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ICO Benjamin Bilski von NAGA im Interview: "der ICO hat sich für uns gelohnt"

14.02.2018, 16:20  |  3369   |   |   

ICOs gehören zu den innovativsten Möglichkeiten zur Unternehmensfinanzierung. Benjamin Bilski, Gründer und Vorstand der NAGA Group hat selbst einen erfolgreichen ICO lanciert und erklärt im Interview exklusiv welche Chancen und Risiken es bei einem solchen Vorhaben gibt.

(Bild: Benjamin Bilski - Gründer, Vorstand und Executive Director der NAGA GROUP)

 

Herr Bilski, wie sind Sie auf die Idee gekommen einen ICO für NAGA zu lancieren und welche Vorteile haben sich hierdurch für Sie ergeben?

 

In der Realität überwiegt heutzutage weltweit virtuelles Geld – nur mit dem Unterschied zu den sogenannten Kryptowährungen, dass es von Zentralbanken geschaffen wurde und wird.

 

Mit virtuellen Währungen oder auch Kryptowährungen setze ich mich bereits seit mehreren Jahren sehr ernsthaft auseinander. Das bedeutet beispielsweise, dass ich ungefähr einhundert Coins eingehend analysiert habe, um herauszufinden, welche Konstruktionen mir am sinnvollsten erscheinen und wo jeweils die Vor- und Nachteile liegen. Aus dieser wachsenden Erfahrung heraus ergab sich die Erkenntnis, dass die Schaffung einer eigenen virtuellen Währung für unser eigenes Ökosystem enorme Vorteile bietet. Wir haben uns daher entschlossen, mit unserem Partner Naga Development Association Ltd. zu kooperieren, die den NAGA Coin im Rahmen eines Token Sale ausgegeben hat.

 

 

Welche Ideen / Projekte möchten Sie mit der Finanzierung unterstützen?

 

Wie angekündigt wird ein Großteil der Mittel aus dem Token Sale dazu verwendet, um die NAGA-Plattformen Switex und SwipeStox sowie das NAGA Ökosystem weiterzuentwickeln.

 

Mit SwipeStox können auch Börsenanfänger einfach und unkompliziert am Börsenhandel teilnehmen. Sie können von erfahrenen Tradern lernen, mit einem Klick Trades anderer Nutzer kopieren und erhalten nach ihren Vorlieben Vorschläge für Investments aus über 700 Märkten. Natürlich unterscheidet die App bei der Abbildung der jeweiligen Inhalte und Informationen zwischen Anfängern und jahrelang erfahrenen Tradern. Weitere Funktionen, wie der Trader-Radar, ermöglichen sogar die Verbindung mit Tradern in der Nähe des Nutzers, welche ebenfalls am Handel teilnehmen. Als Branchen-Novum launchen wir demnächst den realen Aktienhandel auf der Plattform.

 

Switex ist ein Joint-Ventures mit der Deutsche Börse AG. Weltweit werden Gamer spiele- und anbieterübergreifend in der Lage sein, transparent Objekte aus ihren Spielen zu kaufen und verkaufen. Im Gegensatz zu bereits vorhandenen Möglichkeiten, Items zu übertragen, können über die Blockchain-Technologie transparent und sicher Daten weitergegeben werden. Wir wollen mit Switex das erste regulierte Umfeld, einen richtigen Börsenhandel, für virtuelle Güter bereitstellen.

 

Letztendlich streben wir eine Verschmelzung dieser beiden Märkte an. Das Geld aus dem Handel virtueller Güter aus Online-Spielen soll Nutzer direkt über SwipeStox in Aktien oder andere Finanzprodukte investieren können und andersrum. So wird das NAGA Ökosystem Stück für Stück weiterentwickelt. Ein System was jetzt schon sehr offen ist und sich immer weiter öffnen soll. Man kann heute schon Euro, Dollar oder Bitcoin einzahlen oder auch mit dem NAGA Coin handeln.

 

Ab Mai dieses Jahres möchten wir zudem die NAGA WALLET für Kryptowährungen anbieten. Hierbei handelt es sich um eine digitale Geldbörse, welche es ermöglicht, Gelder in Eigenwährung ein- und auszuzahlen, um diese in Kryptowährungen umzuwandeln. Die WALLET wird mit den größten Kryptowährungsbörsen verbunden sein, um so das direkte Kaufen, Halten und Verkaufen von Kryptowährungen jeglicher Art zu ermöglichen.

 

 

Wie langwierig oder einfach ist die Finanzierung zustande gekommen? Sind Sie überrascht über den sehr positiven Verlauf?

 

Der Token Sale wurde in Kooperation mit unserem Partner in rund sechs Monaten gestemmt. Das war eine extrem anstrengende Zeit, aber es hat sich in der Tat gelohnt. Ein weiterer wesentlicher Baustein für das NAGA Ökosystem ist entstanden, wobei uns der positive Verlauf nicht wirklich überrascht hat, weil wir uns und dem gesamten, international aufgestelltem Team das zugetraut haben. Aber wir haben uns sehr gefreut über den Erfolg.

 


Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem ICO und Ihrem kürzlichen Zukauf von easyfolio?

 

Die easyfolio GmbH ist eine der ersten Plattformen für digitale Geldanlagen in Deutschland. Sie besticht durch ein einfaches und transparentes Anlagekonzept. Und sie passt perfekt zum NAGA Ökosystem. Wir haben hier die Chance ergriffen, uns zunächst mit 25 % beteiligen zu können.

Easyfolio passt ganz eindeutig zu unserem Ökosystem, es erweitert unser Produktportfolio. Andererseits soll easyfolio von unserem Know-How in der Blockchain-Technologie profitieren, welches als Innovations- und Wachstumstreiber dient. Einen direkten Zusammenhang mit dem Token Sale und dieser Beteiligung gibt es allerdings nicht.

 

Welche Tipps würden Sie Unternehmern auf den Weg geben, die ebenfalls einen ICO planen?

 

Transparenz und begründete Business-Modelle müssen die Grundlage für die Auflegung eines Coins sein! Besteht die Idee nur darin, eine neue, weitere Kryptowährung zu lancieren - oftmals nur auf Basis einer Power Point Präsentation – kann das nicht funktionieren. Viele Anbieter besitzen zum Teil nicht einmal Erfahrung mit der Gründung von Unternehmen oder sind erst Brancheneulinge. Wir haben uns als The Naga Group AG mit Absicht für das IPO in das Segment Scale an der Deutschen Börse entschieden und stellen uns erhöhten Transparenzanforderungen, um eine Grundlage für Vertrauen zu schaffen. Gleichzeitig haben wir im Gegensatz zu vielen unserer Wettbewerber ein langfristig orientiertes Business-Modell entwickelt, welches unsere Wachstumserwartungen fundamental begründet und mit dem wir unsere Aktionäre und die Coin-Besitzer überzeugen möchten.

 

2018 wird ein bedeutsames Jahr für Kryptowährungen werden. Diese Aussage von mir ist nicht neu und hat sich bereits bewahrheitet. Wir erwarten eine deutliche Konsolidierung – das wird Anleger misstrauischer und vorsichtiger werden lassen. So eine Bereinigung ist aber auch notwendig, um den spekulativen Charakter einzudämmen.

Wenn wir über den Tellerrand hinausschauen, dann geht es uns als Fintech immer darum, frühzeitig Trends auszumachen oder zu erkennen, während sich alteingesessene Unternehmen aus der Finanzbranche häufig schwertun, für ihre Kunden und damit auch für sich selbst neue Wege zu beschreiten. Und Kryptowährungen sind mittlerweile ganz eindeutig ein Trend. Das würden viele Notenbanken und Politiker gerne anders sehen.

 

Sicherlich benötigen wir hier einen gewissen Grad an international abgestimmter Regulierung. Die fehlt derzeit. Aber die wohl berechtigte Besorgnis ist, dass da zwischen den einzelnen Ländern zunächst einmal gar nichts abgestimmt wird und wir allzu schnell eine Überregulierung erleben werden.

 

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