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Aktien Wien Schluss: - Schwere Verluste am heimischen Aktienmarkt
Foto: Oliver Berg - dpa

Aktien Wien Schluss - Schwere Verluste am heimischen Aktienmarkt

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
25.06.2018, 18:15  |  637   |   |   

WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener Börse hat am Montag mit schweren Kursverlusten geschlossen. Nachdem es im Eröffnungshandel kurzzeitig sogar leicht nach oben gegangen war, rutschte der ATX bereits im Laufe des Vormittags immer tiefer in die Verlustzone. Am Nachmittag eröffneten dann auch die US-Börsen klar im Minus, woraufhin das Börsenbarometer seine Kursabschläge noch einmal ausweitete. Am Ende fiel der österreichische Leitindex um 1,80 Prozent auf 3227,56 Zähler.

Das europäische Börsenumfeld zeigte sich ebenfalls deutlich schwächer. "Neue Androhungen über weiterreichende Handelsschranken von US-Präsident Trump schüren neue Unruhe an den Börsen", kommentierte der Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets.

Bei den Einzelwerten in Wien trotzten die Aktien von Andritz dem schwachen Umfeld und stiegen an der ATX-Spitze um 3,41 Prozent auf 44,28 Euro. Der steirische Maschinenbaukonzern hat die Übernahme des US-Unternehmen Xerium Technologies aus North Carolina angekündigt. Andritz wird Xerium für 13,50 US-Dollar (11,59 Euro) je Aktie in Cash erwerben, das Gesamttransaktionsvolumen beträgt rund 833 Millionen Dollar.

Die Titel der Porr stiegen leicht um 0,32 Prozent auf 31,80 Euro. Die Baufirma wird ab diesemn Dienstag das Immobilienunternehmen Buwog im ATX ersetzen. Dieses wird von seinem Mutterkonzern Vonovia von der Börse genommen. Ihren letzten Handelstag im Leitindex beendeten die Buwog-Anteilsscheine um 0,89 Prozent tiefer bei 28,92 Euro.

Die Erste Group will unterdessen ihren Anteil an der rumänischen Banca Comerciala Romana (BCR) um weitere 6,29 Prozent auf 99,88 Prozent vergrößern. Der Kostenpunkt der Transaktion sind rund 140 Millionen Euro. Eine entsprechende Grundsatzvereinbarung zur Übernahme des Aktienpakets des Investmentfonds SIF Oltenia wurde bereits abgeschlossen. Die Erste-Group-Aktien verloren vergleichsweise moderate 0,48 Prozent auf 34,99 Euro. Damit hielten sie sich besser als die Titel der Branchenkollegen Raiffeisen (minus 2,63 Prozent auf 26,65 Euro) und Bawag (minus 2,58 Prozent auf 38,50 Euro), die jeweils deutlicher als der Gesamtmarkt nachgaben.

Unter den weiteren ATX-Schwergewichten stachen vor allem die Verluste von OMV (minus 3,90 Prozent auf 47,31 Euro) und Voestalpine (minus 3,14 Prozent auf 41,00 Euro) hervor. Ans Index-Ende rutschten jedoch die erst seit Frühjahr im ATX vertretenen FACC (minus 7,08 Prozent auf 15,74 Euro) und AT&S (minus 4,78 Prozent auf 15,14 Euro).

Die Anteilsscheine der Immofinanz fielen unterdessen um 2,88 Prozent auf 19,91 Euro. Die Mitte Juni angekündigte Zusammenlegung von Immofinanz-Aktien im Verhältnis 10:1 ist seit diesem Montag wirksam./dkm/sto/APA/tav

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Vorarlberg: Zumtobel muss 46,7 Mio. Euro Verlust verkraften


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28.06.2018 08:28 (Akt. 28.06.2018 08:32)





©Paulitsch/Hartinger


Der börsennotierte Vorarlberger Leuchtenhersteller Zumtobel hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 unter Preisdruck und Währungseffekten gelitten und 46,7 Mio. Euro Verlust gemacht. Im Jahr davor hatte es 25,2 Mio. Euro Gewinn gegeben. Die Dividende für dieses Jahr wird gestrichen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.


“Die wirtschaftliche Entwicklung der Zumtobel Group im zurückliegenden Geschäftsjahr war enttäuschend. Der Vertrauensverlust von wichtigen Stakeholdern wie etwa den Kunden und dem Kapitalmarkt als auch das schwierige Industrieumfeld haben deutlich gezeigt, dass strategische sowie organisatorische Anpassungen notwendig sind”, wird Alfred Felder, CEO der Zumtobel Group, in der Aussendung zitiert.


Grundlegende Veränderungen angedacht

2018/19 soll nun ein “Übergangsjahr” werden, um das operative Geschäft zu stabilisieren. Es seien “grundlegende organisatorische und strategische Veränderungen zusammen mit konkreten Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen in allen Funktionsbereichen notwendig … Dabei werden sämtliche Strukturen, Unternehmensabläufe, aber auch Geschäftsbereiche, Absatzmärkte, Marken- und Produktportfolios ergebnisoffen auf den Prüfstand gestellt.” Bis am 4. September das Ergebnis zum 1. Quartal vorgelegt wird, soll die neue Strategie vorliegen. Auch Mittelfristziele soll es erst dann wieder geben. Vorerst rechnet Zumtobel mit einem Umsatzrückgang im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres. Das Gruppen-EBIT (19,7 Mio. Euro) soll sich aber leicht verbessern. Angesichts der geplanten Umstrukturierungen sei jedoch mit Einmalbelastungen zu rechnen.











2017/18 ging der Umsatz um 8,2 Prozent auf 1,196 Mrd. Euro zurück. Fast 80 Prozent der Produkte sind inzwischen LEDs. Alleine Währungseffekte, insbesondere die Aufwertung des Euro zum britischen Pfund und Schweizer Franken, hätten den Umsatz mit 31,5 Mio. Euro belastet. Allerdings wäre der Umsatz auch ohne diese Effekte um 5,8 Prozent zurückgegangen.


Der operative Gewinn (EBIT) drehte mit 7,3 Mio. Euro ins Minus (Vorjahr: 45,8 Mio. Euro plus), ohne Sondereffekte hätte es noch einen EBIT-Gewinn von 19,7 Mio. Euro (72,4 Mio.) gegeben. Auch die Verschuldung (Nettoverbindlichkeiten) stieg um mehr als die Hälfte, von 91 Mio. Euro auf 146,3 Mio. Euro. Investiert wurden 73,4 Mio. Euro.


Lage schlägt auch auf Mitarbeiterstand nieder

Die schwierige Lage schlug sich auch auf den Mitarbeiterstand nieder: Zumtobel beschäftigte heuer am 30. April 6.224 Vollzeitkräfte, das waren um 338 weniger als ein Jahr davor. Der Rückgang entfiel insbesondere auf die Produktion, wobei es in Österreich zu einem Rückgang um knapp 100 (3,7 Prozent) auf 2.339 Vollzeitkräfte kam, davon gingen gut 80 Jobs am Standort Vorarlberg verloren.








Besonders stark war der Umsatzrückgang im Bereich Leuchten (Lighting Segment) mit 9,2 Prozent, von 999,9 Mio. Euro auf 908,3 Mio. Euro. Der Umsatz mit Komponenten (Components Segment) fiel um 6,5 Prozent, von 377,2 auf 352,7 Mio. Euro. In Amerika ging der Umsatz um ein Drittel auf 29,7 Mio. Euro zurück. In Nordeuropa fiel der Umsatz um 20,4 Prozent auf 271,8 Mio. Euro, im DACH-Raum um 6,3 Prozent auf 357,7 Mio. Euro. Zuwächse gab es in Osteuropa (plus 10,4 Prozent auf 182,8 Mio. Euro).


(APA)

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