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Dong Energy A/S Mega-Potenzial: Enzyme machen aus Restmüll Strom

12.10.2017, 15:03  |  8101   |   |   

Das dänische Unternehmen Dong Energy A/S arbeitet an einer neuen Recyclingmethode, bei der aus Restmüll Strom und Ressourcen gewonnen werden können. Die Aktie von Dong Energy A/S stieg innerhalb eines Jahres um fast 45 Prozent.

Es gibt gute Neuigkeiten für Recycling-Muffel: Das größte Energieunternehmen Dänemarks arbeitet an einer Recyclingfabrik, die Haushaltsmüll trennt und dabei nachhaltigen Strom erzeugt. Bei dem innovativen Verfahren wird organisches Material mittels Enzymen zu Biogas umgewandelt. Dieses wird dann zur Stromerzeugung genutzt. Übrig bleiben anorganische und recyclingfähige Stoffe, wie z. B. Metalle und Glas.

Das dänische Unternehmen Dong Energy A/S ist führender Energiekonzern und Betreiber großer Offshorewindparks in der Nordsee. Die neue Recyclingfabrik, dreißig Kilometer außerhalb von Manchester, ist die erste, die bei Restmüll gleichzeitig Enzyme zur Zersetzung organischer Stoffe und moderne Müllsortierungstechniken nutzt.

Die neue Technologie ist besonders für Städte, die eine schlechte Recyclingquote und/oder ein hohes Restmüllaufkommen haben interessant. Auch Länder ohne speziellen Biomüll könnten profitieren. Organisches Material macht hier einen großen Anteil der Siedlungsabfälle aus. Dieses verhindert normalerweise ein effektives Recycling und ist bei der Müllverbrennung hinderlich. Durch die neue Technologie werden diese Probleme behoben und eine Verbrennung des Mülls überflüssig. Auch Mülldeponien, bei denen große Mengen des klimaschädlichen Methans entstehen, wären kaum mehr nötig.

Das Renescience genannte neue Mülltrennungsverfahren untergliedert sich in vier Schritte. Zunächst werden Siedlungsabfälle mit riesigen Müllgreifarmen in einen speziellen Gärbehälter gegeben. Dort werden sie für zwölf Stunden mit speziellen Enzymen, die man auch in Waschpulver findet, behandelt. Anschließend wird das separierte organische Material durch Bakterien zu Biogas umgewandelt, das zur Stromerzeugung genutzt werden kann. Die verbleibenden sauberen und nutzbaren Materialien werden anschließend sortiert. Übrig bleiben anorganische und recyclingfähige Ressourcen wie Metall und Glas.

Die neue Technologie ist nicht nur ökologisch nachhaltig, sondern auch ökonomisch. Mit dem neuartigen Verfahren könnte vier bis fünf mal mehr Biogas hergestellt werden, als wenn der Restmüll von konventionellen Sortiersystemen getrennt wird. Außerdem ist es günstiger im Unterhalt und bietet deutlich bessere Recyclingraten als bisherige Systeme.

Sollte sich Renescience als Erfolg erweisen, plant Dong Energy laut Bloomberg bereits eine ganze Serie der neuen Recyclingfabrik in Großbritannien, Europa und der restlichen Welt zu bauen. Großbritannien wurde als Land für das Pilotprojekt gewählt, da dort Mülldeponien immer teurer und unrentabler werden.

Die Langzeitperformance der Dong Energy-Aktie kann sich indes sehen lassen. Innerhalb eines Jahres legte das Papier um 44,82 Prozent zu. Gestern kam es schließlich zu Gewinnmitnahmen durch Goldman Sachs, so die Webseite Renewables Now. Die Investmentbank machte mit dem Verkauf seiner restlichen Anteile von 2,7 Prozent kräftig Kasse.

Orsted


Fazit: Sollte es Dong Energy tatsächlich gelingen aus Siedlungsabfällen kostengünstig Strom und Ressourcen zu gewinnen, dürften sich nicht nur Aktionäre, sondern auch Umweltschützer, freuen. Außerdem bräuchten Recycling-Muffel kein schlechtes Gewissen mehr zu haben.  

Quellen:
Bloomberg: "How to Turn Trash Into Energy in 12 Hours"
renescience.com
renewablesnow: "Goldman Sachs to shed remaining Dong Energy stake"

 

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