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DAX-Chartanalyse: DAX-Korrektur eingesetzt, Euro schuldig

DAX-Chartanalyse DAX-Korrektur eingesetzt, Euro schuldig

Gastautor: Andreas Mueller
14.01.2018, 11:39  |  6117   |   |   

Das Wechselbad der Gefühlte im DAX geht in die nächste Woche. Bis auf 100 Punkte näherten wir uns dem Allzeithoch, bevor erneute Schwäche dominierte. Was geschah im Detail? Dies erfahren Sie zusammen mit einem Ausblick in dieser Chartanalyse.

Die gute Nachricht zum Start der Wochenanalyse: Zwischenzeitlich näherten wir uns dem Allzeithoch auf 100 Punkte im DAX. Umgehend nachgereicht die negative Nachricht: Das Momentum konnte nicht beibehalten werden und die Handelswoche endete sogar im Minus. Hintergründe und eine kleine Zusammenfassung der Woche stelle ich hier nun vor dem Ausblick auf die kommende Woche als Analyse dar.

 

Die Woche hing am Euro

 

Auf insgesamt fünf Gewinntage in Folge schaffte es der DAX und schickte sich an, das Allzeithoch anzulaufen. Mit einer Eröffnung bei knapp 13.400 Punkten und dem Hoch am Dienstag bei 13.425 Punkten wurde das Allzeithoch auch bis auf 100 Punkte in fast greifbarer Nähe erreicht. Doch ab diesem Punkt nahm das Momentum ab und damit das Kurslevel. Wir erlebten erneut einen DAX im Wechselbad der Gefühle (so der Titel der Vorwochenanalyse).

Schuld daran war vor allem der EUR/USD. Zum Wochenstart skizzierte ich in diesem Foren-Beitrag am Montag, als er an der 1,20 stand (Ausgangs-Bild):

Eine Art "Rutschgefahr" der Marktteilnehmer aus charttechnischer Sicht. Schon wenig später wurde das erste Ziel dieses Trading-Signals erreicht:

Es unterstützte den Deutschen Aktienmarkt sehr gut, da ein schwacher Euro für die Exporte einen Mehrwert bieten kann. Doch zur Wochenmitte hin wendete sich dieses Bild abrupt und der EUR/USD vollzog in einer ersten Reaktion auf die China-Meldung zu den US-Staatsanleihen (ein Marktgerücht, was jedoch den Dollar schwächte und damit den Euro stärkte) eine starke Gegenbewegung. Sie führte erneut über die 1,20 und nahm mit Anlauf die im Chartbild sichtbare Marke von 1,208x ins Visier. Diese Marke stellte auch das Hoch aus dem Vorjahr dar und stand daher im Fokus der Anleger.

 

Dies gefiel dem DAX nicht so gut, da hier eine Menge Unternehmen auf Export ihrer Waren spezialisiert sind. Ein höherer Euro bremst den potenziellen Gewinn aus und legt sich somit negativ auf die Bilanzen.

Charttechnisch war dies jedoch mein "Wunschszenario" aus der Vorwoche, welches ich wie folgt beschrieb (Zitat):

Gesünder für den Markt, und bei den aktuellen Unsicherheitsfaktoren auch durchaus möglich, wäre ein Verweilen mit Rücksetzer als kleine Korrektur der Bewegung von 600 Punkten. Diese sollte nicht tiefer als rund 13.190 Punkte führen und würde damit auf die Konsolidierungszone aus November/Dezember noch einmal aufsetzen. Von da aus ist ein Anstieg zum Allzeithoch dann gesünder möglich.


 

Mit dem erstarkten EUR/USD und der Zuspitzung einer politischen Einigung zur GroKo in Deutschland wurde diese Konsolidierung dann auch vollzogen und bis 13.151 am Donnerstag ausgedehnt. Ein Phänomen, welches sich als Abkopplung von der Wall Street vollzog. Denn dort ging die Rekordjagd weiter! Für mich eine gute Gelegenheit, einen Kontra-Trade am Donnerstag long zu starten:

 

Die Bewegung führte am Freitag noch einmal in höhere Regionen. Dann startete jedoch der EUR/USD durch und erreichte nicht nur das eingangs beschriebene Vorjahreshoch, sondern setzte sich mit einer Meldung der EZB auch darüber hinweg. Ausschlaggebender Punkt war das Protokoll der EZB-Ratssitzung aus Dezember, welches Rückschlüsse auf die zukünftige Geldpolitik zuließ. Eine leichte Erhöhung des Einlagensatzes und die Milderung der Strafzinsen für Geschäftsbanken könnten hierbei die ersten Änderungen bereits in 2018 bedeuten. Dies stärkte den Euro und verhalf ihm zur Überwindung des Widerstandes.

 

Nicht gut für den DAX, der noch einmal Fahrt in Richtung alte Range-Kante aufnahm. Auch dazu ergab sich ein entsprechender Trade: 

 

 

Zum Wochenausklang kletterte die Wall Street auf neue Allzeithochs. Allein der Dow Jones legte am Donnerstag und Freitag jeweils ab dem Tief rund 200 Punkte zu und erreichte mit 25.800 Punkten eine neue "luftige Höhe".

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