Es hat sich „ausgedieselt“ Autopapst Dudenhöffer: „Die Auslaufphase beim Diesel hat begonnen“

01.09.2020, 13:18  |  41930   |   |   

Immer weniger Deutsche kaufen ein Diesel-Auto: Im Juli 2020 kamen Selbstzünder in Deutschland nur noch auf einen Marktanteil von weniger als 30 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit 2009. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Center Automotive Research in Duisburg unter Leitung von Ferdinand Dudenhöffer.

Diesel-PKW entwickeln sich am deutschen Automarkt immer mehr zu einem Auslaufmodell. Im Juli kamen reine Dieselfahrzeuge nur noch auf einen Marktanteil von 29,2 Prozent, berichtet Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer in einer am Sonntag veröffentlichten Studie. Rechnet man Diesel-Hybrid sowie Diesel Plug-in-Hybride hinzu, kämen Selbstzünder auf einen Marktanteil von 32,5 Prozent.

Zuletzt war der Diesel-Marktanteil (ohne Diesel-Hybride) am deutschen Automarkt nur im Mai 2009 noch geringer: Damals lag er bei 27,1 Prozent. Wegen der staatlichen Abwrackprämie hatten überdurchschnittlich viele Autokunden einen Kleinwagen gekauft, die hauptsächlich mit Ottomotoren ausgestattet sind.


Quelle: Ferdinand Dudenhöffer, Center for Automotive Research

Der Grund für die aktuell schlechten Diesel-Verkaufszahlen am deutschen Automarkt seien neben den Folgen des Abgasskandals, die Konkurrenz durch Benzin-Plug-In Hybride sowie die teure Abgasreinigung beim Selbstzünder. Weitere Gründe seien die CO2-Steuer sowie die „die Welle der reinen Elektroautos“, so Dudenhöffer. Bis 2025 steigt die CO2-Steuer auf 60 Euro pro Tonne, wodurch Diesel- im Vergleich zu Ottokraftstoff teurer werde.

Auch bei der Firmenkundschaft hätten Diesel-PKW an Bedeutung verloren: Waren Anfang 2015 noch 77 Prozent aller Dienstwagen mit einem Dieselmotor ausgestattet, sank dieser Anteil bis zum Juli 2020 auf 45 Prozent. Argumente für eine Trendumkehr seien nicht zu erkennen, so Dudenhöffer. Deshalb zieht der Autopapst folgendes Fazit: „Die Auslaufphase beim Diesel hat begonnen“.

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Große deutsche Autobauer wie beispielsweise Volkswagen seien schon dabei Ihre Produktion umzustellen: „Der VW-Konzern hat sich längst „entdieselt“ und treibt massiv die Elektromobilität voran“, so Dudenhöffer. Leitragenden von der Abkehr vom Diesel seien vor allem Zulieferer wie beispielsweise Bosch.

Am Dienstagnachmittag steht die Volkswagen Vorzugsaktie im Xetra-Handel leicht im Plus. Ein Anteilsschein kostet aktuell: 140,68 Euro (Stand: 01.09.2020, 12:12 Uhr).

Volkswagen Vz

Autor: Ferdinand Hammer

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8 Kommentare

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Kommentare

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04.09.20 12:28:36
hat leider nichts mit märkten zu tun, diese planwirtschaft. das weniger diesel verkauft werden liegt an der politik (fahrverbote). natürlich ist das nicht und es wird schief gehen.
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02.09.20 13:12:44
Die für das E-Auto aber auch. :-)
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02.09.20 07:06:13
Da freut sich jeder Außendienstler.
Er muss ja auch jeden Tag mindestens ein bis zwei Stunden Zwangspause einlegen wegen laden des Fahrzeugs.
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02.09.20 07:03:35
Was macht man dann eigentlich mit den Diesel der während des Raffinerieprozesses entsteht? Wegschmeißen? Oder spaltet man dann das Öl mit zusätzlicher Energie bis zum Wasserstoff usw. auf? Wo bleibt der Überschuss?
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01.09.20 22:57:31
das wissen doch alle schon lange nur der Dudenhöffer merkt es jetzt erst
schön Weiterschlafen

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