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DAX-Chartanalyse: Runde Marke von 12.000 wackelt

DAX-Chartanalyse Runde Marke von 12.000 wackelt

Gastautor: Andreas Mueller
13.08.2017, 11:45  |  6408   |   |   

Die 12.000 ist erreicht. Alles raus oder groß einsteigen? Diese Frage stellt sich nicht direkt, sondern mit Blick auf die anderen Märkten vielmehr die Frage nach der Diversifikation. Gold erscheint momentan interessanter, doch schauen wir erst einmal auf...

Nun also doch, die runde Marke von 12.000 wackelt im DAX. Die Bullen schafften es nicht, sich aus der Range der Vorwochen zu befreien. Dabei standen die Zeichen zum Start der Vorwoche noch recht gut. Doch die politischen "kurzen Beine" rannten immer stärker los und verhagelten am Ende nicht nur die Wochenbilanz, sondern auch das Gesamtbild mit der Möglichkeit eines Ausbruchs nach oben. Wie sich dies genau zugetragen hatte, wird hier nun dargestellt und ein - den politischen Unsicherheiten geschuldet - wager Ausblick gegeben.

 

Die Woche im Zeichen der Politik

 

Das Kräftemessen der Staatsmänner aus USA und Nordkorea geht in eine weitere Runde. Auch internationale Bestrebungen, unter anderem von unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel, verhalfen noch nicht zur Deeskalation der Situation. Konkret droht ein Krieg, der im Extremfall sogar mit Atomwaffen ausgetragen werden könnte. Nicht vorstellbar, was dies für die Wirtschaft und vor allem für die Menschheit bedeutet. Darüber möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen und halte mich lieber an die wirtschaftlichen und charttechnischen Fakten.

 

Zum Einstieg in die Vorwoche hatte ich neben dem nicht erfolgten Ausbruchs-Szenario auch einen weiteren Range-Verlauf skizziert. Die ganze Nachricht ist hier abzurufen:

Dieser deutete sich am Montag an. Ohne viel Momentum hielt der DAX jedoch ab Mittag inne und bewegte sich kaum noch. Für Trader sehr frustrierend und im Chartbild wie folgt hier festgehalten:

Die eingangs politische Stimmung legte sich natürlich nicht nur wie ein dunkler Schatten über Europa, sondern ebenso auf den Dow Jones. Dieser beendete nach 10 Tagen seine Gewinnstrecke und hinterließ ein überschaubares Minus:

 

Knapp oberhalb der 22.000 Punkte-Marke stoppte er am Mittwoch jedoch noch einmal und sorgte damit für neuerliche Hoffnung der Bullen:

(hier zum Nachlesen)

 

Diese wurde am Donnerstag jedoch zerstört. Mit dem Unterschreiten dieser Marke hatte auch der DAX keinen "Rettungsanker" mehr und unterschritt ebenfalls seine runde 1.000er-Marke. In dem Fall wackelte die 12.000er-Marke am Donnerstag und wurde kurz unterschritten. Etwas panischer kam dann der Freitag daher, doch um es positiv zu formulieren: Per Schlusskurs konnte diese Marke gehalten werden! Mit einer "Nullnummer" an Performance am Freitag, wie man in der Historie des DAX hier sieht:

 

Gut für die Trader übrigens, denn mit mindestens 110 Punkten Vola pro Handelstag nahm diese wieder zu und generierte somit mehr Trading-Ideen.

 

Auf der anderen Seite der Assets stand Gold im Fokus. Denn als vermeintlich "sicherer Hafen" ist das Edelmetall gerade in Krisenzeiten immer wieder stärker gefragt. Im direkten Vergleich zum DAX sieht man auch, dass Gold in dieser Woche um 2,3 Prozent zulegen konnte, während der DAX im Wochenverlauf genau 2,3 Prozent verlor. Diese Schere möchte ich hier als Bild kurz einfügen:

 

Ausblick auf die neue Handelswoche

 

Das große Bild mit dem Frankreich-GAP hatte ich mehrere Wochen nun immer wieder hier eingebaut. Es hat sich bei uns eingebrannt und nun ist auch die daraus resultierende Range gebrochen worden. Nicht wie favorisiert auf der Oberseite, sondern auf der Unterseite. Aber zumindest ein Ausbruch, wie hier zu sehen ist:

 

Damit wurde zugleich Potenzial und ein hohes Handelsvolumen freigesetzt. Denn an solchen Range-Kanten liegen in der Regel einige Stopps der Marktteilnehmer und neue Orders der Ausbruchs-Händler bereit, um von dem Ausbruch zu profitieren bzw. (im ersten Fallbeispiel) das Kapital bei Fehlpositionierung entsprechend zu schützen. Dabei hilft auch keine runde Marke im Chart. Darauf hatte ich in der Vorwoche kurz hingewiesen:

Erst mit einem Verlassen des Bereichs nach UNTEN wäre hier wieder Panik und vermutlich tiefere Kurse als "nur" die 12.000 angesagt.

 

Intraday konnte der Markt sich jedoch von seinen Tiefs lösen und am Freitag dann auch die Woche oberhalb der 12.000 beenden. Im positiven Szenario könnte diese Erholung als Erholungspotenzial bis zur ehemaligen Range-Kante getragen werden. Sie liegt um 12.080 Punkte:

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