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Kinderbetreuung, Umstandskleider, Diversity-Management So macht von der Leyen die Bundeswehr fit

Gastautor: Rainer Zitelmann
03.04.2018, 15:12  |  7859   |   |   

Die Bundeswehr ist in einem katastrophalen Zustand und nicht einsatzbereit, weil ein Großteil der Waffen nicht richtig funktioniert. Gut, dass wir eine Verteidigungsministerin haben, die die Prioritäten richtig setzt – und dies seit Beginn ihrer Amtsübernahme.

Modenschau im Verteidigungsministerium
Kürzlich gab es eine richtige Modenschau im Verteidigungsministerium. Die anwesenden Generale staunten nicht schlecht und waren wieder einmal verblüfft, wie gut ihre oberste Chefin die Probleme der Truppe versteht und wie sicher sie die richtigen Prioritäten setzt. Nach dem Abschluss eines "Trageversuchs" steht die Truppe nunmehr endlich vor der Serieneinführung von Umstandsuniformen für Schwangere. Die flächendeckende Beschaffung soll noch in diesem Jahr eingeleitet werden. Derzeit werte man die Rückmeldungen der Soldatinnen aus und arbeite an Verbesserungen der Spezialuniformen.

Insgesamt seien 500 Uniformsätze in verschiedenen Größen und Zusammensetzungen getestet worden - von der Feldbekleidung über Dienstanzüge bis hin zur Strumpfhose. Rund 80 Teilnehmerinnen hatten die Kleidungsstücke getestet und bewertet - etwa nach Optik, Tragekomfort und Atmungsaktivität. Es handelt sich laut Ministerium um elastische Uniformen. Insgesamt sei die Dienstbekleidung von den Soldatinnen positiv und die Feldbekleidung eher negativ bewertet worden, heißt es aus dem Ministerium. Bei der Feldhose etwa hätten Soldatinnen einen Strickeinsatz abgelehnt und einen leichteren Stoff. Bisher greifen Soldatinnen der Bundeswehr zu Zivilkleidung, wenn die Uniform nicht mehr über den Babybauch passt. Rund zwei Prozent der insgesamt 20.000 deutschen Soldatinnen sind nach Angaben der Bundeswehr im Durchschnitt schwanger. Die Kosten für den Versuch belaufen sich laut Ministerium auf rund 650.000 Euro.

Kinderbetreuung, Tagesmütter, schönere Zimmer
Eine ihrer ersten Initiativen, nachdem von der Leyen das Amt übernommen hatte, war, die Kinderbetreuung zu verbessern, Tagesmütter zu engagieren und die Zimmer schöner zu machen. Dafür sollten 100 Mio. Euro ausgegeben werden. Besonders wichtig sei der Ausbau der Kinderbetreuung in den Kasernen: „Wir brauchen ein flexibles System der Kinderbetreuung rund um die Bundeswehr“, so die Ministerin. „Wir sollten gerade für die Betreuung in Randzeiten sehr viel stärker mit Tagesmüttern arbeiten. Denn das ist eine besonders flexible Form der Kinderbetreuung und wir haben den großen Vorteil, dass es in vielen Kasernen den Platz dafür gibt.“

Auf der Website der Bundeswehr heißt es fröhlich: „Bereits zum 4. Mal ermöglicht das Phantasialand den Bundeswehrtag im Phantasialand. Der große Spaß für die ganze Familie! Freuen Sie sich auf spannende Attraktionen, fesselnde Shows und jede Menge Überraschungen!“

Bundeswehr soll sozialer werden
Da die Bundeswehr bekanntlich unter einer Personalschwemme leidet, hat von der Leyen mit der Soldatenarbeitszeitverordnung dafür gesorgt, dass es garantiert sozial zugeht und niemand zu großem Stress ausgesetzt wird. Mit der Verordnung wurde die wöchentliche Arbeitszeit im Grundbetrieb auf 41 Stunden begrenzt, Mehrarbeit muss in der Regel mit Freizeit ausgeglichen werden.

„Diversity Management“
In dem von ihr vorgestellten Weißbuch erklärte von der Leyen, welche Aufgaben aus ihrer Sicht besonders wichtig seien: In der Bundeswehr sollten Vielfalt und Chancengerechtigkeit mit „Diversity Management“ und „interkultureller Kompetenz und Mehrsprachigkeit“ wichtig werden, um Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund und solche mit anderer sexueller Orientierung, aber auch ältere Menschen, solche mit unterschiedlichen Religionen oder mit Behinderungen mit einzubeziehen. Diesem Thema wurde hohe Priorität eingeräumt, von der Leyen initiierte eigens Seminare in der Truppe zum „Umgang mit sexueller Identität und Orientierung in der Bundeswehr“.

Der Workshop war von Parteifreunden, dem SPD-Koalitionspartner und der Boulevardpresse als "Sex-Seminar" verspottet worden. Ob es denn nichts Wichtigeres gebe, als Sensibilität für Menschen mit Transgender-Identität in den Streitkräften zu schaffen, fragte manch einer, der die zentrale Bedeutung des Themas nicht richtig verstand. Die ARD-„tagesthemen“ widersprachen dieser Kritik empört und stellten klar: „Tatsächlich ist ein tolerantes Klima für die Bundeswehr keineswegs ein Spartenthema oder nur eine Art Hobby, das der früheren Familien- und Arbeitsministerin von der Leyen besonders am Herzen läge. Es geht um die Zukunft der Armee und ihre Stellung als attraktiver oder eben weniger attraktiver Arbeitgeber.“

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5 Kommentare

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Kommentare

es ist nur noch peinlich was sich in D abspielt. Eine queere Armee, Fokus auf Bekämpfung des Normalen, das ist genau das was ein Staat zu seiner Verteidigung braucht....
Wenn man im Internet recherchiert, warum Frau von der Leyen vom Familienministerium zum Verteidigungsministerium wechselte, kann man folgende Antworten finden:
- im Koalitionsvertrag wurde das Familienministerium der SPD zugesprochen; also mußte für Frau von der Leyen ein neues Ressort gefunden werden;
- Frau von der Leyen lehnte die Fortführung des Familienministeriums ab, weil sie sich Hoffnungen machte, Nachfolgerin von Fr. Merkel zu werden. Als Verteidigungsministerin glaubte sie, das einfacher erreichen zu können.
Ein Kommentar im Internet fand ich noch interessant: es ist ganz egal, wer Verteidigungsminister ist. Im Kriegsfall hat der Bundeskanzler/in den Oberbefehl über die Streitkräfte.
Man(n) möchte weinen. Insbesondere weil beide Versagerinnen Deutschland weitere 3,5 Jahre zu Grunde richten dürfen und der deutsche Michel das mehrheitlich so will.

Stefan

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