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Ist Gold zum Anfassen unsicher? Viel Wirbel um scharfe Kritik an Gold-Anlegern

Wolf Brandes, Teamleiter bei "Marktwächter Finanzen" (Verbraucherzentralen) überrascht die Gold-Anlegergemeinde mit seiner "Irrglauben"-Kritik. Schon schlägt ihm heftiger Gegenwind unter anderem von Frank Schäffler, FDP-Bundestagsmitglied, und einer Reihe von Gold-Händlern entgegen.

Laut einer repräsentativen Verbraucherzentralen-Umfrage liebäugeln viele Verbraucher in der Niedrigzinsphase damit, Gold zu kaufen, geht aus einer "Spiegel"-Vorabmeldung hervor. Gold hielten 87 Prozent der Befragten "in unsicheren Zeiten" für "eine sichere Anlageform", 79 Prozent sind der Ansicht, "mit Gold einen echten Gegenwert zu haben". Dabei würden sie aber die Risiken, die mit Gold-Käufen verbunden seien, unterschätzen.

Der Teamleiter beim "Marktwächter Finanzen", Wolf Brandes, kritisiert die Gold-Fans: "Diese Menschen haben oft die Vorstellung, dass so ein Sachwert sicherer ist als andere Anlagen, weil man ihn physisch in der Hand halten kann. Das ist ein Irrglaube", so Brandes laut "Spiegel". "Tatsächlich unterliegt der Goldpreis starken Schwankungen", führte Brandes aus. Gold gehöre zu den Anlagen des sogenannten Grauen Kapitalmarkts. "Es gibt keine Anlegerschutz-Gesetze, die diesen Bereich wirklich regulieren", äußert sich der Verbraucherschützer. Es gebe auf dem Markt "viele zweifelhafte Anbieter". Beim "Marktwächter" liefen häufig Beschwerden "über Betrug oder Vertriebsfirmen" ein, die überhöhte Provisionen beim Goldverkauf einforderten.

Frank Schäffler, für die FDP im Bundestag, hat Probleme mit der Kritik von Wolf Brandes: "Gold ist die Versicherung gegen fundamentale Währungsturbulenzen. Nicht ohne Grund haben alle größeren Zentralbanken Goldbestände in ihren Kellern und weiten diese teilweise enorm aus. Als Mitglied im Beirat 'Markwächter Finanzen' kann ich die einseitige Darstellung von Wolf Brandes nicht nachvollziehen. Langfristig war auch die Wertentwicklung von Gold sehr positiv", sagte Schäffler im Gespräch mit der wallstreet:online-Redaktion.

Die wallstreet:online-Redaktion bat Goldhändler, die Edelmetall-Produkte vor allem online vertreiben, um Ihre Meinungen: Benjamin Summa, Leiter Kommunikation bei pro aurum, sagte: "Grundsätzlich ist Gold in unserer hoch überschuldeten und zinsarmen Finanzwelt zum realen Vermögenserhalt unverzichtbar. (…) Wir von pro aurum bleiben dabei: Gold gehört mit bis zu 20 Prozent des liquiden Vermögens in jedes Portfolio. (…)", positioniert sich Summa eindeutig und ergänzt: "Weil im 'Spiegel'-Beitrag auch die Seriosität angesprochen wird: Anleger, die einen Teil ihres Vermögens in physisches Gold investieren, hinterfragen die aktuelle geldpolitische Entwicklung und die globalen Finanzsysteme in der Regel besonders kritisch. Bei der Auswahl ihres Edelmetallhändlers sollten sie ähnlich selektiv vorgehen, schließlich muss man beim Goldkauf darauf vertrauen, dass das erworbene Gold dem angegebenen Feingehalt und Gewicht entspricht und der bezahlte Preis marktgerecht ist. Seriöse Edelmetallhändler bieten keine Schnäppchenpreise, sondern orientieren sich stets an den tagesaktuellen Weltmarktpreisen".

"Gold und Silber haben sich über 5.000 Jahre Menschheitsgeschichte als wertstabile Kapitalanlage bewährt. Keine andere Kapitalanlage hat sich über einen solch langen Zeitraum bewähren können. Selbst Aktien einst etablierter Unternehmen haben meist nur eine Halbwertszeit von wenigen Jahrzehnten, wie Digitalisierung gerade wieder eindrucksvoll beweist", so Tim Schieferstein von GoldSilberShop. Daher böten Edelmetalle weit mehr Vorteile als sie nur in den Händen halten zu können, sagte Schieferstein.

Philoro-Geschäftsführer Christian Brenner legt die aus seiner Sicht elementaren Eigenschaften von Gold als Anlageform dar: "Um es mit den Worten David Morgans, einer Koryphäe am Edelmetallmarkt, auszudrücken: 'If you don’t hold it, you don’t own it – Wenn du es nicht besitzt, gehört es dir nicht!' Grundsätzlich sollte man sich die Frage stellen, wie das eigene Vermögen diversifiziert ist und in welchem Ausmaß es Sinn macht, in Edelmetalle zu investieren, schließlich hat jede Anlageform ihre Vor- und Nachteile. (…) Im Unterschied zu fast allen anderen Anlageklassen gibt es bei Edelmetallen kein 'Gegenüber' und somit auch nicht die Gefahr eines Totalausfalls, denn sie besitzen einen intrinsischen Wert und haben dadurch auch kein Ausfallsrisiko. Weder eine Bank (Bankguthaben) noch eine Anleihe (Staat) oder eine Aktie (Unternehmen) stehen für den Wert der Edelmetalle, die man sein Eigen nennt", behauptet Brenner.

Marco Mähner, Geschäftsfüher von Granvalora, meint: "Gold ist definitiv das sicherste Geld der Welt. Allerdings muss, wie bei jedem Investment auch, das Produkt zum angestrebten Ziel passen. Wer dann noch darauf achtet, dass er echtes Gold bekommt und einen angemessenen Preis bezahlt (was beim Goldkauf ziemlich einfach ist), kann sich auf jeden Fall entspannt zurücklehnen".

Autor: Christoph Morisse

 




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