Die „Marke Ich“ oder die Kunst der Selbstvermarktung

Gastautor: Rainer Zitelmann
11.07.2020, 13:00  |  588   |   |   

„Egal, was du tust, du musst es auch gut verkaufen… Menschen können große Dichter, große Schriftsteller, geniale Wissenschaftler sein. Man kann die beste Arbeit abliefern, doch wenn die Leute nichts davon erfahren, ist alles umsonst!“ Als Arnold Schwarzenegger, von dem dieser Ausspruch stammt, am Beginn seiner Karriere war, stellte er sich im Posingslip an einen bekannten Platz in München. Zuvor hatte er einen Freund gebeten, einige Journalisten anzurufen: „Geht mal dorthin, da steht einer, der Mister Universe werden will, im Posingslip.“ Am nächsten Tag war er in den Zeitungen. Schwarzenegger ist einer der bekanntesten Menschen der Welt. Seine ungewöhnliche Karriere – als Bodybuilder, Filmschauspieler, Politiker und Unternehmer – verdankt er seinem Verkaufstalent. Es gab nach ihm viele Bodybuilder, die mehr Muskeln hatten als er, aber keiner von ihnen konnte sich so gut verkaufen. Deshalb kennen Sie deren Namen nicht, aber seinen.

Manche Menschen glauben, es genüge „gut“ zu sein, denn Qualität setze sich irgendwann von alleine durch. Das ist naiv. Wenn das so wäre, hätte Mercedes schon vor Jahrzehnten die Werbung und PR einstellen können. Selbst Menschen, die wir normalerweise nicht mit Selbstvermarktung in Verbindung bringen, verdanken ihren Ruhm vor allem der Fähigkeit, aus sich selbst eine Marke zu machen. Dabei behaupten viele der Berühmten, der Ruhm sei ihnen lästig – Albert Einstein, der so populär war wie kein Wissenschaftler vor ihm, fragte sich sogar in einem seiner Verse, ob seine Bewunderer „Kälber“ seien:

„Wo ich geh und wo ich steh
Stets ein Bild von mir ich seh,
Auf dem Schreibtisch, an der Wand
Um den Hals am schwarzen Band.
Männlein, Weiblein wundersam
Holen sich ein Autogramm,
Jeder muss ein Kritzel haben
von dem hochgelehrten Knaben.
Manchmal frag in all dem Glück
Ich im lichten Augenblick:
Bist verrückt du etwa selber
Oder sind die anderen Kälber?“

Doch niemand wird zufällig oder gegen seinen Willen berühmt, zumindest nicht auf Dauer. In meinem Buch „Die Kunst, berühmt zu werden“ zeige ich am Beispiel von zwölf Persönlichkeiten, dass alle zwar hin und wieder über lästige Begleiterscheinungen des Ruhmes klagten, aber dass eben auch alle bewusst danach gestrebt haben und viel Zeit und Energie für die Selbstvermarktung aufwendeten.

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