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Rohstoffe: Ölpreise arbeiten sich weiter nach oben
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Rohstoffe Ölpreise arbeiten sich weiter nach oben

Gastautor: Eugen Weinberg
22.09.2017, 12:30  |  2111   |   |   
  • Brentöl kurz vor 7-Monatshoch
  • Drohende Spannungen rund um kurdisches Unabhängigkeitsreferendum
  • Verbales Säbelrasseln zwischen Nordkorea und den USA gibt Gold moderaten Auftrieb
  • Schweizer Goldexporte nach Asien zuletzt deutlich gefallen

Energie: Der Brentölpreis stieg gestern nach kurzer Verschnaufpause weiter und hat heute gute Chancen, auf ein 7-Monatshoch zu klettern. Auftrieb gibt das heutige Treffen des Prüfkomitees zur Überwachung der Produktionskürzungen (JMMC). Verbindliche Aussagen zur Verlängerung oder Ausweitung des Abkommens sind zwar nicht zu erwarten. Aber immerhin zeigt Nigeria, das sich ebenso wie Libyen nicht zu den Kürzungen verpflichtet hatte, Bereitschaft, dem Abkommen beizutreten. Nigeria will dann verbindliche Zusagen machen, wenn nachhaltig wieder 1,8 Mio. Barrel pro Tag gefördert würden. Damit dürfte das Land u.E. auch „seine Produktionsgrenze“ signalisiert haben. Bei der derzeit guten Marktstimmung könnte eine solche Begrenzung mit Preiszuwächsen quittiert werden. Unterstützung für die Preise gibt es zudem noch von ganz anderer Seite: Denn am Montag findet ein kurdisches Unbhängigkeitsreferendum statt, das nicht nur in der bereits autonomen Region im Norden Iraks, sondern auch in der ölreichen Provinz Kirkuk angesetzt ist. Insgesamt verfügt die Region über Ölreserven von rund 45 Mrd. Barrel, mehr als Nigeria. Schätzungen zufolge werden rund 600 Tsd. Barrel täglich hier gefördert, die überwiegend über das Nachbarland Türkei exportiert werden. Dieses wiederum sieht das Referendum wegen der eigenen Kurden-Problematik ebenso kritisch wie die irakische Zentralregierung. Unruhen sind also nicht auszuschließen. Allerdings dürfte in Zeiten eines reichlichen Angebots bzw. künstlicher Verknappung für geopolitsche Risiken nicht allzu viel „bezahlt“ werden.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CE5YRG Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold war gestern zunächst weiter abgerutscht, handelt zum Wochenausklang aber wieder leicht höher bei knapp 1.300 USD je Feinunze. Denn zwischen Nordkorea und den USA geht das verbale Säbelrasseln weiter. Die ETF-Investoren haben den Preisrückgang genutzt und gestern 5,5 Tonnen Gold gekauft. Die Schweiz hat im August gemäß Daten der Zollbehörde nur 71 Tonnen Gold exportiert. Dies war die geringste ausgeführte Menge Gold in einem Monat seit mindestens Anfang 2014. Nach Indien wurden im letzten Monat nur 15,9 Tonnen Gold exportiert, 27% weniger als im Vorjahr und so wenig zuletzt vor 13 Monaten. Die Exporte nach China und Hongkong in Summe lagen bei nur noch 20,7 Tonnen. Dies waren 53% weniger als im Vorjahr und der niedrigste Wert seit drei Jahren. Die asiatischen Goldkonsumenten zeigen sich damit offenbar zunehmend preissensitiv (auch nach Thailand und Südkorea wurde deutlich weniger Gold exportiert). So sind zum Beispiel die Goldpreise in Indischen Rupien und in Chinesischen Yuan gerechnet im Juli und August deutlich gestiegen, was Käufer wohl abgeschreckt hat. Damit fehlt dem Goldpreis derzeit eine wichtige Nachfragestütze. Denn Indien und China machen zusammen mehr als die Hälfte der globalen Goldnachfrage aus. Auf der Importliste der Schweiz befinden sich im August interessanterweise Länder, in die sonst üblicherweise netto Gold exportiert wird. Hierzu zählen zum Beispiel die Vereinigten Arabischen Emirate und Thailand. Auch aus Hongkong hat die Schweiz im August netto Gold importiert.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Hebel: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Hebel: -6
WKN Typ Basiswert Merkmale

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Eugen Weinberg
Leiter Rohstoffanalyse, Commerzbank AG

Eugen Weinberg leitet seit März 2007 das Rohstoff-Research-Team bei der Commerzbank. Der Diplom- Wirtschaftsmathematiker ist in Russland geboren, kam im Jahr 1999 für ein MBA-Studium nach Deutschland. Danach war er als Fondsmanager und Rohstoffanalyst bei der BW-Bank in Stuttgart beschäftigt und baute im Anschluss den Bereich Rohstoff-Research bei der DZ Bank in Frankfurt auf. Bei der Commerzbank ist er mit seinem Team maßgeblich für die Erstellung der Prognosen und der Strategien im Rohstoffsektor verantwortlich.

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