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Edelmetalle/Minen Der Dampfer wird auf Grund laufen!

Gastautor: Philip Hopf
22.09.2019, 09:12  |  19453   |   |   

Langsam mehren sich die Stimmen bei denen, denen ein Licht aufgeht, dass die aktuelle Bewegung bei den Minen nicht gerade nach einer langfristigen Aufwärtsbewegung schreit. Mal vereinzelte Outperformer ausgenommen, ist der Sektor auf breiter Front sehr schwach auf der Brust.

 

Als wir noch zu Kursen unter $20 im GDX und unter $150 im HUI davor gewarnt haben, dass dies entweder direkt tiefer geht oder eben nur eine korrektive Aufwärtsbewegung wird, hat man uns dafür scharf kritisiert und mit dem typischen Geschwätz belegt, dass dies ja nicht sein könnte und wir so dumm sind, dies zu glauben. Nun Fakt ist, der HUI notiert deutlich unter den 2016er Hochs, der XAU ebenso. GDX und GDXJ konnten sich ebenfalls nicht befreien. Ja selbst „Top Performer“ wie First Majestic notieren aktuell bei 50% der Preise, die im Hoch 2016 erreicht wurden. Spätestens dies sollte einem zu denken geben. Sicher haben die Werte von den Tiefs angezogen, aber netto wurden keine neuen Hochs erreicht.

 

Gold notiert in der Spitze 13% höher als 2016. Würde der HUI dies replizieren, so hätten wenigstens Kurse von 327 erreicht werden müssen. Da aber die Minen in solchen Phasen tendenziell deutlich stärker performen, ist dies noch eine massive Untertreibung. Vom Tief 2016 bei 99 stieg der HUI binnen eines halben Jahres auf 289, also um 191%. Seit den Tiefs bei 131 im Jahr 2018 bis aktuell 237 um gerade einmal 80%. Gold hat sowohl von den Tiefs 2015 bis an die Hochs 2016 als auch von den Tiefs 2018 an die aktuellen Hochs jeweils rund 34% zurückgelegt.

 

Diese Zahlen sollten verdeutlichen, dass wir in Gold die vergleichbare Performance hingelegt haben, während der HUI seine mehr als halbiert hat. Wenn dies nicht ein schreiender Warnschuss ist, selbst wenn man keine Charttechnik oder Elliott-Wellen beherrscht, dann wissen wir nicht, wie wir dies noch weiter verdeutlichen sollen. Um also überhaupt einmal aufzuschließen zur Performance aus 2016 müsste der HUI jetzt nochmal um 110% zulegen! Wie realistisch dies wohl ist? In Zahlen, dies entspräche einem weiteren Anstieg von 229 Punkten auf 438. Dies lassen wir jetzt einmal so einsinken.

 

Wir bleiben damit dabei, der Dampfer ist hier im Begriff auf Grund zu laufen, wenn er es nicht sogar schon bereits getan hat. Wir schreiben dies nicht in einer boshaften Absicht, wie uns mancher gerne unterstellt, sondern weil dies einfach die Realität am Chart ist. Wir sind die Letzten, die sich gegen einen HUI über 400 wehren würden. Vor allem da auch wir seit 2015 ordentlich in dem Sektor mit Alpha-Positionen investiert sind. Doch das Ganze ist kein Wunschkonzert. Diese Zeiten werden kommen, aber aktuell zeigt der Markt nichts, absolut rein gar nichts, das einen Ausbruch in diese Sphären unterstützt. Wir haben hier im besten Fall noch die Welle v vor uns und dann heißt es Ciao Miau. Die würden wir gerne noch mitnehmen, sonst wären wir schon längst komplett raus. Sofern die Werte hier nicht zu einem nuklearen Aufwärtsschlag ausholen, können wir nicht davon abrücken, dass wir einen Ausverkauf unter die Tiefs von 2018 erwarten. Ja, vielleicht sogar unter die von 2015 und 2016!

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Kommentare

„Der Dampfer ist auf Grund gelaufen“. Falls ich mich der Metaphorik soll, wäre die richtige Formulierung eher: „Der Dampfer ist dabei auszulaufen“.
„Der Zug“ ist eben noch nicht abgefahren, aber er nimmt langsam Fahrt auf. Der Autor beschreibt sehr ausführlich wie der GDX oder der Hui der Edelmetallentwicklung hinterherlaufen. Eigentlich sollten wir tatsächlich deutlich höher stehen.
Ein großer Teil der trotzdem beachtlichen Kurszuwächse ist allerdings bisher auf die Neigung der Shareholder zurückzuführen, Verkäufe zu vermeiden. Die Kurssteigerungen sind also stark durch eine zurückhaltende Verkaufsneigung getrieben. Die Kapitalzuflüsse sind bisher mit Bezug auf zurückliegende Korrelationen (noch) enttäuschend.
„If past is prolog“, dann wird sich dieses Ungleichgewicht einem Ratio vergangener Phasen annähern.
Das Potential wurde in dem Artikel untertrieben bereits skizziert. Den Katalysator für die Initiierung sehe in steigenden Notierungen der zugrunde liegenden Metalle.
Der theoretische Faktor, falls er zum Tragen kommt, ist in diesem Fall also deutlich höher. Da die Einflussfaktoren wechselseitig interagieren und sich in diesem Szenario potenzieren, sollte es zu einem steilen Kurvenanstieg kommen, falls die Edelmetalle weiterhin aufwärts streben.
Im Übrigen ist die Korrelation zwischen dem Silberpreis und den Minen historisch höher als die zu Gold. Ein Blick auf den Silberpreis wird die Richtung skizzieren. Da das Gold/Silber-Ratio aber immer noch historisch sehr hoch ist, bedeutet dies konkret: Falls der Goldpreis weiter steigt, wird der Silberpreis überproportional steigen. Der Silberpreis wird meinem Erachten nach bei über 20 Dollar die Initialzündung bei den Minen auslösen. Die 20 Dollar sind dabei eher als schwammige Schwelle zu interpretieren und nicht als Punktwert.

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