich meiner Meinung nach bei BMW. Wer einmal BMW fährt, tut sich schwer auf einen Mercedes oder einen Audi umzusteigen. Zu sehr identifiziert man sich mit dem sportlich dynamischen Image des Münchener Premiumautobauers.

BMW verfügt meiner Meinung nach mit seiner starken Marke und seinen treuen Kunden also über zwei ähnliche Stärken wie Apple. Ich könnte mir deshalb vorstellen, dass Buffett auch die BMW-Aktie sehr gut gefallen könnte.

Pärchen 2: Kraft Heinz Company und Nestlé

Auch bei unserem zweiten Pärchen, der Kraft Heinz Company, welche übrigens Buffetts aktuell größte Beteiligung ist, und Nestlé (WKN:A0Q4DC), dürften den Altmeister vor allem die starken Marken beeindrucken.

Was bei Kraft die bekannten Ketchups, Capri Sonne und Philadelphia sind, sind KitKat, Maggi und Nescafé bei Nestlé.

Quelle: pixabay, user WikimediaImages

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Für diese Markenprodukte sind Kunden bereit, mehr auszugeben als für ihre unbekanntere Konkurrenz – auch wenn diese teilweise erheblich günstiger ist. Das versetzt beide Unternehmen in die glückliche Lage, hohe Gewinnmargen zu erwirtschaften.

Der zweite Punkt, den Buffett sowohl an Kraft als auch an Nestlé schätzen dürfte, sind deren leicht verständliche Geschäftsmodelle. Beide verkaufen Lebensmittel, beide haben sich wie erwähnt Marken geschaffen, die ihre Kunden lieben.

Kaum ein Trend, eine technische Revolution oder ein empor schießender Konkurrent dürfte daran in naher Zukunft etwas ändern.

Nestlé steht dem Buffett-Investment Kraft in den Punkten Markenstärke und Geschäftsmodell meiner Meinung nach in nichts nach. Deshalb glaube ich, dass ihm die Nestlé-Aktie sehr gut gefallen könnte!

Pärchen 3: Southwest Airlines und Ryanair

Seit kurzem nennt Berkshire Hathaway auch Aktien von Fluggesellschaften sein Eigen – darunter Southwest Airlines, die größte Billigfluggesellschaft der Welt. Buffett liebt Unternehmen, die ihre Kosten im Griff haben.

Southwest Airlines und ihr europäisches Pendant, die irische Billigfluggesellschaft Ryanair (WKN:A1401Z), tun genau das. Ein Blick auf die operativen Margen belegt, dass trotz niedrigster Ticketpreise richtig viel Gewinn hängen bleibt.

operative Marge
Southwest Airlines         18,4 %
Ryanair         22,3 %
Lufthansa          7,2 %

Quelle: Unternehmensangaben, Margen aus dem letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr

Bei Ryanair ist die operative Marge sogar noch höher als bei Southwest Airlines, die Lufthansa hingegen fliegt den beiden Billigairlines meilenweit hinterher.

Auch der Preis dürfte bei Buffetts Entscheidung, sich Aktien von Southwest zu kaufen, eine Rolle gespielt haben. Die Aktie des amerikanischen Billigfliegers wird aktuell mit einem relativ niedrigen KGV von 14,3 gehandelt (Stand: 17.03.2017).

Auch hier steht Ryanair seinem US-Pendant in nichts nach, im Gegenteil. Die Ryanair-Aktie ist mit einem KGV von 13,1 sogar noch ein bisschen günstiger (Stand: 17.03.2017).

Damit ist Ryanair rentabler und gleichzeitig preiswerter als Southwest Airlines. Zwei gute Gründe, warum Buffett auch an den Iren Gefallen finden könnte!

Mein Fazit

Buffetts Investitionsschwerpunkt wird wohl auch weiterhin in den USA liegen. BMW, Nestlé und Ryanair zeigen allerdings, dass es auch in Europa Unternehmen gibt, die mit typischen Buffett-Eigenschaften ausgestattet sind. Vielleicht sollte er also doch mal hin und wieder einen Blick über den Atlantik werfen!

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Thomas Brantl besitzt Aktien von Apple, BMW, Nestlé und Ryanair. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und Berkshire Hathaway (B-Aktien). The Motley Fool besitzt Aktien von Nestlé. The Motley Fool empfiehlt BMW. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2018 $90 Calls auf Apple, Short Januar 2018 $95 Calls auf Apple.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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