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Prognose Trotz Tesla, BMW, Volvo und Smart: Millionen der E-Auto-Prämie könnten verfallen

06.07.2017, 11:34  |  7376   |   |   

Die Bundesregierung hatte am 2. Juli 2016 insgesamt 600 Millionen Euro zur Förderungen für E-Autos bereitgestellt. Die Einzelförderung - von bis zu 4.000 Euro pro Wagen - kann von Privatpersonen und Unternehmen beantragt werden. 

Vor gut einem Jahr wurde die E-Auto-Prämie ins Leben gerufen. Seither gab es 23.024 Anträge, die sich auf 13.080 Anträge für reine E-Autos und 9.937 für Plug-In-Hybride verteilen. Mehr als die Hälfte der Anträge kamen von Unternehmen, während nur 10.150 Anträge von Privatpersonen stammen. Die meisten Autos kommen von den Autobauern BMW (5.457 Anträge), Renault (3.331 Anträge) und Audi (2.742 Anträge).

Smart neu am Start

Bei den Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2017 verzeichnete Smart den größten Rückgang (-7,6 Prozent). Der kleine Stadtflitzer scheint in einer Sinnkrise zu stecken und nach neuer Überzeugungskraft beim deutschen Autokäufer zu suchen. Im Juni 2017 kündigte Daimler an, dass spätestens mit der nächsten Smart-Generation, die 2020 oder 2021 auf den Markt kommen soll, der Smart nicht mehr mit Verbrennungsmotoren angeboten wird. Der Plan gelte für den kleineren Zweisitzer genauso wie für die Vierpersonenvariante, heißt es im Unternehmen. Die Dieselversion des Smarts hatte Daimler schon 2015 aus dem Programm genommen ("MM"). 

In den USA, Kanada und Norwegen ist es bereits in diesem Jahr soweit und schon bald soll Smart weltweit nur noch Elektroautos anbieten. Auf dem deutschen Markt kommt vorerst ein zweisitziges Cabriolet als reiner Stromer. Das Basismodell kostet nach Abzug der Prämie immerhin 20.820 Euro. Dafür bekommen die Käufer Open-Air-Feeling, einen 81 PS-E-Motor von Renault, eine Reichweite von 110 bis 120 Kilometern, die Expressaufladung in 45 Minuten für 1.500 Euro-Extra, Klimaanlage und Radio. Trotz einem Haupteinsatz in der City, dürfte das Reichweitenmanko abschrecken ("Zeit"). 

Eine Alternative zu Smart

Falls es Smart nicht schaffen sollte seine Fans von der E-Technik zu überzeugen, dann könnte womöglich ein Newcomer für frischen Wind sorgen. Das Aachner StartUp e.GO Mobile stellte kürzlich ein E-Auto vor, dass nur 85 cm länger ist als ein Smart und mit 850 Kilo in einer ähnlichen Gewichtsklasse unterwegs ist. Der Viertürer soll im zweiten Quartal 2018 in Aachen in Serie gehen und unter 16.000 Euro kosten ("Chip"). Käufer könnten von der E-Prämie profitieren.

Kommt die E-Auto-Prämie in Fahrt?

Die Neuzulassungsbilanz für das erste Halbjahr 2017 zeigt bei PKWs mit alternativen Antriebsarten zwei- bis dreistellige Zuwachsraten. Es wurden 12.264 Plug-In-Hybride (+100,3 Prozent) und 10.189 E-Autos (+133,9 Prozent) angemeldet. Bei Dieselfahrzeugen gingen die Neuzulassungen um 9,1 Prozent zurück, während die Benziner um 11,7 Prozent zulegten ("ecomento").

Oder doch eher nicht?
 
Mit der E-Auto-Prämie soll in Deutschland die Nachfrage nach E-Autos angekurbelt werden. Es wurden 600 Millionen Euro zur Verfügung gestellt - die 23.024 Anträge seit Juli 2016 können maximal 92 Millionen Euro abgerufen haben. Bei gleichbleibenden Antragszahlen könnten 300 Millionen Euro im Staatshaushalt bleiben - bzw. verfallen. Legt man die Zahlen der Neuanmedlungen vom ersten Halbjahr 2017 zugrunde, dann könnten 2017 insgesamt 44.000 Autos mit alternativen Antrieben zugelassen werden. In diesem Szenario wäre die 600 Millionen Euro in 2019 nahezu aufgebraucht.

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Was für einen Vorteil bringt es, ein Produkt zu kaufen, das weder in seiner Zuverlässigkeit getestet ist, Probleme im Winter macht und für eine Klimazone gebaut wurde, die der von Kalifornien entspricht?

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