Auswirkungen auf Goldpreis? Mega-Falschgold-Skandal um Kingold Jewelry: wallstreet:online Community ahnte es schon 2016 – Kupferbarren mit Gold überzogen

02.07.2020, 13:43  |  23885   |   |   

Der chinesische Goldhändler Kingold Jewelry soll 83 Tonnen gefälschtes Gold als Sicherheit für Kredite hinterlegt haben. Über ein halbes Jahrzehnt soll der NASDAQ-gelistete Konzern Kredite in Höhe von umgerechnet 2,8 Milliarden US-Dollar bei Banken und anderen Finanzdienstleistern eingesammelt haben, indem er Falschgold als Sicherheit hinterlegte, so die chinesische Wirtschaftszeitung Caixin. Nutzer wie „morimori“ des wallstreet:online-Forums warnten bereits 2016 vor Unregelmäßigkeiten in der Bilanz des Konzerns.

Kingold Jewelry soll bei Dutzenden chinesischen Banken mit Gold überzogene Kupferbarren als Sicherheit für Kredite hinterlegt haben. Insgesamt gehe es um 83 Tonnen falsches Gold und eine Kreditsumme von 20 Milliarden Yuan, umgerechnet mehr als 2,8 Milliarden US-Dollar. Chinesische Banken blieben nun auf ausstehenden Krediten in Höhe 16 Milliarden Yuan sitzen, so Caixin.

Der Betrug war aufgeflogen, weil einer der Kreditgeber die als Sicherheit hinterlegten Goldbarren veräußern wollte, nachdem Kinggold Jewelry einen Kredit nicht bedient hatte. Dabei stellte sich heraus, dass es sich bei den vermeintlichen Goldbarren um vergoldete Kupferbarren handelte. Teilweise soll aber auch Wolfram in die gefälschten Goldbarren eingebaut worden sein. Das Schwermetall hat ein nahezu identisches spezifisches Gewicht wie Gold (Wolfram= 19.25 g/cm³; Gold= 19.33 g/cm³) und wird deshalb häufiger von Goldfälschern eingesetzt.

Die Kingold Jewelry-Aktie crashte nach Bekanntwerden des Gold-Skandals heftig, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Innerhalb einer Woche verlor das Papier mehr als 46 Prozent:

Kingold Jewelry

Viele Goldanleger fragen sich indes, ob der aufgeflogene Gold-Skandal negative Auswirkungen auf den Goldpreis haben könnte. Ralph Malisch, Edelmetallexperte und Redakteur bei Smart Investor, beruhigt Goldanleger. Gegenüber wallstreet:online sagte er: „Nach aktuellem Kenntnisstand wurden bei diesem Betrugsfall gefälschte Goldbarren als Kreditsicherheit hinterlegt. Die eigentlichen Geschädigten sind also die Kreditgeber des betroffenen Unternehmens bzw. der Kreditversicherer. Natürlich verunsichern Meldungen über gefälschte Goldbarren die Anleger, im konkreten Fall sind diese aber wohl nicht in den Handel gelangt. . . Eine nachhaltige Wirkung des Skandals auf den Goldpreis erwarten wir nicht.“

Ähnlich sieht dies auch Thorsten Polleit, Chefvolkswirt von Europas größtem bankenunabhängigen Edelmetallhändler, Degussa Goldhandel. Gegenüber wallstreet:online erklärte der Edelmetallexperte. „Wir gehen nicht davon aus, dass der Gold-Betrug in China Auswirkungen auf den weltweiten Goldmarkt und den Goldpreis haben wird. Anleger sollte der Fall jedoch darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, nur bei nachweislich verlässlichen Goldhändlern zu kaufen.“

Im Forum von wallstreet:online wiesen Nutzer bereits 2016 auf mögliche Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen von Kingold Jewelry hin und zitierten Betrugsvorwürfe. Nutzer morimori schrieb am 29.12.2016 [siehe HIER]:„Und hier gibt es den Betrugsvorwurf…“.

Autor: Ferdinand Hammer

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